Schüler entwickelten mit dem Berufskolleg das Projekt „Alk macht hohl“.

Viersen. Das gern zitierte Sprichwort, es brauche ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen, hält der Erste Beigeordnete der Stadt Viersen, Dr. Paul Schrömbges, mit Blick auf Karneval für zutreffend. „Hier ist es in der Tat so. Eltern, Jugendamt, Suchtberatung, Polizei, DRK, Schulen und Ordnungsamt, sie alle arbeiten zusammen, um den Umgang mit Alkohol nicht ausufern zu lassen“, sagt Schrömbges. Die Erziehung im Umgang mit Rauschmitteln, wozu Alkohol gehört, obliege zwar in erster Linie den Eltern, aber „wenn es sich um öffentlichen Raum dreht, und dazu gehört zum Beispiel der Alte Markt in Dülken, dann wird es auch zu einer öffentlichen Angelegenheit.“

Alkoholprävention zeigt gute Erfolge

Seit Jahren ist die Fachstelle Kinder- und Jugendschutz der Stadt in der Alkoholprävention mit der Unterstützung von Kooperationspartnern aktiv. Und das mit Erfolg, wie Jugendamtsleiter Paul Fülbier und Jugendschutzbeauftragte Susanne Rosen meinen. Die Fallzahlen, bezogen auf den Altweiberdonnerstag am Alten Markt in Dülken sprechen für sich: Waren es 2012 27 Jugendliche unter 18 Jahren, die in der dortigen Jugendschutzstelle aufgrund übermäßigen Alkoholgenusses behandelt werden mussten, versorgte die Jugendschutzstelle im vergangenen als auch in diesem Jahr 16 Jugendliche.

Die Präventionsarbeit der Stadt findet nicht nur an Karneval statt, sondern sie beginnt viel früher. Für das Projekt „Alk macht hohl“ entwickelten Schüler gemeinsam mit dem Berufskolleg Viersen ein Informationsangebot für Achtklässler, das über die Risiken des Alkoholkonsums aufklärt.

„Wenn junge Leute mit jungen Leuten über das Thema Alkohol reden, aufklären und erzählen, was alles durch übermäßigen Alkoholkonsum passieren kann, dann bringt das viel mehr“, weiß Fülbier aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre. Mit dem Angebot werden alle weiterführenden Schulen erreicht. „Die Eltern haben auch die Möglichkeit, sich jederzeit an die Fachstelle für Kinder- und Jugendschutz zu wenden, wenn sie Fragen haben oder Tipps benötigen“, betont Rosen.

Elterninformationsabende zum Thema Alkoholprävention, die von der Suchtberatungsstelle Kontakt-Rat-Hilfe geleitet werden, gehören ebenfalls zu den präventiven Maßnahmen.

Polizei greift erst ein, wenn es nicht mehr anders geht

An Karneval selbst greift ein engmaschiges Netz, das Fülbier als Zwiebelprinzip beschreibt: Die Teams des Jugendamtes stehen als Ansprechpartner zur Seite, das Ordnungsamt schreitet ein, wenn es trotz Mahnungen Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz gibt. Die Polizei greift dann ein, wenn es nicht mehr anders geht.

„Wir bieten den Jugendlichen die Jugendschutzstelle an, wo die Suchtberatung und das DRK mit zum Team gehören. Hier ist eine medizinische Erstversorgung möglich und wir nehmen Kontakt zu den Eltern auf“, erläutert Rosen. Präventionsmaßnahmen, Angebote vor Ort und die Kooperation der Einrichtungen zeigten Wirkung. Fülbier fühlt sich bestärkt. „Wir machen mit diesem Grundkonzept weiter, weil es sich aus unserer Sicht bewährt“, sagt er.

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