Die Belegschaft ist empört über einen möglichen Verkauf – das koste viele Jobs, fürchtet sie.

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Die Gladbacher Areva-Zentrale an der Rheinstraße gegenüber dem städtischen Straßenverkehrsamt: Mitarbeiter fürchten im Falle des Verkaufs um ihre Jobs.

Die Gladbacher Areva-Zentrale an der Rheinstraße gegenüber dem städtischen Straßenverkehrsamt: Mitarbeiter fürchten im Falle des Verkaufs um ihre Jobs.

Host Siemes

Die Gladbacher Areva-Zentrale an der Rheinstraße gegenüber dem städtischen Straßenverkehrsamt: Mitarbeiter fürchten im Falle des Verkaufs um ihre Jobs.

"Die Politik soll wissen, dass es nicht nur Opel gibt. Auch bei uns stehen 3100 Jobs auf der Kippe", empört sich Falk Hoinkis. Hoinkis ist Betriebsratschef beim Transformatorenbauer Areva GmbH an der Rheinstraße 73. Die, wie es der Arbeitnehmervertreter formuliert, super laufende Firma gehört zur Areva T&D mit Standorten in Regensburg, Kassel, Ludwigslust und Gladbach. 3100 Mitarbeiter gehören zur Sparte T&D, sie stellen unter anderem Schaltanlagen her, in Gladbach mit seinen gut 400 Mitarbeitern laufen voluminöse Transformatoren vom Band.

Werden zahlreiche Arbeitsplätze zerstört?

Weil der französische Mutterkonzern - der Staat ist Hauptaktionär - T&D loswerden wolle, schrillen nicht nur beim Betriebsrat die Alarmglocken. Die Gladbacher Mannschaft sei über den von den Franzosen angestrengten Verkauf und die "für sie schlimmen Folgen" höchst besorgt, sagt Hoinkis. Er hat erst vor wenigen Tagen an der Sitzung des Europäischen Betriebsrates von Areva teilgenommen.

Hier war der Verkauf, von dem man sich vier bis fünf Milliarden Euro verspreche, das beherrschende Thema. Nach Hoinkis’ Informationen sind als mögliche Käufer General Electric, Toshiba und Alstom/Schneider im Gespräch. Alle drei berücksichtigten nicht die sozialen Belange der Arbeitnehmer. Ein Jobverlust "größeren Ausmaßes" sei zudem die Folge. Hoinkis: "Das ist für uns nicht akzeptabel."

Würde Areva das Angebot von Alstom/Schneider annehmen, würden die meisten Arbeitsplätze in Deutschland zerstört, fürchtet der Europa-Betriebsrat von Areva. "Frankreich lässt Europa im Stich", sagt Maureen Kearney für die Areva-Arbeitnehmer in Europa. Kearney: "Auf jeden Fall werden alle europäischen Arbeitnehmervertreter, das sind immerhin mehr als 15.000, von Areva geschlossen und solidarisch bis zum Schluss für den Erhalt von T&D in der Areva weiterkämpfen."

Für Hoinkis ist der von Paris mit Nachdruck verfolgte Ausverkauf "industriell abwegig und führt zu einer Verschleuderung von Finanzmitteln". Nicht nur Areva Deutschland mache Gewinne.

Offenbar hat sich der Areva-Konzern, Sparte Nuclear Power, beim Vorzeige-Kernkraftwerk im finnischen Olkiluoto verzockt. Das wird jedenfalls im Europa-Betriebsrat gemutmaßt.

Der Tenor hier: T&D solle hauptsächlich verkauft werden, um die immensen Verlusten im Kernkraft-Geschäft abzudecken.

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