Auch zwischen den Jahren sind die Arbeiter der Rheydter Abbruchfirma auf dem Gelände der alten Zeugdruckerei im Einsatz.

Auf dem gesperrten Gelände der Mülforter werden bereits Altlasten und verwertbares Material von der Abbruchfirma sortiert.
Auf dem gesperrten Gelände der Mülforter werden bereits Altlasten und verwertbares Material von der Abbruchfirma sortiert.

Auf dem gesperrten Gelände der Mülforter werden bereits Altlasten und verwertbares Material von der Abbruchfirma sortiert.

Auf dem gesperrten Gelände der Mülforter werden bereits Altlasten und verwertbares Material von der Abbruchfirma sortiert.

Jörg Knappe, Bild 1 von 2

Auf dem gesperrten Gelände der Mülforter werden bereits Altlasten und verwertbares Material von der Abbruchfirma sortiert.

Mönchengladbach. Das Gelände sieht aus wie eine Filmkulisse. Allerdings wie eine, in die kein Schauspieler seinen Fuß setzen würde. Denn es besteht Lebensgefahr. Die Mülforter Zeugdruckerei, jahrelang dem Verfall preisgegeben, wird abgerissen. Durch eingestürzte Mauern und offene Fensterhöhlen bietet sich ein Blick auf von Sprayern bemalte Wände, aus dem Fußboden wachsende Büsche und übrig gebliebene Möbelstücke.

Arbeiter stehen in ständigem Kontakt mit dem Statiker

Seit zwei Wochen sind die Abriss-Profis von Voß aus Rheydt mit dem Abbruch in den stark vom Einsturz bedrohten Hallen beschäftigt. „Wir können nur mit größter Vorsicht arbeiten und stehen in ständigem Kontakt zum Statiker“, erklärt Bauleiter Richard Strucken.

Das Pförtnerhaus am Eingang des Druckereigeländes ist schon abgerissen worden. Auf dem Hof stapelt sich das Material, das die Arbeiter bereits sortiert haben: Holzbalken, die meisten sind angekohlt. Denn bekanntlich hat es auf dem Gelände in den vergangenen zehn Jahren mindestens 35-mal gebrannt. Die alten Hallen waren immer mehr zum Sicherheitsrisiko geworden und der Stadt ein Dorn im Auge. Allerdings war sie machtlos, bis sie das Areal jetzt kaufen konnte.

Nun gibt es hier einiges an Arbeit. Auf einem Berg liegt asbesthaltiges Material. An anderen Stellen lagern Eisenträger oder Bleibleche. Eine alte Lore steht herum, wahrscheinlich war sie für Metalldiebe, die die Fabrik oft heimgesucht haben, zu unhandlich.

Die Ketterbagger des Abrissunternehmens fressen sich zuerst durch die alten Hallen entlang der Duvenstraße. „Das Mauerwerk ist hier extrem brüchig“, sagt der Bauleiter. Draußen warnen Schilder, dass schon beim Übersteigen der Mauern Lebensgefahr besteht. Dennoch waren hier häufig Jugendliche unterwegs, wie die großflächigen Graffiti an den Wänden eindrucksvoll belegen. Etwa 80 Prozent der einsturzgefährdeten Hallen sollen in den kommenden Monaten beseitigt werden.

Etwa vier Monate soll der Abbruch der Gebäude dauern

Bauleiter Strucken rechnet mit einer Abbruchzeit von etwa vier Monaten. Durch den maroden Zustand des Gebäudekomplexes lassen sich genauere Angaben zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht machen.

Stehen bleiben sollen fürs Erste die Bürogebäude, zwei Hallen und der eindrucksvolle, 70 Meter hohe Schornstein, der als standsicher gilt.

Eingeschlagene Fensterscheiben geben den Blick frei auf Büromöbel, aber auch auf Chemikalien-Kanister, abschreckend mit dem Totenkopf-Symbol bedruckt. Diese Kanister werden jedoch vermutlich nur einen kleinen Teil der Altlasten aus den Zeiten der Textilveredlung ausmachen, die auf dem Gelände vorhanden sind. Genaueres soll ein Gutachten klären, das zu 80 Prozent vom Land finanziert wird – also mit 192 000 Euro. Mit Bodenbohrung und Grundwasser-Tests will man den Grad der Verseuchung herausfinden.

Das rund 60 000 Quadratmeter große Gelände der Mülforter Zeugdruckerei steht seit 2002 leer. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Familienunternehmen Bresges-Speckmann – das auf 100 Jahre Firmengeschichte zurückblicken konnte – die Produktion eingestellt und war in Insolvenz gegangen. Auf dem nun von der EWMG erworbenen Gelände soll ein Gewerbepark für kleinere und mittlere Unternehmen entstehen.

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