Das Prinzenpaar über die Session, die Krise, Disziplin und Schoko-Orden.

Kirsten, Marie und Holger Vits an der Küchen-Pinnwand mit Karnevalsbildern und -Terminen.
Kirsten, Marie und Holger Vits an der Küchen-Pinnwand mit Karnevalsbildern und -Terminen.

Kirsten, Marie und Holger Vits an der Küchen-Pinnwand mit Karnevalsbildern und -Terminen.

Jörg Knappe

Kirsten, Marie und Holger Vits an der Küchen-Pinnwand mit Karnevalsbildern und -Terminen.

Mönchengladbach. Kirsten (41) und Holger Vits (44), in diesen jecken Tagen besser bekannt als Prinzessin Niersia Kirsten und Prinz Holger I., können sich nun ganz und gar dem Karneval hingeben. Sie haben seit Freitag Urlaub - Ferien für die tollen Tage.

WZ: Wie haben sie das vorher geschafft - Arbeit, Karnevalstermine, die drei Schulkinder, und schlafen müssen sie doch auch mal.

Kirsten und Holger: Unsere Arbeitgeber machen mit, und für unsere drei Kinder haben wir nicht nur die Schwiegermütter zum Sitten. Ohne Disziplin geht’s nun mal nicht. Sechs Stunden Schlaf brauchen wir schon.

Disziplin - geht’s ein bisschen konkreter?

Kirsten und Holger: Kaum Alkohol, hin und wieder ein Gläschen Sekt oder ein Glas Bier, wenn wir nachts die Veranstaltungen hinter uns haben. Dann trinken wir alle zusammen einen Absacker.

Ihr bislang schönstes Erlebnis?

Er: Es gibt so viele kleine Dinge, beispielsweise die Brauchtumsmesse im Maria Hilf, wo ich positiv abschalten konnte. Sie: Unsere Proklamation oder der Besuch im DRK-Heim für Körperbehinderte. Die frohen, dankbaren Blicke, das war’s, das kann man nicht beschreiben.

Trifft die Krise auch den Karneval?

Beide: Die meisten Säle sind schon voll. Aber nicht wenige Karnevalsgesellschaften haben ihre Veranstaltungen verringert. Nicht drei Damensitzungen, sondern nur zwei, um ein Beispiel zu nennen.

Apropos Orden und das Prinzenbrot. Wie verhält es sich damit?

Jahrgang 1969, geboren in Korschenbroich; sie arbeitet bei der Stadtsparkasse, ist Mitglied der Großen Rheydter Prinzengarde sowie der "Black and Whites". Das ist eine lustige Frauen-Truppe.

Jahrgang 1965, geboren in Rheydt, arbeitet als Kaufmann; mischt aktiv mit in der Großen Rheydter Prinzengarde.

Jecke Termine Mehr als 400.

Drei Kinder, Sohn Jonas und die Töchter Luisa und Marie.

Beide: Den Schoko-Orden mit unserem Konterfei gibt es 3000-mal. Den verteilen wir ans Publikum. Da wollten wir kein pures Werbematerial unters jecke Volk bringen. Das Prinzenbrot füllt nicht nur den Magen. Jeder, der es in den Bäckereien kauft, unterstützt die Kinderklinik des "Eli". Jedes Brot bringt 25 Cent und mehr. Der Knaller ist ein Weißbrot mit Nutella drin. Sie: Diese Aktion - auch reine Geldspenden sind jederzeit willkommen - läuft bis Mai. Wir möchten rund 15000 Euro zusammenbekommen für ein Beatmungsgerät.

Warum fördern Sie das Eli?

Beide: Dort sind unsere Zwillingstöchter Luisa und Marie geboren worden. In der Kinderintensivstation K 5 wurden sie auch liebevoll betreut.

Sie verteilen Orden, bekommen Sie auch welche?

Beide: Ja, auf jeden Fall. Die, die man uns bisher geschenkt hat, hängen alle im Treppenbereich zur 1. Etage unseres Wickrather Hauses.

Und da prangt über der Eingangstür "Prinzenburg".

Er: Das Schild hat ein Karnevalsfreund der Kreuzherren hergestellt. Bei der KG Kreuzherren Wickrath bin ich ebenfalls aktiv.

Sie sind Botschafter des Karnevals. Was wollen Sie bewirken?

Beide: Wir sind nicht blauäugig und wissen, was draußen in den Familien und den Karnevalsgesellschaften los ist. Aber wenn die Leute am Eingang für ein paar Stunden ihre Probleme und Problemchen an den Garderobenhaken hängen, im Saal den Kopf frei haben und vor allem lachen - mehr wollen wir nicht.

Kriegen Sie auch Fanpost?

Sie: Nein. Er unterbricht sie: Ich habe aus der Nachbarschaft einen Brief bekommen. Inhalt: Ihr macht das toll als großes Stadt-Prinzenpaar. 20 Euro für unsere Aktion "Eli" waren auch dabei.

Am Aschermittwoch ist alles vorbei?

Beide: Nein. Karneval ist das ganze Jahr, zwar nicht so intensiv wie im Moment, aber es gibt immer Veranstaltungen, die wir gerne besuchen. Seien es Feten, Radtouren, Sportevents usw. verschiedener Karnevalsgesellschaften.

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