Nach neun sieglosen Heimspielen gewinnt Borussia mit 4:0 gegen den VfB Stuttgart.

Mönchengladbach. Darauf hatten sie lange warten müssen. Und so feierten die Borussen-Anhänger am Mittwoch ihre Mannschaft nach dem überlegenen 4:0-Erfolg gegen den VfB Stuttgart ausdauernd. Neun Heimspiele war Borussia Mönchengladbach sieglos geblieben gegen diese Schwaben, Mittwoch machte die Mannschaft von Trainer André Schubert dem Spuk ein Ende und festigte mit den Toren von Hazard, Raffael und Herrmann den vierten Tabellenplatz.

Die Stuttgarter rauschten mit drei Siegen in die Rückrunde, die Gladbacher kamen eher im Tiefflug daher – zwei Pleiten. Für beide scheint sich Alltag einzustellen, in Gladbach mit einem Aufwärtstrend, zehn Punkte folgten, bei den Schwaben mit dem Ende des Höhenflugs, spätestens mit der Pleite von Mittwoch nach dem 1:2 in Hannover vom vergangenen Wochenende.

Beide begannen das Duell der 40 plus Gegentore-Teams vorsichtig. Stuttgart sammelte immerhin schon 44 Gegentreffer ein, die Gladbacher mit 40 nur unwesentlich weniger. Nur Bremen (46) und Hannover (42) sind in der Liga zudem über der 40er-Marke.

Die Gladbacher aber dominierten schnell das Spiel. Weil sie ballsicherer agierten, die Räume besser nutzen und sich auch mehr Chancen erarbeiteten. Stuttgart lauerte auf Konter. Gladbachs Trainer André Schubert hatte vor der Qualität der Schwaben in der Offensive gewarnt: „Sie sind mit schnellen Spielern gefährlich.“ Aber den Borussen gelang der erste Wirkungstreffer mit der Führung (16.) durch Thorgan Hazard – es war sein erstes Saisontor in der Bundesliga.

Der Belgier wirbelte vielfach die Stuttgarter Defensive durcheinander, mit einer besseren Chancenverwertung hätte er einen Stammplatz im Team. Kurz vor der Pause setzte er erst einen Schuss an die Latte, den Abpraller zirkelte er dann Stuttgarts Torhüter Tyton in die Arme. Da hätte es schon 3:0 stehen können, wenn Lars Stindl die Vorbereitung von Raffael nicht Zentimeter neben das frei Tor gesetzt hätte. Stindl spielte am Mittwoch nach abgesessener Gelbsperre zunächst ohne Bindung zu den Nebenleuten, war allerdings von Trainer Schubert aus der Spitze, wo Hazard seine Schnelligkeit ausspielen sollte, in die zweite Offensivreihe beordert worden.

Für Stindl musste Ibrahima Traoré gegenüber dem 2:2 in Augsburg weichen, VfB-Trainer Jürgen Kramny bot Daniel Didavi für Alexandru Maxim und Martin Harnik für den Ex-Gladbacher Lukas Rupp auf.

Gleich nach der Pause prüfte der für Timo Werner eingewechselte Artem Kravets Gladbachs Torhüter Jan Sommer mit einem Kopfball aus kurzer Distanz – Stuttgarts beste Chance. Das blieb ein kurzes Aufbäumen, weil die Gastgeber energisch die Entscheidung suchten. Dabei standen VfB-Torhüter Tyton und Kapitän Christian Gentner unfreiwillig Pate mit einem Missverständnis, weil der Pole am Ball vorbei griff. Raffael sagte danke – mit einem Drehschuss zum 2:0 (60.).

Der Brasilianer war neben Hazard die bestimmende Figur im Offensivspiel der Gladbacher, stets anspielbar, mit Übersicht für die Nebenleute und mit Torinstinkt im entscheidenden Moment. Wenig später feierten die Borussen-Fans Patrick Herrmann, der nur Sekunden nach seiner Einwechslung von Dahoud eingesetzt zum 3:0 (69.) traf. Kevin Großkreutz produzierte mit dem Schlusspfiff noch ein Eigentor nach einer Herrmann-Hereingabe. Der Rest ging im Applaus der Fans unter.

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