Der zweifache Torschütze Raul Bobadilla war der Mann des Tages in Gladbach.
Der zweifache Torschütze Raul Bobadilla war der Mann des Tages in Gladbach.

Der zweifache Torschütze Raul Bobadilla war der Mann des Tages in Gladbach.

dpa

Der zweifache Torschütze Raul Bobadilla war der Mann des Tages in Gladbach.

Mönchengladbach. Für Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach bleibt der SV Werder Bremen der Lieblingsgegner im eigenen Stadion: Mit einem 4:3 (4:2)-Sieg im Borussia-Park haben die "Fohlen" dem amtierenden Pokalsieger nicht nur die fünfte Niederlage in Folge zugefügt, sondern auch einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht.

Die 24. Bremer Pleite im ewigen Vergleich der beiden Traditionsvereine auf Gladbacher Boden war vor allem das Verdienst der jungen, frechen Offensivkräfte Raul Bobadilla und Marco Reus, die an allen Borussen-Toren beteiligt waren. Die Gladbacher nutzten von Beginn das behäbige Auftreten der Hanseaten eiskalt aus und lagen bereits nach 18 Minuten sensationell mit 3:0 in Führung. Zunächst waren es Reus (4.) und Colautti (13.), die mit ihren Toren die Gladbach-Anhänger unter den 47.458 Zuschauern von den Sitzen rissen. Als dann der Argentinier Raul Bobadilla, der bereits die ersten beiden Tore mit sehenswerten Vorlagen eingeleitet hatte, das 3:0 (18.) nachlegte und seine Torflaute beendete, stand die Arena Kopf.

"In der ersten Halbzeit haben wir nahezu perfekt gekontert", sagte später VfL-Trainer Michael Frontzeck, "aber, wir haben uns auch oft zu weit nach hinten fallen lassen. Ich hatte trotz der klaren Führung kein gutes Gefühl". Dass sich die Gladbacher nie ihrer Sache sicher sein konnten, bewies die 26. Spielminute, als Bremens Özil durch die Borussen-Abwehr marschierte und Torhüter Bailly per Beinschuss zum 1:3 düpierte. Doch nur neun Minuten später leisteten sich die Bremer erneut einen Aussetzer in der Abwehr, Wiese und Mertesacker gingen nicht entschlossen zum Ball und Bobadilla erhöhte (35.) als lachender Dritter auf 4:1. Entschieden war aber noch nichts: Kurz vor der Pause verkürzte Claudio Pizarro mit einem seiner typischen Kopfballtore auf 2:4 (40.).

Auch die zweiten 45 Minuten waren an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten. Zwar fiel nur noch ein Treffer - zu Gunsten der Bremer (Foulelfmeter Frings/85.), aber in den jeweiligen Strafräumen spielten sich nach wie vor etliche brisante Szenen ab. So hätte Werder einerseits noch den Ausgleich erzielen können, andererseits blieben die Gladbacher bei ihren Kontern brandgefährlich. So rettete der zurückgeeilte Nationaltorhüter Wiese bei einem Heber von Bobadilla mit einem tollkühnen Hechtsprung auf der Linie (74.). Am Ende blieb es jedoch beim letztendlich verdienten ersten Heimsieg der Borussia im neuen Jahr, den der Held des Tages Raul Bobadilla wie folgt kommentierte: "Ich bin überglücklich, das war für die ganze Mannschaft ein wichtiger Sieg." Nach zwei Tagen Trainingspause beginnen die Gladbacher am Dienstag die Vorbereitung auf die nächste Auswärtspartie (Sonntag, 15.30 Uhr) gegen Mainz 05.

Michael Frontzeck (Trainer Borussia Mönchengladbach):
Dass Bremen offensiv spielt und in allen Mannschaftsteilen über individuelle Klasse verfügt, ist bekannt. Daher bin ich überglücklich, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. In der ersten Halbzeit haben wir nahezu perfekt gekontert. Wir haben aber nach dem Seitenwechsel versäumt, den Sack zuzumachen, deswegen mussten wir auch bis zum Schluss zittern. Wir haben uns sehr gut gewehrt, auch wenn zum Schluss das 4:4 vielleicht noch möglich gewesen wäre, als Werder mit den langen Kerls mit Macht nach vorne drängte. In der ersten Halbzeit haben wir uns zu tief fallen lassen, aber das lag natürlich auch an der Klasse der Bremer. Dafür haben wir unsere Räume sehr gut genutzt und unsere Angriffe prima bis zum Ende gespielt. Für Raul Bobadilla freut es mich riesig, er hat sich sehr unter Druck gesetzt und heute gezeigt, was in ihm steckt.

Thomas Schaaf Trainer (Werder Bremen):
Wenn man sieht, wie wir die Woche über gearbeitet haben, dann ist die erste halbe Stunde heute absolut unverständlich. Wir haben überhaupt keinen Zweikampf geführt und sind nur um die Leute herumgelaufen, dabei hatten wir uns sehr viel vorgenommen. Trotzdem hat es meine Elf geschafft, immer wieder ins Spiel reinzukommen, auch wenn der Rückstand schon früh sehr hoch war. Wir hatten noch die Chance, das vierte Tor zu erzielen, wobei man zugeben muss, dass Borussia auch einige gute Chancen in der zweiten Halbzeit hatte.

Bailly - Levels, Brouwers, Dante, Daems - Marx, Bradley - Reus, Arango (85. Kleine) - Colautti (75. Friend), Bobadilla (80. Herrmann)

Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Abdennour (57. Almeida) - Frings - Borowski (64. Rosenberg), Hunt - Özil - Pizarro, Marin

1:0 Reus (4.), 2:0 Colautti (13.), 3:0 Bobadilla (18.), 3:1 Özil (26.), 4:1 Bobadilla (35.), 4:2 Pizarro (40.), 4:3 Fings (85./FE)

Bailly, Bobadilla / Naldo, Fritz, Pizarro

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