Insgesamt vier Brücken werden ab 2018 saniert. Für die Fahrgäste bedeutet das umgeleitete Züge und Ersatzverkehr.

Insgesamt vier Brücken werden ab 2018 saniert. Für die Fahrgäste bedeutet das umgeleitete Züge und Ersatzverkehr.
Die Brücke an der Krefelder Straße ist etwa 90 Jahre alt.

Die Brücke an der Krefelder Straße ist etwa 90 Jahre alt.

Detlef Ilgner

Die Brücke an der Krefelder Straße ist etwa 90 Jahre alt.

Die Eisenbahnbrücken in der Stadt sind in einem schlechten Zustand, das weiß auch die Deutsche Bahn. Vier von ihnen sollen in den kommenden zwei Jahren komplett neu gebaut werden. Die Bahn bestätigte, dass die Plangenehmigungsverfahren beim Eisenbahnbundesamt bereits laufen. Konkret handelt es sich dabei um die Brücken an der Krefelder Straße, an der Kabelstraße, an der Dahlener Straße und an der Graf-Haeseler-Straße. Dabei werden auch Sperrungen von Gleisen notwendig, Züge müssen umgeleitet oder unterbrochen werden. Schienenersatzverkehr werde dann eingerichtet, sagte eine Bahnsprecherin. „Wir werden darüber rechtzeitig informieren.“

Als Erstes ist die Eisenbahnbrücke an der Krefelder Straße dran. Dort stellten die Prüfer der Bahn bei der letzten Regelbegutachtung eine „erhebliche Verschlechterung des vorhandenen Zustandes“ fest, wie es in einer Bitte um eine Stellungnahme der Bahn an die Stadt heißt. Dies sei bei kleineren Bohrungen aufgefallen, so die Bahn. Eine Gefahr bestehe nicht, dennoch muss das Brückenbauwerk komplett neu gebaut werden. Die Brücke ist rund 90 Jahre alt, die Schäden sind seit 2014 bekannt, wie aus einer Antwort der Bundesregierung an die Bundestagsfraktion der Grünen hervorgeht. Baubeginn soll voraussichtlich Mitte 2018 sein. Die Brücke wird von den Zügen RE 42 (über Krefeld und Essen nach Münster), RE 13 (über Viersen nach Venlo), RB 33 (über Viersen und Krefeld nach Duisburg) und RB 35 (über Viersen, Krefeld, Duisburg nach Wesel) befahren.

Straßensperrungen müssen verhindert werden, fordert die Stadt

Die anderen drei Brücken liegen auf einer Linie, die nur von Güterzügen genutzt wird. Dennoch kann es zu Umstellungen im Fahrplan kommen, wenn die Brücken voraussichtlich ab dem Jahr 2019 neu gebaut werden. Alle drei Bauwerke sind ebenfalls bereits etwa 90 Jahre alt und vom Bund in die schlechte Zustandkategorie 4 eingestuft. Alle drei werden zeitgleich umgebaut, um die Sperrung nicht zu lange aufrecht zu halten. Die Kosten liegen dort pro Brücke bei rund 1,7 Millionen Euro. In allen Fällen soll es aber nicht zu Straßensperrungen kommen, so die Anforderung der Stadt.

Zuletzt war bereits bekannt geworden, dass die Bahn auch den Ausbau des Wickrather Bahnhofes plant. „Der Baubeginn ist dort für 2018 vorgesehen“, sagte eine Bahnsprecherin. Wegeführung, Bahnsteigausstattung, Länge und Höhe der Bahnsteige und eine Treppenanlage zur Trompeterallee werden dort neu gebaut. Die Stadt, die vom Eisenbahnbundesamt um Stellungnahme gebeten wurde, hat keine Einwände gegen die Pläne: „Die Bauvorhaben werden positiv bewertet, da die Qualität des Bahnhaltepunktes Wickrath sowie der Bahnüberführungen nachhaltig verbessert wird.“

Der Bericht der Bundesregierung nennt aber noch weitere Brücken in der Stadt mit Mängeln. Die Brücke am Rönneterweg hat gravierende Mängel, die an der Korschenbroicher Straße und die an der Theodor-Heuss-Straße ebenfalls – genauso wie die Brücke an der Wickrather Straße. In allen Fällen seien die Schäden bereits seit 2014 bekannt, so der Bericht aus dem Verkehrsministerium. Neue festgestellte Schäden gebe es an der Brücke Nähe Mongshof in Güdderath. Bundesweit, so der Bericht, sind über 1000 Brücken sanierungsbedürftig, in NRW sind es 40 Prozent aller Eisenbahnbrücken.

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