Onjeschwedde nennt sich die Spezialität, die es nur im Spätsommer gibt.

Tradition
Mitarbeiterin Andrea Dülks verkauft das Brot in der Bäckerei Bähren.

Mitarbeiterin Andrea Dülks verkauft das Brot in der Bäckerei Bähren.

Knappe

Mitarbeiterin Andrea Dülks verkauft das Brot in der Bäckerei Bähren.

Mönchengladbach. Mit dem Spätsommer beginnt in Mönchengladbach die Saison für eine ganze besondere Spezialität: das Onjeschwedde. Das Brot, das vom Aussehen her an Stuten erinnert, stammt ursprünglich aus Rheydt und Wickrath.

Heutzutage wird es nur noch in wenigen Bäckereien angeboten. Eine davon ist die Bäckerei Bähren in Wickrath. Seit Anfang August wird das Brot hier verkauft. Ende der Woche endet die Saison für Onjeschwedde. Danach kann das Brot aber noch bestellt werden.

Neben Weizen- und Roggenmehl enthält das Brot Korinthen und Anis

Dass die Spezialität nur für kurze Zeit erhältlich ist, hat mit ihrer Herstellung zu tun. Denn für Onjeschwedde wird Getreide unmittelbar nach der Ernte verwendet. „Das Brot wird aus frischem, nicht abgelagertem Mehl gemacht“, erklärt Axel Bähren, Inhaber der gleichnamigen Bäckerei.

Genau daher leitet sich auch der Name ab. Onjeschwedde, oder auch Ongeschwedde, bedeutet so viel wie „ungeschwitzt“. Beim Mehl, das eingelagert wird, spricht man nämlich vom Schwitzen. Aber es ist nicht nur das frische Mehl, das das Brot zur Spezialität macht. „Onjeschwedde enthält auch besondere Zutaten, die es in dieser Zusammenstellung in keinem anderen Brot gibt“, sagt Bähren.

Neben Weizen- und Roggenmehl sind das unter anderem Korinthen und Anis. „Hinzukommt, dass wir zwei Weizenmehl-Sorten und hochwertiges Roggenmehl verwenden“, so Bähren.

Onjeschwedde kann mit Leberwurst, Apfelmus oder pur gegessen werden

Womit man Onjeschwedde bestreichen sollte, darüber streiten sich übrigens die Geschmäcker. „Ich bevorzuge Leberwurst“, sagt Bähren. Viele würden es aber auch mit Rübenkraut, Apfelmus oder pur essen.

Henny Scholz, Geschäftsführerin des Heimatvereins Odenkirchen und Onjeschwedde-Liebhaberin, hat allerdings noch einen wichtigen Rat: „Als Frau sollte man, wenn man davon gegessen hat, abends nichts mehr vorhaben. In ein enges Kleid passt man dann nämlich nicht mehr, weil das Brot im Magen noch weiter aufgeht.“ cwe

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