Borussia Mönchengladbach verliert gegen den AC Florenz in der Zwischenrunde der Europa League.

Durch den Treffer von Federico Bernardeschi verliert Gladbach 0:1 gegen Florenz. Foto: Federico Gambarini
Durch den Treffer von Federico Bernardeschi verliert Gladbach 0:1 gegen Florenz. Foto: Federico Gambarini

Durch den Treffer von Federico Bernardeschi verliert Gladbach 0:1 gegen Florenz. Foto: Federico Gambarini

dpa

Durch den Treffer von Federico Bernardeschi verliert Gladbach 0:1 gegen Florenz. Foto: Federico Gambarini

Mönchengladbach. Wenn es in Mönchengladbach die Hoffnung gab, der lange tristen Meisterschaftsserie im internationalen Pokalgeschäft etwas entgegen zu setzen, könnte sich nun alles verkehren. In der Liga gelingt nun ein Erfolg nach dem nächsten, im Europapokal aber droht das Aus: Am Donnerstag verlor die Borussia daheim mit 0:1 (0:1) gegen den AC Florenz und muss im Rückspiel am kommenden Donnerstag (21.05 Uhr) Großes leisten, soll das Aus noch abgewendet werden. Es war die erste Niederlage unter dem Trainer Dieter Hecking.

Sie schlichen enttäuscht vom Platz, spürbar hatte man sich mehr vorgenommen. Dabei war nicht alles schlecht. Überzeugend vor der Pause spielten vor allem Linksverteidiger Oscar Wendt und Offensiv-Rechtsaußen Patrick Herrmann: Herrmann hätte schon nach 16 Minuten einen Elfmeter zugesprochen bekommen müssen, als er am Torschuss von Maximiliano Olivera nach starkem Direktpass von Wendt regelwidrig gehindert wurde. Später legte er per hart und zielgenau getretenem Direktpass für Lars Stindl auf. Der wiederum drosch aus kürzester Entfernung unbedrängt über das Gehäuse.

Damit nicht genug: Stindl versammelte auch die nächste Chance, nachdem ein Pfostenschuss von Fabian Johnson vor seinen Füßen landete, der gerade nach Liga-Sperre zurückgekehrte Kapitän aber neben das leere Tor schoss. Das war ansehnlich, feines Direktspiel im Angriff, schnell und technisch stark, wie es die Gladbacher bevorzugen - aber es blieb zu viel liegen. Trotzdem klatschte Trainer Dieter Hecking, unter dem die Fohlen bis dato noch unbesiegt geblieben waren, angetan und aufmunternd in die Hände: Der Führungstreffer schien nur eine Frage der Zeit. Wie so oft verkehrte sich aber diese Annahme nach zu großzügigem Umgang mit Herausgearbeitetem ins Gegenteil.

Als die lange zurückhaltend agierenden Gäste nach 44 Minuten zentral aus 30 Metern einen Freistoß zugesprochen bekamen, war es soweit: Florenz' bester Liga-Torschütze Federico Bernardeschi (zehn Tore, in der Europa League bei sechs Einsätzen bislang aber nur eines), seines Zeichens siebenmaliger italienischer Nationalstürmer, zirkelte das Leder sehenswert in den linken Winkel. Es war die so genannte Torwart-Ecke, aber Gladbachs Torwart Yann Sommer kam zu spät auf Touren - und streckte sich vergeblich. Mit minimalem Aufwand hatten die Gäste - nach darbenden Jahren mit Insolvenz-Entzug und einer mühsamen Rückkehr von der vierten (!) bis in die erste Liga inzwischen Tabellensiebter in der Serie A - einen wichtigen Auswärtstreffer gelandet.

Trainer Paulo Sousa, 1997 Champions-League-Sieger als Defensivstratege mit Borussia Dortmund, blickte fast 20 Jahre nach jenem Triumph ein wenig ungläubig drein. Zuvor hatte der grau melierte 46 Jahre alte Portugiese meist wild gestikulierend an der Seitenlinie agiert und war spürbar unzufrieden mit Team Lila, das ungewohnt in pinken Trikots aufgelaufen war. Lila - die markante Vereinsfarben der Fiorentina - trug allein Gladbachs Torwart Sommer, der nach der Pause von Ferne zusah, wie seine Vorderleute das womöglich vierte sieglose Heimspiel in Folge im internationalen Geschäft (nach dem 1:2 gegen den FC Barcelona und zwei Unentschieden gegen Celtic Glasgow und Manchester City) zu verhindern versuchten.

Florenz wartete kompakt organisiert auf Gladbacher Fehler und wehrte den Ansturm der Gastgeber, die mit der Doppelspitze Stindl/Hazard angetreten waren, stets eng beieinander stehend ab. Jetzt waren auch die vielen Aufbaufehler vor allem von Yannick Vestergaard aus der ersten Halbzeit Geschichte, der Borussia Park kam in Europa-Cup-Abendstimmung, die 41863 Zuschauer beorderten ihre Elf verbal nach vorne. Aber der fiel schlicht viel zu wenig ein. Stockfehler in Vielzahl zerstörten jedes erkennbares Bemühen.

Hecking hatte genug, nahm Verteidiger Jantschke heraus und brachte Stürmer Josip Drmic, Stindl ließ sich einige Meter zurückfallen. Auch Hahn und Korb ersetzten noch Herrmann und Johnson, Florenz aber hielt dem nicht übermäßigen Druck stand - und geht jetzt als Favorit ins Rückspiel. Die Zwischenrunde der Europa League könnte für die im Sommer in der Champions League gestarteten Gladbacher Endstation sein.

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