Johnson gelingt für Gladbach noch das 3:3 gegen Hoffenheim, nachdem Trainer Schubert Post für seine Spieler auf dem Platz verteilen ließ.

Johnson gelingt für Gladbach noch das 3:3 gegen Hoffenheim, nachdem Trainer Schubert Post für seine Spieler auf dem Platz verteilen ließ.
Gladbachs Torschützen unter sich: Fabian Johnson (unten) lässt sich von Josip Drmic feiern.

Gladbachs Torschützen unter sich: Fabian Johnson (unten) lässt sich von Josip Drmic feiern.

dpa

Gladbachs Torschützen unter sich: Fabian Johnson (unten) lässt sich von Josip Drmic feiern.

Sinsheim. Es war ein kleines Stück Papier mit großer Wirkung. Cheftrainer André Schubert drückte kurz vor Schluss des Spiels bei 1899 Hoffenheim dem eingewechselten Nico Elvedi zwei geheimnisvolle Zettel in die Hand. Vom Schweizer ging die Post weiter zu Lars Stindl und zu Kapitän Granit Xhaka. Und der letzte Schachzug des Gladbacher Trainers im Angesicht der drohenden Niederlage war von Erfolg gekrönt. Denn in der 87. Minute rettete Fabian Johnson Borussia Mönchengladbach mit einer technisch hochwertigen Einzelleistung noch ein Remis (3:3) beim Tabellenletzten aus dem Kraichgau.

Nur Schubert startete bei Gladbach mit neun Spielen ohne Niederlage

Damit bleibt Gladbach auch im neunten Bundesliga-Spiel unter dem neuen Coach ungeschlagen. Und Schubert löste den vereinsinternen Rekordhalter Udo Lattek ab, der in seinem neunten Spiel als Gladbach-Trainer die erste Niederlage kassiert hatte. Der Tabellenvierte ist jetzt heiß auf das Spitzenspiel am kommenden Samstag gegen Bayern München. Und was stand auf dem ominösen Zettel? „Wir haben auf mehreren Positionen umgestellt, hinten auf eine Dreierkette, und wollten vorne noch einmal großen Druck ausüben, volle Pulle gehen“, erklärte Schubert

Das Vorhaben ging auf: Neben Xhaka trieb insbesondere Raffael das Spiel aus dem Zentrum noch intensiver an. Der Brasilianer leitete auch den Ausgleich mit einem fantastischen Pass auf Johnson ein. „Er wird immer mehr zum Führungsspieler, einfach großartig“, lobte Sportdirektor Max Eberl den US-Amerikaner und Ex-Hoffenheimer, der bereits den frühen Führungstreffer gegen seine ehemalige Mannschaft erzielt hatte. Zudem feierte Josip Drmic seine Tor-Premiere mit einem platzierten Kopfball nach Flanke von Lars Stindl.

Xhaka verspricht: „Wir wollen gegen die Bayern mitspielen“

Die unumstrittene Nummer 1 aber ist Granit Xhaka (Vertrag bis 2019), Gladbachs Profi mit den teuersten Beinen. Sein Marktwert wird auf mehr als 20 Millionen Euro geschätzt. Der Schweizer Nationalspieler (23) ist Dreh- und Angelpunkt des Gladbacher Spiels und hat fast immer die meisten Ballkontakte.

Diesmal war es ein wahrer Drahtseilakt. Mit vier gelben Karten vorbelastet, musste sich der temperamentvolle Xhaka bremsen, um nicht das große Spiel gegen München zu verpassen. „Granit hat eine große Bedeutung für uns. Ich freue mich, dass er gegen München dabei ist“, sagte Schubert, der das Gipfeltreffen im Borussia-Park auch nicht ganz ausschalten konnte: „Es wird wahnsinnig spannend. Schließlich treffen wir auf eines der drei besten Teams der Welt. Natürlich sind wir nicht auf Augenhöhe mit den Bayern, aber wir versuchen auf jeden Fall eine Lösung zu finden.“ Frecher gibt sich Granit Xhaka. „Gegen die Bayern darf man nicht mauern. Wir wollen mitspielen, und ich bin sicher, der Trainer wird uns gut einstellen. Wenn es dann am Ende 4:3 für uns heißt, okay.“

Baumann (4), Strobl (4,5), Schär (4), Süle (4), Kim (4,5), Polanski (2,5), Schwegler (3), Elyounoussi (3), Zuber (3), Amiri (1,5), Volland (4).

Sommer (4), Korb (4), Christensen (3,5), Nordtveit (3,5), Wendt (4), Dahoud (3), Xhaka (2,5), Drmic (3,5), Johnson (1,5).

Doch in Sinsheim hat selbst das Liga-Schlusslicht den Gladbachern das Leben schwer gemacht. Zwar erzielte die Schubert-Elf drei schöne Tore, in der Defensive agierte sie allerdings zu salopp. Beim 1:1 konnte Steven Zuber nach einem Eckball freistehend einköpfen, und beim 3:1 nutzte Nadiem Amiri einen kapitalen Fehler von Stindl.

Hoffenheim verpasste dennoch den ersten Sieg mit dem neuen Trainer Huub Stevens. Dem Niederländer gefiel die Art und Weise, wie seine Mannschaft auftrat, „aber das Ergebnis nach einer 3:1-Führung ist natürlich enttäuschend.“ Stevens’ Wut entlud sich in der Pressekonferenz. „Ab und zu muss man draufhauen – bei bestimmten. Du bist es eigentlich nicht wert“, pöbelte er einen Journalisten an. Die beleidigenden Worte waren eine Retourkutsche für einen kritischen Artikel des Berichterstatters vor dem Spiel. Die dünnhäutige Reaktion ist Beleg dafür, wie tief die TSG in der Krise steckt.

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