Nach jahrelangem Tauziehen wird Gladbachs Hauptbahnhof ab Mai für über sechs Millionen Euro renoviert.

Mönchengladbach. Es hat Zeiten gegeben, in denen der Mönchengladbacher Hauptbahnhof für eine Filmproduktion als Prototyp eines verdreckten und heruntergekommenen Bahnhofsgebäudes herhalten musste.

Dies soll nun endgültig der Vergangenheit angehören: Seit Donnerstag steht nach jahrelangem Tauziehen fest, dass das 1851 gebaute Gebäude ab Mai innerhalb von rund zweieinhalb Jahren für mehr als sechs Millionen Euro saniert wird.

Die Modernisierung erfolgt in drei Abschnitten: Im ersten Abschnitt wird der Bahnhof brandschutztechnisch auf den neuesten Stand gebracht. Dazu wird eine Brandmeldeanlage eingebaut, die Zwischendecke entfernt und die Rundbogenfenster an den beiden Haupteingängen erneuert und mit Rauchschutzklappen versehen.

In einem zweiten Schritt wird das Ladenkonzept des Gebäudes den modernen Erfordernissen angepasst. Ziel der Aktion ist laut Elmar Heinrichs vom Bahnhofsmanagement der Deutschen Bahn "ein neuer Branchenmix zur Versorgung der Reisenden mit Buchhandel, Bäckerei und Gastronomie".

Konkret heißt das: Die Bäckerei bleibt, erhält aber eine neue Front, das Reisezentrum wird verkleinert, die frühere Toilettenanlage am Tunnel wird erneuert und wieder in Betrieb genommen. Im Bereich der früheren Gaststätte "Dampflok"soll sich der Bereich Buch und Presse ansiedeln, der seinen bisherigen Standort in der Mitte der Bahnhofshalle aufgibt. Dieser Glaskasten soll verschwinden.

Die Empfangshalle soll wieder in ihren Urzustand versetzt werden

Mai bis Juli/August 2009: Brandschutz.

Drittes Quartal (Juli bis August) 2009 bis Ende 2010: Neues Ladenkonzept mit Systemgastronomie und Sanierung der Toiletten.

Ab 2011: Erneuerung der Innen- und Außenfassade und des Fußbodens.

Derzeit zählt der Gladbacher Hauptbahnhof täglich 27000 Fahrgäste.

"Die Halle wird wieder in den Zustand der Gründerzeit versetzt", sagt Heinrichs. Zudem soll eine Systemgastronomie (etwa Burger King oder Mc Donalds) in den Bahnhof einziehen. Der Baubeginn für den zweiten Abschnitt ist im dritten Quartal 2009 geplant, mit der Fertigstellung wird ein Jahr später gerechnet.

Im Rahmen des Umbaus wird der - von außen gesehen - linke Ausgang zum Busbahnhof ZOB geschlossen. Das Regendach dort wird nicht mehr gebraucht. Für den großen Hauptausgang - von außen gesehen rechts - soll es laut Oberbürgermeister Norbert Bude dann ein Regendach in "einer etwas filigraneren Version als bisher" geben. Dazu befinde man sich in Gesprächen mit der NVV.

2011 soll der dritte Abschnitt der Modernisierung des Bahnhofs erfolgen. Hierbei werden Innen- und Außenfassade, Fenster, Beleuchtung und Fußboden erneuert.

Allein die Investitionen für die ersten beiden Bauabschnitte belaufen sich auf rund drei Millionen Euro, die Kosten für Abschnitt drei liegen laut Norbert Bude "deutlich darüber". Jedoch will die Stadt hierfür auf Fördermittel des Landes zugreifen. An den Planungskosten beteiligt sich die Stadt mit 56250 Euro.

Der Bahnhof in Rheydt wird hingegen nicht saniert. "Es ist zur Zeit nichts geplant", sagt Heinrichs. Bude erklärt, die Verwaltung habe Pläne für eine Sanierung oder einen Totalabriss mit Neubau erstellt, die sie Investoren schmackhaft machen wolle.

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