Stadtfirma will die Königstraße 151 verlassen – aus Kostengründen.

Mönchengladbach. Die Sozialholding der Stadt will ihre gemietete Zentrale an der Rheydter Königstraße 151 verlassen und in einen eigenen Neubau an der Rheinstraße umziehen. Das hat der politisch besetzte Aufsichtsrat der Holding mit der Vorsitzenden Angela Tillmann (SPD) beschlossen. In einer Sondersitzung mit nur diesem Thema. Offizielle Stellungnahmen gibt es nicht, auch nicht vom Geschäftsführer der Sozialholding, Helmut Wallrafen-Dreisow. Der verwies auf den „nichtöffentlichen Charakter“ der Sitzung.

Nach WZ-Informationen ist das Millionen-Vorhaben umstritten. Mehrere Politiker hatten darauf gedrängt, dass die Verwaltung der Stadtfirma an der Königstraße bleibt und den 2000 Nutzungs-Quadratmeter großen Komplex von der Stadt-Wohnungsbaugesellschaft GWSG erwirbt. Die wiederum musste auf politischen Druck die Immobilie vom Bauherren Jessen der CDU-Brüder Bücker kaufen.

Bekam FDP-Politiker keine Einladung?

Angeblich hatte der FDP-Vertreter keine Einladung zu der Sondersitzung erhalten. In der soll Wallrafen-Dreisow die Kritik zurückgewiesen haben. Rund 300 Quadratmeter stünden an der Königstraße leer. Heizkosten und Miete (an die GWSG) seien „beträchtlich“.

In der Sitzung, sagen Teilnehmer, habe Wallrafen-Dreisow eingehend über das Projekt informiert. Demnach werde die neue Holding-Verwaltung auf einen geplanten Altenheim-Neubau gesetzt. Der kostet knapp sieben Millionen Euro, bietet 80 Älteren auf zwei Etagen Platz. In die dritte zögen die über 40 Verwaltungsmitarbeiter. Wallrafen-Dreisow auch. Die „Etage Verwaltung“ würde rund zwei Millionen Euro kosten.

In der Nähe betreibt die Sozialholding bereits ihre Großküche. Gerüchte, der Neubau Altenheim plus Verwaltung werde von Jessen/Bücker gebaut, wurden nicht bestätigt. Wallrafen-Dreisow habe in der Sondersitzung erklärt, dass die Arbeiten europa-weit ausgeschrieben würden. Ausnahme Planung: die erledigte eine Jessen-Firma.

Billiger als das Miet-Objekt?

Sie ist Ansprechpartner für die städtischen Altenheime, beim Thema Altenpflege, bei beruflicher Bildung und Qualifizierung sowie bei Service-Fragen („Essen auf Rädern“, Wäsche-Dienst usw.).

Die städtische Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft (Berliner Platz) ist seit Jahren Eigentümerin der Königstraße 151. Sie hat nach dem Holding-Auszug ein Gebäude an der Backe, das nach Ansicht von Experten nur schwer vermietbar sei. Der jährliche Mieteinnahmeverlust wird auf über 200 000 Euro beziffert.

Er soll im Herbst 2014 fertiggestellt sein.

Im Herbst 2014 soll der Neubau an der Rheinstraße eröffnet werden. Er sei auf Dauer billiger als das Miet-Objekt Königstraße, habe Wallrafen-Dreisow mehrfach betont.

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