Nach zweijähriger Hängepartie ist die Zukunft gesichert.

Vera und Stephan Kamlowski sind die neuen Gesellschafter der AV Ausbildungsverbund Mönchengladbach GmbH, der ehemaligen Schlafhorst-Ausbildungswerkstatt. Diese geht vom Oerlikon-Konzern damit quasi in Familienhand über – Vera Kamlowski ist die Schwester von Ausbildungsleiter Frank Winkels. Bei der gestrigen symbolischen Schlüsselübergabe sprach sie von einer „Herzensangelegenheit“. Und davon, endlich Ruhe reinzubringen.

60 Kunden nutzen das Zentrum für derzeit 165 Auszubildende

Denn hinter Ausbildern, Auszubildenden und Kunden liegt eine zweijährige Hängepartie. Die skizzierte gestern Uwe Model, Personalleiter von Oerlikon Textile: „Viermal seit April 2013 waren wir kurz davor, den Verbund zu verkaufen, viermal scheiterten wir.“ Ob Saurer-Schlafhorst in Übach-Palenberg oder Oerlikon in Remscheid: Alle waren sich einig, dass im Verbund großartige Arbeit geleistet wird, man es aber keinem Azubi zumuten kann, aus Übach-Palenberg oder Remscheid dorthin zu pendeln. Also musste der Verbund verkauft werden. Das ist gelungen. Die mehr als 60 Kunden, die 165 Auszubildenden sowie die Ausbilder können endlich aufatmen.

Als der Verbund 1994/95 gegründet wurde, geschah dies aus der Not heraus: Schlafhorst baute Personal ab, und die Zahl der Azubis war prozentual an die Mitarbeiterzahl gekoppelt. Lutz Wächter, damaliger Ausbildungsleiter, erinnerte sich gestern: „Es wäre eine Schande gewesen, die Werkstätten und die hoch qualifizierten Ausbilder nicht mehr zu nutzen.“ Also kam die Idee auf, die Werkstätten auch für andere Firmen zu öffnen. Beizeiten kamen die Bereiche Umschulung und Fortbildung hinzu.

Auch Wächters Nachfolger Frank Winkels begrüßt die Weiterführung des Schlafhorst-Vermächtnisses. Die Kamlowskis – Stephan Kamlowski betreibt als Rentenberater und Rechtsbeistand zwei Standorte in Gladbach und Neuss – wollen gemeinsam mit Winkels das Familiäre künftig noch stärker betonen. „Wir wollen in neue Berufe reingehen, mehr in die Schulen gehen, hier Meister rausgehen lassen“, sagte Vera Kamlowski.

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