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Norbert Mayer rechnet mit Andrang beim Verwerter Lebig.

Norbert Mayer rechnet mit Andrang beim Verwerter Lebig.

Auch Herbert Bickel will für seinen alten Opel Abwrackprämie kassieren.

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Norbert Mayer rechnet mit Andrang beim Verwerter Lebig.

Mönchengladbach. "Ich habe noch nie soviel Schrott auf unserem Hof gesehen." Axel Dittges verkauft Autos beim Autohaus Mommerskamp an der Burggrafenstraße. Und er hat alle Hände voll zu tun. Die von der Bundesregierung beschlossene Abwrackprämie für Autos, die älter als neun Jahre sind, lockt viele Autofahrer mit ihren altgedienten und verbeulten Schätzchen zu den Händlern. 2500 Euro gibt es vom Staat, wenn das alte Gefährt gegen ein neues umweltfreundliches eingetauscht wird. "Zehn bis fünfzehn Anfragen sind es pro Tag. Die meisten interessieren sich für Kleinwagen im Preis-Bereich von 10000 Euro", sagt Dittgers.

Sein Kollege vom Autozentrum P&A an der Monschauer Straße, Filipe Oliveira, berichtet sogar von 40 bis 50 Abwrack-Kunden pro Tag.

Bei der Kfz-Zulassungsstelle steht das Telefon nicht still

Wie viele Wagen in Mönchengladbach für die Verschrottungs-Prämie überhaupt in Frage kommen, kann die Kfz-Zulassungsstelle der Stadt gar nicht sagen. Das herauszufinden, sei im laufenden Geschäft nicht möglich. Es würde Tage dauern, das zu ermitteln. Die Konjunktur-Maßnahme des Bundes strapaziert die Nerven der Mitarbeiter ohnehin. Denn das Telefon steht nicht mehr still. Wo, wann und wie kann man die Prämie beantragen? Und wer zahlt sie aus? (siehe Infokasten)

Wissensdurst, mit dem auch die Autohändler konfrontiert werden. Die für sie wichtigere Frage ist aber, was die Abwrackprämie für die Autoindustrie und die Händler wirklich bringt.

Nicht viel, lautet die Antwort der Verkäufer, zumindest nicht für deutsche Hersteller. "Das Ganze ist ein Strohfeuer. Auch wenn es ein bisschen Schwung ins Geschäft bringt", sagt Dittgers. Da nur kleine, billige Autos nachgefragt würden, profitierten vor allem asiatische und europäische Kleinwagen-Fabrikate. "Mercedes, BMW oder Audi haben wohl nicht viel davon, da sie im unteren Preissegment weniger anzubieten haben", sagt auch Oliveira.

Der Antrag auf die Abwrackprämie kann ab dem 27. Januar beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden

Die Prämie von 2500 Euro wird ausgezahlt, wenn ein mindestens neun Jahre altes Fahrzeug verschrottet und ein Neuwagen mit der Abgas-Norm Euro 4 zugelassen wird. Das neue Auto muss auf den Halter des verschrotteten Wagens zugelassen sein. Die Zulassungsdauer muss mindestens ein Jahr betragen, Jahreswagen sind in die Regelung also miteinbezogen. Der alte Wagen muss bis 31. Dezember 2009 verschrottet sein.

Ein Anrecht auf die Prämie besteht beim Autokauf ab dem 14. Januar. Die Prämien-Frist endet mit dem 31. Dezember.

Folgende Dokumente muss der Neuwagen-Käufer beim Bundesamt einreichen: Verschrottungsnachweis eines anerkannten Verwertungsbetriebes, Nachweis der Zulassung des alten und des neuen Wagens auf den Antragsteller.

gibt das Bundesamt unter der Telefon-Hotline 06196-908470 oder im Internet

Stützt die Abwrackprämie also nur die nicht-deutsche Autoindustrie? Ulrich Siegers, Verkäufer bei der Mercedes-Niederlassung Mönchengladbach, ist anderer Meinung: "Auch zu uns kommen vermehrt Kunden, die sich über die Abwrackprämie informieren wollen." Kompaktwagen wie die A-Klasse seien da schon gefragt, Oberklasse-Fahrzeuge dagegen weniger. "Wenn mehr Kunden in die Läden kommen, um sich schlau zu machen, ist das aber schließlich der erste Schritt zu einem Verkaufsgespräch." Siegers sieht die Abwrackprämie durchweg positiv.

Gewinner werden wohl auf jeden Fall die Autoverwerter sein. "Im Moment ist es chaotisch. Händler und Kunden belagern unser Telefon", sagt Monteur Norbert Mayer von der Autoverwertung Lebig. Ob sich das Geschäft mit dem Schrott wirklich lohnt, müsse man aber abwarten. "Das kommt darauf an, welche Autos reinkommen."

Auch Verkäufer Filipe Oliveira bleibt skeptisch: "Den Gewinn steigert die Prämie erst einmal nicht, weil es sowieso nur noch niedrigste Kampfpreise gibt."

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