Feuerwehr und Rettungsdienst simulierten zur Übung einen schweren Unfall mit vielen Verletzten.

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Dramatische Bilder, aber nur gestellt: der simulierte Unfall in Günhoven.

Dramatische Bilder, aber nur gestellt: der simulierte Unfall in Günhoven.

Dramatische Bilder, aber nur gestellt: der simulierte Unfall in Günhoven.

Günhoven. Um 18.55 Uhr geht der Anruf in der Feuerwache ein. Wenige Minuten später rollt der erste Wagen an. Auf der Günhovener Straße hat es einen schweren Unfall gegeben. Drei Autos, ein Motorrad und ein Traktor-Anhänger liegen wild auf-, neben- und hintereinander. Die Insassen schreien um Hilfe und schlagen gegen die Scheiben. Jetzt muss jeder Schritt sitzen, um den Menschen zu helfen.

Alle Abläufe greifen perfekt wie bei einem Uhrwerk in einander

Zum Glück handelt es sich nicht um einen echten Unfall, sondern nur um eine Übung. "Das machen wir zwei, drei Mal im Jahr, um das Zusammenspiel zwischen dem Rettungsdienst und den freiwilligen Kräften zu regeln", erklärt Pressesprecher Frank Nießen.

Zuerst wird der Motorradfahrer, der eingequetscht unter dem vorderen Teil des Anhängers liegt, gerettet. Vorsichtig wird er aus seiner Lage befreit und auf einer Liege davon getragen. Der Mann hat schwere Verletzungen und spukt Blut. Ein schlimmes Bild, ruft man sich nicht immer wieder ins Gedächtnis, dass alles nur gespielt ist und die Verletzungen nur aufgeschminkt sind.

"Jeder bekommt dann eine Patienten-Anhängertasche, die anzeigt, wie schwer er verletzt ist", sagt Jörg Lampe, Chef der Mönchengladbacher Berufsfeuerwehr. Danach werden sie weg vom Einsatzort einige Meter zur Rettungsstelle gebracht, die zuvor blitzschnell eingerichtet wurde. "Das schlimmste, was jetzt passieren könnte, ist, dass jemand mit nur einem Verletzten davon fährt und ihn gleich ins Krankenhaus bringt", so Nießen.

Die Verletzten werden von Notärzten gleich an Ort und Stelle versorgt. "Erst, wenn sie soweit stabil sind, dass sie transportiert werden können, werden sie ins Krankenhaus gebracht. Sonst müssen die während der Fahrt noch drei Mal anhalten, weil dem das Herz ausgegangen ist", witzelt Lampe.

Die Insassen des Polos konnten in der Zwischenzeit aus ihrem Wagen herausgeschnitten werden. Auch die jungen Männer im Golf sind befreit. Nur der Fahrer sitzt noch eingesperrt in dem verbeulten Blech. Ein Kran muss anrücken. Dieser hebt den Golf an, und um 20.10 Uhr ist dann auch der letzte befreit.

Eine gute Stunde haben die Männer und Frauen von der Feuerwehr, dem DRK und den Johannitern gebraucht. "Ein gutes Ergebnis. Es hat alles gut parallel funktioniert, wie ein Uhrwerk", sagt Nießen zufrieden.

Jetzt stehen noch die weitere Versorgung der Verletzten an, der Abtransport in die Krankenhäuser der Nähe und der Abbau des Rettungsplatzes. Auch das funktioniert. Um kurz vor zehn verlässt der letzte Wagen die Günhovener Straße.

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