Ein 23-Jähriger behauptete gestern Nachmittag, eine Bombe im Gebäude abgelegt zu haben. Die Polizei sperrte den Bahnhof ab, fand aber nichts.

Ein 23-Jähriger behauptete gestern Nachmittag, eine Bombe im Gebäude abgelegt zu haben. Die Polizei sperrte den Bahnhof ab, fand aber nichts.
Für etwa zwei Stunden blieb das Bahnhofsgebäude gestern wegen einer Bombendrohung abgeriegelt.

Für etwa zwei Stunden blieb das Bahnhofsgebäude gestern wegen einer Bombendrohung abgeriegelt.

Mit Sprengstoffspürhunden durchsuchten Beamte der Bundespolizei den Rheydter Bahnhof.

Theo Titz, Bild 1 von 2

Für etwa zwei Stunden blieb das Bahnhofsgebäude gestern wegen einer Bombendrohung abgeriegelt.

Der Notruf aus dem Rheydter Hauptbahnhof erreichte die Mönchengladbacher Polizei gestern um 13.18 Uhr: Ein Mann, so meldete ein Zeuge am Telefon, habe gerade im Bahnhof verkündet, eine Bombe im Gebäude deponiert zu haben. Kurz darauf sperrten Polizei und Bundespolizei den gesamten Gebäudekomplex ab. Alle Reisenden mussten den Bahnhof verlassen, der Zugverkehr wurde an der Stelle unterbrochen. Die Bundespolizei durchsuchte den Komplex mit Sprengstoff-Suchhunden, bis um 16.16 Uhr feststand: Fehlalarm. Es gab keine Bombe. „Wir haben keine Anhaltspunkte für gefährliche oder verdächtige Gegenstände gefunden“, sagte Jörg Bittner, Pressesprecher der Bundespolizei, am Nachmittag.

Die Polizei nahm den 23-Jährigen in Gewahrsam

Zu dem Zeitpunkt saß der 23-Jährige, der den Bombenalarm im Rheydter Bahnhof ausgelöst hatte, bereits im Polizeigewahrsam und wurde von den Ermittlern vernommen. Beamte der Rheydter Polizeiwache waren nach dem Notruf sofort in den nur wenige Meter entfernten Bahnhof geeilt. Sie fanden den Mann im Bahnhof in einem Wartehäuschen sitzend und nahmen ihn fest. Er wurde bis zum Abend vernommen, am Nachmittag wurde auch seine Wohnung durchsucht.

Der Mann ist polizeibekannt, seine Vernehmung ergab keine Hinweise auf einen möglichen politischen Hintergrund, teilte die Polizei am Abend mit. Weil ein Drogenvortest bei dem 23-Jährigen positiv anschlug, wurde ihm eine Blutprobe entnommen. Im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen wurde der Gladbacher dem Ordnungsamt und einem Bereitschaftsarzt überstellt. Von einer Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus sah die Behörde allerdings ab, hieß es in der Mitteilung der Polizei. Ein Strafverfahren läuft.

Während der Sperrung des Bahnhofs kam es zu Teilausfällen einer Reihe von Bahnverbindungen. Ein Bahnsprecher erklärte, einzelne Züge seien vorzeitig geendet. Bei anderen Verbindungen habe es einen Busnotverkehr auf einzelnen Streckenabschnitten gegeben. Aber kein Zug sei komplett ausgefallen.

Eine solche Drohung ist auch ohne tatsächliche Bombe strafbar

Bombendrohungen kommen immer wieder vor, und meistens bekommt die Öffentlichkeit davon nichts mit. Fast nie gibt es dann auch eine Bombe, trotzdem ist eine solche Drohung strafbar. Im Oktober 2013 beispielsweise hatte eine entsprechende Drohung in Rheydt für Aufsehen gesorgt. Ein Anrufer meldete damals abends von einer Telefonzelle aus bei der Polizei, er habe eine Bombe am Elisabeth-Krankenhaus deponiert. Die Meldung verbreitete sich rasch über die sozialen Netzwerke, die Verunsicherung war groß. Die Klinik wurde überprüft – ohne Befund. Trotzdem wurde ein Strafverfahren gegen den Anrufer eingeleitet.

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