Hoffenheim. Borussia Mönchengladbach bleibt unter Trainer André Schubert in der Fußball-Bundesliga weiter ungeschlagen. Die Elf vom Niederrhein musste sich am 14. Spieltag bei Liga-Schlusslicht 1899 Hoffenheim allerdings mit einem 3:3 (1:2)-Remis begnügen. Dennoch klettern die Fohlen in der Tabelle auf Platz vier.

Der Moment des Spiels

Es läuft die 80. Spielminute, als Fohlen-Coach Schubert den Schweizer Nico Elvedi für Julian Korb ins Spiel bringt. Elvedi ist nicht nur als Ersatz für die Position des rechten Verteidigers gedacht, sondern übernimmt auch den Job des Postboten. Überbringt in Schuberts Auftrag Zettel mit taktischen Anweisungen an die Fohlen-Lenker Granit Xhaka und Lars Stindl. Eine für den Profi-Fußball ungewöhnliche Maßnahme – die Aktiven und Fans aus anderen Sportarten wie Handball oder Basketball jedoch bekannt ist. Schuberts Briefpost erfüllt ihren Zweck, die taktischen Maßnahmen greifen, Gladbach gelingt wenige Augenblicke gegen naiv aufgerückte Hoffenheimer der vielumjubelte 3:3-Ausgleich.

Der Spieler des Spiels

Aus Gladbacher Sicht hat sich diese Auszeichnung Fabian Johnson verdient. Der 27 Jahre alte US-Nationalspieler lieferte an alter Wirkungsstätte in Hoffenheim eine starke Leistung ab. Erzielte im Dress des VfL einen Doppelpack und sicherte so den Fohlen den am Ende noch glücklichen Punktgewinn.

Der Aufreger des Spiels

In der ersten Halbzeit übersieht Schiedsrichter Michael Weiner ein klares Foul vor- und gleich im Anschluss auch IM Hoffenheimer Strafraum von Schär an Gladbachs Stindl. In dieser Szene hätte Weiner auf Strafstoß entscheiden müssen, Stindls Aufregung und Proteste sind nur zu verständlich gewesen. In Durchgang zwei forderten die Borussen einen Handelfmeter, da Hoffenheims Süle die Kugel bei einer Abwehraktion in der Tat an den Arm gesprungen war. Weiner wertete das als „Weiterspielen“.

Chronik des Spiels

Nach dem Torrausch in der Champions League gegen den FC Sevilla (4:2) legten die Fohlen auch in Sinsheim zunächst los wie die Feuerwehr. Tolle Kombination über mehrere Stationen, die Johnson schließlich zum 1:0 vollendet. Problem: Borussia zeigte im Anschluss, wie schon in den vergangenen Wochen, einige Defizite im Defensivverhalten. Und dies nicht nur bei Standardsituationen. Hoffenheim wusste das zu nutzen, drückte aufs Tempo und bearbeitete die Borussia. Mit Erfolg. Nach dem zunächst glücklichen 1:1 durch Zuber legen die Gastgeber nach, Polanski trifft zum 2:1. Nach der Pause sieht 1899 schon wie der sichere Sieger aus, als Amiri einen ganz dicken Bock von Stindl nutzt und auf 3:1 erhöht. Doch Borussia schlägt noch einmal zurück, zeigt tolle Moral. Drmic verkürzt per Kopf auf 2:3. Schubert zündet schließlich seinen Zettel-Trick - und Johnson trifft zum 3:3-Enstand. Ende eines spektakulären Fußball-Duells.

Stimmen zum Spiel

André Schubert (Trainer Borussia Mönchengladbach): „Wir hatten uns vorgenommen, das Spiel schnell in den Griff zu bekommen und haben eigentlich auch einen guten Start erwischt. Danach hätten wir dranbleiben und versuchen müssen, das Spiel dominanter zu gestalten. Wir haben in der Folge jedoch zu wenig in die Tiefe gespielt und hatten dadurch eine ganze Reihe von leichten Ballverlusten im Aufbau. Damit haben wir den Gegner mit seinen schnellen Spielern zu Kontern eingeladen. Hoffenheim hat es aber auch sehr gut gemacht, hat sehr gut umgeschaltet, so dass wir mit einem 1:2 in die Pause gegangen sind. Direkt nach dem Wechsel haben wir das dritte Gegentor kassiert. Umso erstaunlicher ist es gewesen, wie sich die Mannschaft danach zusammengerissen hat. Sie hat alles reingehauen, um das Ding noch zu drehen. Unter dem Strich war der Punkt deshalb am Ende auch verdient.“

Huub Stevens (Trainer 1899 Hoffenheim): „Wir sind natürlich enttäuscht, aber dennoch ist das der Weg, den wir gehen müssen, um da unten herauszukommen. Wenn man so eine Leidenschaft zeigt, wie wir es heute gemacht haben, kann man auch gegen einen Super-Gegner wie Gladbach bestehen. Leider haben wir nach der 3:1-Führung nicht den vierten Treffer nachgelegt, die Möglichkeiten dazu waren da. Borussia hat natürlich am Ende alles nach vorne geworfen und noch den Ausgleich erzielt. Das ist bitter für uns, trotzdem muss ich den Jungs ein großes Kompliment zu ihrer Leistung aussprechen.“

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