Der Fanclub Block B hat ein Video über die Fohlen-Liebe in Berlin gedreht. Sonntag lief der Streifen im Stadion.

Eine Szene aus dem Film: Er studiert den Borussia-Katalog, während sie im Bayern-Dress sein Lieblingstrikot bügelt.
Eine Szene aus dem Film: Er studiert den Borussia-Katalog, während sie im Bayern-Dress sein Lieblingstrikot bügelt.

Eine Szene aus dem Film: Er studiert den Borussia-Katalog, während sie im Bayern-Dress sein Lieblingstrikot bügelt.

Maskottchen Jünter, hier beim Dreh auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor, ist auch dabei.

Carolin Strunk, Bild 1 von 2

Eine Szene aus dem Film: Er studiert den Borussia-Katalog, während sie im Bayern-Dress sein Lieblingstrikot bügelt.

Mönchengladbach. Vor neun Monaten saßen Ingo Müller und seine Freunde vom Fanclub Block B in ihrer Berliner Stammkneipe und überlegten, was sie in der langen Fußball-Sommerpause machen könnten. „Wir hatten schon lange geplant, einen Film über die Leidenschaft zu unserer Borussia zu drehen. An diesem Tag haben wir es dann angepackt und angefangen ein Drehbuch zu schreiben“, erzählt er vor der Premiere von „Matchday“ im Borussia-Park.

Bis Anfang dieses Jahres habe es auch keine Probleme mit dem Projekt gegeben. Das Filmequipment konnte günstig über Freunde ausgeliehen werden, die Stadt Berlin sei sehr kulant mit Genehmigungen gewesen und sogar Fohlenmaskottchen Jünter galoppierte einen Tag lang durch die Hauptstadt. „Viele von uns arbeiten in der Medienbranche, da war es leicht, professionelles Handwerkszeug günstig zu bekommen.“

Das Projekt wurde über Spenden anderer Fans bezahlt

Ohne diese Unterstützung wären die Kosten weit höher gewesen. Müller hätte für diesen Fall etwa 3000 bis 5000 Euro pro Drehtag kalkulieren müssen, so dass das Projekt mehr als 50 000 Euro gekostet hätte. Trotzdem mussten die Berliner Anfang des Jahres ein Geldproblem lösen. Es fehlten 3000 Euro.

„Wir mussten noch Musikrechte und Drehgenehmigungen bezahlen. Da kamen wir auf die Idee, unser Projekt per Crowdfunding zu finanzieren. Im zweiten Anlauf hat das auch mit der Hilfe des Fanprojekts geklappt. Es ist ein tolles Gefühl zu merken, dass Leute, die gar nichts mit uns zu tun haben, die Idee so unterstützen.“

„Ich bin begeistert von dem, was Block B da geleistet hat.“
Markus Aretz, Borussia-Sprecher

Die Namen der Spender sollen im Abspann des Films erwähnt werden. Dank der Mithilfe der Spender kamen die Berliner letztlich sogar auf über 4000 Euro. Das überschüssige Geld wird nun an das Fanprojekt zur Finanzierung von Jugendfahrten gespendet.

Samstag war Uraufführung beim 11mm-Festival in Berlin-Mitte, Sonntag lief der fünfminütige Streifen in der Halbzeit des Bundesliga-Spiels der Borussia gegen Hannover.

Seit Montag ist „Matchday“ online auf YouTube und Vimeo (siehe Player direkt unten auf dieser Seite)

Nach zehn Drehtagen und vielen Arbeitsstunden ist das wahrscheinlich einzige Fan-Musical der Welt fertig. Regisseur Müller freut sich schon auf dieses Wochenende: „Am Samstag haben wir in Berlin beim Fußball-Filmfestival „11Millimeter“ unsere erste große Premiere. Am Sonntag wird unser Film dann in der Halbzeitpause im Borussia-Park gezeigt. Da freue ich mich richtig drauf!“, sagte er vor dem Spiel.

Borussia-Sprecher Markus Aretz hat den Film schon vor der großen Premiere in Berlin gesehen und freute sich im Vorfeld ebenfalls auf die Reaktion der Fans am Sonntag: „Ich bin begeistert von dem, was Block B da geleistet hat. Als wir von Borussia den Film gesehen haben, war uns klar: Das sollen alle Fans sehen. Eine großartige Leistung.“

An dem Borussia-Musical waren gut 150 Fans beteiligt. Der Fanclub freut sich besonders über eine der helfenden Hände: „Wir haben eine Szene in einer Zahnarztpraxis gedreht. Der Zahnarzt ist Kölner. Aber wie das im Exil so ist, hält man zusammen und greift sich unter die Arme.“

Etwas Besonderes im Vergleich zu vielen anderen Fan-Filmen im Netz sei auch, dass keine anderen Vereine beleidigt werden. So reichen sich im Film Borussen und Herthaner die Hand und leben friedlich miteinander. „Nur Kölner Fans kommen im Film gar nicht vor. Man spuckt ja nicht auf die, die eh schon am Boden liegen.“

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