Die Fläche vor den Arcaden soll neu gestaltet werden. Bei der Bürgerbeteiligung schlug den Planern Unmut entgegen.

umbau
Der Platz soll zwischen den Mönchengladbach Arcaden, dem Sonnenhaus (hinten), dem Hans-Jonas-Park und dem Step (rechts hinten den Bäumen) entstehen. Das Vis-A-Vis (links, graue Fassade) ist nur provisorisch und wird wieder abgerissen.

Der Platz soll zwischen den Mönchengladbach Arcaden, dem Sonnenhaus (hinten), dem Hans-Jonas-Park und dem Step (rechts hinten den Bäumen) entstehen. Das Vis-A-Vis (links, graue Fassade) ist nur provisorisch und wird wieder abgerissen.

Jörg Knappe

Der Platz soll zwischen den Mönchengladbach Arcaden, dem Sonnenhaus (hinten), dem Hans-Jonas-Park und dem Step (rechts hinten den Bäumen) entstehen. Das Vis-A-Vis (links, graue Fassade) ist nur provisorisch und wird wieder abgerissen.

Mönchengladbach. Es ist die wahrscheinlich früheste Bürgerbeteiligung, die es bei einer Planung in Mönchengladbach jemals gegeben hat. Und doch wurden die Organisatoren dafür zunächst nicht belohnt. Beim Thema „Umgestaltung des Sonnenhausplatzes“ pfiff den Gestaltern auf der Bühne des Jugendzentrums Step am Donnerstagabend zunächst der Wind um die Ohren.

„Wie soll sich ein Kreativbüro Gedanken machen, wenn nicht klar ist, ob es ein sechsgeschossiges Gebäude geben wird?“
Zuhörer bei der Bürgerbeteiligung

Von „Alibiveranstaltung“ sprachen Zuhörer, von zu viel Orientierung am Konsum und bedenklicher Verkehrsplanung redeten einige der rund 150 Bürger. Sie waren gekommen, um sich über den geplanten Architekten-Wettbewerb auf dem Areal zwischen dem zukünftigen Eingang des Einkaufszentrums „Mönchengladbach Arcaden“ an der Hindenburgstraße, dem Sonnenhaus, dem Step, der Rückseite des Haus Berggarten (VHS) und dem Haus Erholung zu informieren, das den kompletten Hans-Jonas-Park mit einschließt.

Architektur-, Landschaftsplanungs- und Stadtplanungs-Büros sind aufgerufen, sich etwas einfallen zu lassen, wie Platz-, Straßen- und Grünflächen aussehen könnten. Aus den Ergebnissen wollen die Stadtplaner schöpfen. Zuvor wollten Vertreter der Stadt als Ausloberin des Wettbewerbs und der Betreuer dieses Projekts, der Architekt Christian Jürgensmann, jedoch Anregungen, Wünsche und Sorgen der Bürger rund um die Umgestaltung der 11 000 Quadratmeter großen Fläche hören. Doch zunächst gab es Schimpfkanonaden. Manche der Besucher fühlten sich getäuscht.

Im Masterplan ist ein Komplex neben dem Step festgehalten

Das größte Problem: der Masterplan. „Wie soll sich ein Kreativbüro ernsthaft Gedanken machen, wenn nicht klar ist, ob es ein sechsgeschossiges Gebäude auf der Fläche geben wird?“, wetterte einer der Zuhörer. Gemeint ist ein im vom Verein MG 3.0 erarbeiteten Masterplan festgehaltener Komplex gegenüber vom Sonnenhaus, am Fuß des Abteibergs, neben dem Step. Immer wieder betonten die Veranstalter, dass es dafür keinen Bebauungsplan gibt.

Gegenüber der WZ sagte Stadtplaner Torsten Stamm, dass es sich beim Masterplan um „einen Diskussionsbeitrag“ handele. Er könne sich nicht vorstellen, dass man die Einzigartigkeit des Platzes „mit einem Gebäude verstellen wird“. „So schön kann das Gebäude gar nicht sein“. Das Besondere an dem Platz sei die Verbindung der Fußgängerzone mit einem Park. So etwas gebe es sehr selten in Deutschland.

Das Teilnehmerfeld wird auf 20 Büros beschränkt. Fünf will die Stadt selbst setzen. Bei mehr als 15 Bewerbern „von außen“ entscheidet das Los.

Für die Preise und Anerkennungen stehen 50 000 Euro zur Verfügung. Abgabe ist im Mai. Das Preisgericht entscheidet am 4. Juni dieses Jahres.

Für die Umgestaltung von Platz, Straßen und Grün stehen 1,3 Millionen Euro bereit.

Für die vorgezogene Bürgerbeteiligung wurde die Arbeit am Bebauungsplan gestoppt, um den Wettbewerb starten zu können, seine Ergebnisse einfließen zu lassen und entsprechendes Baurecht schnell umsetzen zu können.

Die Beiträge, Wünsche und Ideen der Bürger kanalisierten sich dann am Ende doch, wie geplant, in Form von gelben Zetteln an Stellwänden zu Themen wie Verkehrswegen, Attraktionen, Ausstattung. Aus rund 180 Anregungen können die Wettbewerbs-Teilnehmer demnächst schöpfen.

Bürger-Vorschläge: Tanzflächen und Außengastronomie

„In der Breite und Tiefe hätten wir als Stadtplaner uns das selbst nicht ausdenken können“, urteilte Stamm. Für Wettbewerber werde es ein „Balance-Akt des Gestaltens auf der einen Seite und des Raumlassens auf der anderen Seite“. Außengastronomie, Sportmöglichkeiten oder sogar Tanzflächen regten die Bürger an. „Es wird die Kunst sein, das auf einem beschränkten Platz zu bieten“, so Stamm.

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