In nichtöffentlicher Sitzung wurde ein Aachener Büro beauftragt, das große Areal „marktreif“ zu machen.

Auf diesem Bild herrscht noch Action auf der Trabrennbahn an der Niers.
Auf diesem Bild herrscht noch Action auf der Trabrennbahn an der Niers.

Auf diesem Bild herrscht noch Action auf der Trabrennbahn an der Niers.

Archiv

Auf diesem Bild herrscht noch Action auf der Trabrennbahn an der Niers.

Mönchengladbach. Der Dauerregen hat der Trabrennbahn arg zugesetzt. Ganze Seenlandschaften haben sich vor allem inmitten des schweren Geläufs gebildet – Pferde waten durch das Wasser. Das triste Bild entspricht einem Auslaufmodell, zumal Stadt und große Teile der Politik – hier vor allem die FDP – aus dem betagten Pferdesport-Zentrum ein Gewerbegebiet machen wollen. Einen größeren Investor gibt’s schon.

Was passiert jetzt?

Nichtöffentlich erteilte der Vergabeausschuss der Stadt an „3D Architekten und Stadtplaner“ in Aachen den Auftrag, für das rund 150 000 Quadratmeter große Areal ein kommunales Gewerbegebiet zu entwickeln. Dafür kassiert das Büro gut 57 000 Euro. Die Gesamtkosten für den „Bebauungsplan Trabrennbahn“ betragen angeblich 460 000 Euro. In 2012 sollen die Aachener Ergebnisse vorlegen.

Wie ist die Situation?

Nach der Pleite des Rheinischen Rennvereins zur Förderung der Traberzucht e.V. 2005 bemüht sich der mittlerweile zweite Nachfolgeverein mit Vorsitzendem Werner Pietsch um einen einigermaßen florierenden Rennbetrieb. 2011 habe man Wetteinbußen hinnehmen müssen. 2009 betrug der Wettumsatz Vereinsangaben zufolge 1,8 Millionen Euro. Derzeit lässt man das Geläuf erneuern. Kosten für den Verein: 10 000 Euro.

Der Erbbaurechtsvertrag zwischen Stadt bzw. Stadttochter EWMG und der Traber-Gemeinde ist längst erloschen. Er ermöglichte die Nutzung von Gebäuden wie Stallungen und Piste. Das Papier wird nun automatisch um ein Jahr verlängert. Sollte die Stadt kündigen wollen, müsste sie das bis 31. März tun, dann liefen die Pferde samt Sulky ab Oktober 2012 nicht mehr. Derzeit bezahlt der Verein für die Nutzung einen symbolischen Kleinstbetrag, Nebenkosten trägt er selbst, Pacht an die Stadt zahlt er schon lange nicht mehr.

„An Trabrennbahn nicht länger festhalten.“

OB Norbert Bude

„Aus wirtschaftlichen Gründen soll und kann an der Trabernutzung nicht länger festgehalten werden“, schreibt die Stadtspitze um OB Norbert Bude (SPD) in Stellungnahmen an die Politik.

Hauptgebäude, Piste, Stallungen usw. gehören der Stadt. Der Krefelder Insolvenzverwalter verklagte die Stadt auf die Zahlung von damals 1,21 Millionen Euro. Er vertritt den Pleite-Verein.

Offenbar setzt sich Bude beim nun angeleierten Verfahren über Vorgaben des Stadtrates hinweg, für die Trabrennbahn ein ökologisches Gutachten erstellen und vom Ergebnis das weitere Verfahren (Bebauungsplan etc.) abhängig zu machen.

Naturschützer sprechen von wertvollen Biotopen am Flughafen. Fauna und Flora müssten geschützt werden. Traber-Chef Werner Pietsch ist skeptisch: Auf dem Areal an der A 44 stehe das Grundwasser hoch, außerdem berichteten ältere Gladbacher, dass nach dem Zweiten Weltkrieg dort „große Mengen“ Bauschutt vergraben wurden.

Lohnen sich Investitionen?

Für Pietsch lohnen sich die Investitionen nicht. Die Fläche – Sumpfgebiet – müsste über Drainagen entwässert werden. Hinzu kämen die Altlasten. Außerdem würde die „Sportstadt MG“ um eine Attraktion ärmer. Der seit 1893 betriebene Trabersport habe in Mönchengladbach eine Daseinsberechtigung, so Pietsch.

Die FDP sieht das anders

Gerade die FDP, aber auch EWMG-Chef Uli Schückhaus wollen den (Bahn)-Komplex vermarkten. Anno Jansen-Winkeln, FDP-Fraktionschef, schwebt vor, die Trabrennbahn in Flächen von 30 000 bis 40 000 Quadratmeter aufzuteilen. Und nicht nur er schielt auf den „toten“ Flughafen samt freier Grundstücke. Trabrennbahn und Flughafen – nach Güdderath der zweite Regio-Park?

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