Telefone laufen heiß, und die DLRG fürchtet verheerende Folgen.

Mönchengladbach. Haushaltssanierungsplan (HSP), Stärkungspakt, Sparliste – Begriffe, die nur eins bedeuten: Damit die Stadt von ihren horrenden Schulden herunterkommt, muss gespart werden. Und das vor allem auf dem Rücken der Bürger, die WZ berichtete.

Bei Stadt und Parteien laufen wegen der geplanten Rotstift-Aktionen die Telefone heiß. Vereine beschweren sich, Wähler ebenso. Schließlich sollen sie höhere Gebühren, Steuern und Eintrittsgelder (z.B. für Museen) zahlen.

Und Vereinen drohen geringere Zuschüsse sowie Nutzungsentgelte für Bäder, Sportplätze und Turnhallen. Georg Burghart, Bezirksleiter des DLRG, ist in heller Aufregung. Eine Gebühr zu entrichten, sei für viele Vereine sehr schwierig bis unmöglich. Burghart befürchtet, dass gerade kleine Vereine den finanziellen Mehraufwand nicht stemmen könnten.

Kinder wären besonders betroffen

Eine andere Möglichkeit, als die zusätzlichen Belastungen über eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrags aufzubringen, sieht er nicht. 2500 Mitglieder zählen die vier DLRG-Gruppen in Gladbach, darunter sind 40 Prozent Kinder von Sozialhilfeempfängern. Derzeit zahlen Kinder 28 Euro im Jahr und Erwachsene 33.

Im Gegenzug gibt es Schwimmkurse gegen eine geringe Gebühr. Ein höherer Mitgliedsbeitrag sei für viele nicht leistbar. Burgharts schlimmste Befürchtung ist ein Austritt der Mitglieder, die sich gestiegene Beiträge nicht leisten können. „Wir machen das alles gerne ehrenamtlich“, sagt er, „aber wenn man jetzt zusehen muss, wie alles kaputt gemacht wird, macht mich das traurig“.

Burghart: Wir brauchen die Wasserflächen

Die SPD bittet um Anregungen zum Sparpaket: www.fraktion-spd-mg.de. Am 31. August plant sie eine Inforunde. Zum selben Thema lädt die FDP ein: 23. August, 19.30 Uhr, Haus Erholung.

Beim Stärkungspakt erhält die Stadt bis 2021 gut 300 Millionen Euro Zuschüsse vom Land, parallel muss sie bis dahin insgesamt knapp 53 Millionen Euro sparen.

Die DLRG werde von der Stadt zu den typischen Sportvereinen gezählt. „Wir sind aber eine Rettungsorganisation“, erklärt Burghart. „Wir bilden Rettungsschwimmer aus.“ Er stellt die Frage: „Müssen Polizei oder Feuerwehr Nutzungsgebühren zahlen?“

Die DLRG sei anders aufgestellt als typische Sportvereine. „Wir brauchen die Wasserflächen, um ausbilden zu können.“

Was Burghart wurmt: Die DLRG müsse in den Freibädern der NEW schon jetzt 50 Euro pro Schwimmkurs zahlen – und das, obwohl es sich um kostenlose Kurse für die Kinder an Gladbachs Schulen handelt.

Nach WZ-Informationen ist u.a. ein Entgelt für Vereine von 1,50 Euro/Stunde je Sportstätte geplant.

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