Nach turbulenten Tagen im Borussia-Park will der VfL der Werder-Offensive trotzen.

Ist optimistisch vor dem Gang an die Weser: Alexander Baumjohann (l.).
Ist optimistisch vor dem Gang an die Weser: Alexander Baumjohann (l.).

Ist optimistisch vor dem Gang an die Weser: Alexander Baumjohann (l.).

Ist optimistisch vor dem Gang an die Weser: Alexander Baumjohann (l.).

Mönchengladbach. Es geschieht nicht allzu oft, dass wenige Tage vor einem Bundesliga-Spiel der Presseraum im Gladbacher Borussia-Park nahezu aus allen Nähten platzt. Doch weniger die schwierige Aufgabe am Samstag beim SV Werder Bremen hatte am Donnerstag den außergewöhnlichen Medienandrang ausgelöst, sondern die "Brief-Affäre".

Eine Boulevard-Zeitung hatte am Dienstag von einem vermeintlichen Spieler-Aufstand gegen Borussias Cheftrainer Hans Meyer berichtet und sich dabei auf ein über vier Wochen altes Schreiben der Mannschaft berufen, das im Trainingslager auf Gran Canaria an VfL-Präsident Rolf Königs überreicht worden ist.

Inhalt: Das angebliche "Befremden" mehrerer Profis über die Ausmusterung von Rösler, Voigt & Co. sowie die Tatsache, dass diese u.a. nicht mehr in die Mannschafts-Kabine durften.

Auch die Trennung von Physiotherapeut Michael Risse soll ein Thema gewesen sein. "Von einer Revolte gegen Trainer Hans Meyer kann überhaupt keine Rede sein", sagte VfL-Sportdirektor Max Eberl. Die Geschichte sei längst mit der Mannschaft geklärt, deshalb sei es böswillig gewesen, dass das Ganze nun in die Öffentlichkeit gezerrt worden sei.

Hans Meyer hat sich mit dem Präsidium ausgetauscht

Und was sagt Hans Meyer? "Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht und mich mit dem Präsidium darüber ausgetauscht. Aber wer diesen anonymen Brief gelesen hat, wird verstehen, warum ich ihn allein schon wegen seiner Form nicht ernst genommen habe", sagte der 66-Jährige. Er sehe das ähnlich wie Günter Netzer.

Der Gladbacher Kultfußballer hatte es für "sehr seltsam befunden, dass sich Spieler in einem Brief an den Vorstand wenden müssen, um ihre Meinung kundzutun". Zudem betonte Meyer, dass sein Name in dem Schreiben gar nicht auftauche, zumindest nicht alleine. Die Mannschaft sei alles andere als unzufrieden und unruhig.

"Man hat ja gegen Hoffenheim gesehen, wie die Jungs gegen den Trainer gespielt haben, wie sie gekämpft und geackert haben. Da sieht doch jeder, wie es hier stinkt", legte Meyer ironisch nach. Er könne nur hoffen, dass seine Spieler vor dem wichtigen Spiel in Bremen nicht "jeden Mist, der geschrieben worden sei, gelesen haben".

Mittelfeld-Ass Alexander Baumjohann geht auf jeden Fall optimistisch an die Aufgabe Bremen heran. "Wir stehen jetzt viel besser, haben vorne auch unsere Qualitäten, deshalb können wir da auch was holen", sagt der 22-Jährige.

Allerdings plagt sich Baumjohann derzeit mit Knieproblemen herum. Sein Einsatz dürfte aber nicht gefährdet sein. Auch nicht der von Mannschaftskapitän Filip Daems, der unter der Woche wegen einer Magen-Darm-Infektion nicht trainieren konnte. Definitiv verzichten muss das Bundesliga-Schlusslicht aus Gladbach auf Friend (5. Gelbe Karte), Dante (Aufbautraining), Löhe (Bronchitis) sowie Jaures (nach OP noch nicht fit).

Das Bremer Weserstadion ist am Samstag mit 43087 Zuschauern restlos ausverkauft.

Borussias Neuzugang Paul Stalteri bestritt für Werder 151 Bundesligaspiele und wurde 2004 mit Bremen Meister und Pokalsieger.

Die Gladbacher gewannen keines der vergangenen 18 Auswärtsspiele an der Weser. Der letzte "Dreier" datiert vom 21. März 1987 - 7:1-Sieg vor dem Wechsel von Trainer Jupp Heynckes zum FC Bayern München.

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