Landesprojekt soll Förderschüler auf Arbeitsmarkt vorbereiten.

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Setzt sich für Förderschüler ein: Arbeitsminister Laumann.

Setzt sich für Förderschüler ein: Arbeitsminister Laumann.

dpa

Setzt sich für Förderschüler ein: Arbeitsminister Laumann.

Mönchengladbach. "Star" sei "keine Offensive gegen Behindertenwerkstätten", betonte der nordrhein-westfälische Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann. Vielmehr wolle man mit diesem Landesprojekt den Automatismus beenden, dass Jugendlichen mit einem Handikap beim Einstieg in das Berufsleben fast ausschließlich der Weg in die Werkstätten bleibe.

Mönchengladbach ist eine von vier Modellregionen

Schwerbehinderten Schulabgängern mit Potenzial sollen mit "Star" "mehr Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt ermöglicht werden", sagte Laumann anlässlich der Auftaktveranstaltung des Modellprogramms in der LVR-Förderschule in Rheindahlen. "Star" steht für "Schule trifft Arbeitswelt" und ist ein Programm des Landes NRW und der Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit.

Ziel ist es, Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf den Weg in die betriebliche Ausbildung und Beschäftigung zu erleichtern. In vier Modellregionen des Landes geht "Star" jetzt an den Start. Eine davon ist der Bezirk der Arbeitsagentur Mönchengladbach-Neuss. Auch LVR-Schuldezernent Michael Mertens sprach sich ausdrücklich für die Bedeutung der Werkstätten aus: "Sie bieten einen geschützten Rahmen, in dem behinderte Menschen sozialversicherungspflichtig arbeiten können." Das Projekt "Star" soll jedoch Alternativen aufzeigen: "Es greift da, wo es gilt, individuelle Möglichkeiten besser zu erkennen und zu fördern", so Mertens.

Und so funktioniert es: Bereits in der achten Klasse wird eine individuelle verbindliche Berufswegplanung angeboten, um die berufliche Integration zu verbessern. So genannten Fallmanager der von den Landschaftsverbänden getragenen Integrationsfachdienste arbeiten in Schulen mit Jugendlichen, Eltern und Lehrern eng zusammen. Gleichzeitig knüpfen sie Kontakte zu Betrieben: "Es geht darum, Netzwerke zu schaffen und bestehende Angebote zu koordinieren", erklärt Helga Seel vom LVR-Integrationsrat.

In Rheindahlen ist eine von insgesamt acht Mönchengladbacher Förderschulen, an denen rund 90 Schüler mit besonderem Förderbedarf jährlich ihren Schulabschluss machen. 68 Jugendliche mit körperlicher Behinderung und Lernbeeinträchtigung bis zur geistigen Behinderung besuchen zurzeit die Abschluss-Stufe der LVR-Förderschule: "Ganz wenige schaffen den Weg auf den ersten Arbeitsmarkt", weiß Schuleiter Winfried Seppelt aus Erfahrung. Nach der ersten Modellphase soll "Star" landesweit Praxis werden. Arbeits- und Sozialminister Laumann hofft, dass dadurch von den rund 36 000 Förderschülern des Landes fünf Prozent eine Chance haben, sich auf dem ersten Arbeitsmarkt zu etablieren.

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