Die Stadtschule feiert sich und ihr 50-jähriges Bestehen: Mit 44 Veranstaltungen im ersten Halbjahr.

Christoph Schlomberg – ein erfolgreicher Geiger.
Christoph Schlomberg – ein erfolgreicher Geiger.

Christoph Schlomberg – ein erfolgreicher Geiger.

Christoph Schlomberg – ein erfolgreicher Geiger.

Mönchengladbach. Die Negativ-Ansätze sind die gleichen geblieben. "Man hat Karl Fegers unterstellt, er wolle nur seinem Hobby frönen", erzählt Christian Malescov. Er leitet seit 2004 die Musikschule der Stadt. Weil die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feiert, hat er in den Annalen geblättert und herausgefunden, mit welchen Schwierigkeiten der Gründer und erste Leiter, Karl Fegers, zu kämpfen hatte, der das Institut von der Gründung bis zu seinem Tod 1977 leitete.

Er wollte "breiteste Kreise der Bevölkerung mit der Schönheit und den Gesetzmäßigkeiten der Musik vertraut machen" und so den Boden bereiten, auf dem sich ein gesundes Musikleben entfalten kann. Bereits 1965 hatte die Musikschule 1670 Schüler, heute sind es 4200.

Fegers’ Büste steht im Atrium

Als Komponist veranstaltete Fegers alljährlich ein offenes Singen in Zusammenarbeit mit dem WDR. Dafür schrieb er die Instrumentalsätze für Volksmusik aus der ganzen Welt. "Damit die von Orff-Instrumenten begleitet werden konnten. Das gab es bis dahin nicht", sagt Malescov über die musikalische Bedeutung seines Vorgängers.

Seine Büste steht noch heute im Atrium der Musikschule, die seit 1990 in dem Gebäude an der Lüpertzender Straße untergebracht ist. "Vorher war hier das Mathematisch-Naturwissenschaftliche Gymnasium, die Musikschule in einem dreistöckigen Haus an der Kaiserstraße", sagt Frank Füser, der die Musikschule von 1996 bis 2004 leitete.

Daran kann sich Malescov noch gut erinnern, der seit 1984 hier unterrichtet. "Mein Unterrichtsraum lag neben der Toilette. Wenn dort jemand abgezogen hat, konnte ich meine Schüler nicht mehr hören." Heute hat die Musikschule 35 Unterrichtsräume und einen Kammermusiksaal mit einer guten Akustik.

Im Jahr 1959 gründete Karl Fegers die Musikschule und war bis 1977 ihr erster Leiter. Ihm folgten Karl-Dietfried Adam, Frank Füser und Christian Malescov (Foto).

Fegers wollte breiteste Bevölkerungskreise mit der Musik bekannt machen. 1965 wurden 1670 Schüler unterrichtet, heute sind es 4200, 1200 stehen auf der Warteliste.

In diesem Jahr gibt es die dreifache Anzahl von Konzerten und Aufführungen sowie spezielle Tage für jedes Instrument. Näheres unter

Dieser Saal wird im Jubiläumsjahr verstärkt genutzt. "Unser Veranstaltungskalender passte diesmal nicht auf ein dreimal zu faltendes Blatt", sagt Füser. "Nun muss es fünfmal gefaltet werden und gilt auch nur für das halbe Jahr - sonst für das ganze!", betont er stolz. Dabei sind noch lange nicht alle zum Zuge gekommen, die wollten. "Wenn man Musiker fragt, was sie zum Jubiläum machen, kommt natürlich die Antwort "Ein Konzert!" erzählt Malescov schmunzelnd.

Den Auftakt bildet am 7. Februar die "Münchhausen-Kantate." Zwei Erzähler, der Kinderchor und verschiedene Instrumente, widmen sich ab 18 Uhr dem Lügenbaron. Auch die Dozenten stellen ihre Virtuosität in Konzerten unter Beweis.

"Schließlich widmen wir uns intensiv der Begabten-Förderung", sagt Malescov. Seine Schüler qualifizieren sich beim jüngst durchgeführten Wettbewerb "Jugend musiziert" für die Landesebene. Am 6. März werden sie - wie immer - ihr Abschlusskonzert in der Sparkasse Bismarckplatz geben, die die Instrumente der Musikschule finanziert und das Klangmobil, mit dem die Schulen besucht und Instrumente vorgestellt werden. Die Liste der Profis, die in der Gladbacher Musikschule ihre Grundausbildung erhielten, ist lang.

Seit 1996 widmet sich die Musikschule auch nicht-klassischen Stilrichtungen wie dem Jazz und dem Rock. Diese Abteilung gibt anlässlich des eigenen Jubiläums auch eine neue CD mit Hymnen für Borussia heraus. Sie wird am 29. April in der Musikschule herausgegeben. "Wir haben das auf einen Mittwoch gelegt, weil wir gehört haben, dass der Hans Meyer die Spieler am Wochenende nicht frei gibt", sagt Füser.

Ab 13. Juni strebt das Jubiläumsjahr mit täglich stattfindenden Veranstaltungen zu einem vorläufigen Höhepunkt, am 19. Juni tritt Joscho Stephan mit seinem Swinging Strings-Quartett auf. Auch dieser Gispy-Swing-Gitarrist hat hier seinen ersten Unterricht bekommen, ist heute weltberühmt.

Jubiläumsball im Theater Rheydt

"Samstag veranstalten wir einen Jubliäumsball im Theater", zählt Füser weiter auf. Ab Montag steht jeden Tag ein anderes Instrument im Mittelpunkt: Montags die Blechbläser unter dem Motto "Blech-Reiz", dienstags die Tasteninstrumente, mittwochs die Streicher, donnerstags die Holzbläser und Samstag Jazz und Rock. "Da gibt es dann für die cirka 600 Schüler des jeweiligen Bereichs besondere Workshops und Konzerte, die übrigen Bereiche sorgen fürs Catering", sagt Malesco.

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