Die Flötenlehrerin Brigitte Roth hat ihren Jahresurlaub in Quito verbracht.

FreiwilligenEinsatz
Brigitte Hoth hat in einem karitativen Krankenhaus in Quito, der Hauptstadt Ecuadors, gearbeitet.

Brigitte Hoth hat in einem karitativen Krankenhaus in Quito, der Hauptstadt Ecuadors, gearbeitet.

privat

Brigitte Hoth hat in einem karitativen Krankenhaus in Quito, der Hauptstadt Ecuadors, gearbeitet.

Mönchengladbach. Dass man Meerschweinchen essen kann, hätte sich Brigitte Hoth vor ihrer Reise niemals vorstellen können. Sie hat es ausprobiert und festgestellt: „Sie schmecken“.

In eine andere Kultur einzutauchen, umzudenken und eigene Vorurteile aufgeben zu müssen, seien die „größten Herausforderungen“ gewesen, denen sich die Querflötenlehrerin an der Mönchengladbacher Musikschule während ihres Aufenthalts in Ecuador habe stellen müssen.

Die gelernte Krankenschwester hat die Zeit nicht bereut

Die gelernte Krankenschwester hat im März und April für acht Wochen bei einer Familie in Quito gelebt und in der Hauptstadt des südamerikanischen Landes auf der chirurgischen Station eines Krankenhauses gearbeitet. Für dieses Abenteuer auf der vulkanischen Hochebene in 3000 Meter Höhe opferte sie ihren Jahresurlaub.

Brigitte Hoth hat es nicht bereut: „Es ist eine völlig andere Erfahrung, als wenn ich ein Land als Touristin bereise.“ Den Traum, etwas Nützliches zu tun und sich in einem armen Land gegen soziale Missstände einzusetzen, hegte sie schon lange. Lateinamerika war ihr Wunschziel, weil sie als Kind zehn Jahre dort gelebt hat und heute noch fließend Spanisch spricht.

Der Verein Experiment vermittelte Brigitte Hoth den Job in einem Non-profit-Unternehmen, das von Spenden des Lions Clubs lebt. „Obwohl es besser ausgestattet war als öffentliche Krankenhäuser, waren die hygienischen Zustände katastrophal“, erzählt die Heimkehrerin. Unwissenheit und Armut seien dafür verantwortlich.

So gab es auf ihrer Station nur ein Waschbecken, um darin medizinisches Besteck, Urinpfannen und Geschirr zu säubern. Auch auf den Straßen der Hauptstadt sei die Armut der Menschen überall spürbar. Überfälle und Gewalt gehörten zur Tagesordnung: „Das Leben ist stressig, weil du dich nie entspannen kannst“, beschreibt Brigitte Hoth eine Erfahrung ihrer Reise.

Genossen hat sie die große Gastfreundschaft der Menschen, obgleich sie schnell feststellen musste: „Hier hält sich bei Verabredungen niemand an Absprachen.“ Wieder war Anpassung gefragt: „Ich habe mich einfach auch nur noch an meine eigenen Pläne gehalten“, erzählt die Musikpädagogin und lacht.

Einen Einsatz in den nächsten Ferien hat Brigitte Hoth schon fest eingeplant: „Ich könnte mir vorstellen in einem Krankenhaus auszuhelfen, das in Ecuador auf dem Land aufgebaut wird.“

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