Der Bedarf ist da. Der Kinderschutzbund Mönchengladbach hilft Eltern mit Angeboten und anonymer Beratung.

Mönchengladbach. „Eigentlich ist es traurig“, meint Heidrun Eßer, die Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes Mönchengladbach. „35 Jahre nach Gründung des Mönchengladbacher Ortsverbandes hat sich die Situation der Kinder nicht verbessert.“ Im Gegenteil: Die Probleme nehmen eher zu. Der Kinderschutzbund reagiert darauf mit vielen Angeboten, die sich am Bedarf von Eltern und Kindern orientieren sollen.

Es gibt Schülersprechstunden, Erziehungsberatung, Kurse für Eltern, Kochkurse für Kinder, Frühstücksangebote, Sprachkurse für Mütter, Trennungs- und Scheidungsberatung. Ganz neu ist das Angebot „Krakita“, eine Kita für kranke Kinder, deren Eltern nicht zu Hause bleiben können. Dazu arbeitet der Kinderschutzbund mit dem Krankenhaus Neuwerk zusammen. „Kleinkinder sind bis zu zehn Mal im Jahr krank“, sagt Dr. Wolfgang Müller, zweiter Vorsitzender des Kinderschutzbundes und Arzt in der Neuwerker Klinik. „Nicht alle Eltern können so oft zu Hause bleiben. Da ist akute Hilfe gefordert.“

Der Bereich der Kindergesundheit rückte ohnehin in den vergangenen Jahren zunehmend in den Fokus der Arbeit. „Bewegungsmangel, Fehlernährung und fehlende Impfungen bereiten uns immer größere Sorgen“, meint Müller. Genauso wichtig aber bleibt die Arbeit des Kinderschutzbundes als Anlaufstelle für alle Probleme rund um die Familien.

„Wir bekommen mindestens drei Anrufe pro Woche, in denen es um akute Probleme geht.“

Heidrun Eßer, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes

Nachbarn melden sich, weil sie in der Wohnung nebenan Kinder ständig schreien hören, Mütter, weil sie überfordert sind, Väter, weil sie nicht mehr weiter wissen. „Wir bekommen mindestens drei Anrufe pro Woche, in denen es um akute Probleme geht“, sagt Heidrun Eßer. „Man kann uns auch bei Stress anrufen“, betont sie und verweist auf den Fall von trauriger Aktualität, in dem ein junger Vater sein Baby fast zu Tode geschüttelt hat. Wer in Not ist, kann sich den Mitarbeitern des Kinderschutzbundes anvertrauen. „Wir beraten auch anonym“, sagt Eßer. „Wir machen keine Vorwürfe, sondern versuchen zu helfen.“

Finanzielle Unterstützung ist für den Kinderschutzbund wichtig: 30 Euro kostet die Mitgliedschaft im Jahr, aber sie zeugt von Engagement für die Kinder. Es werden auch Menschen gesucht, die mit anpacken. „Man kann sich bei uns ehrenamtlich einbringen“, sagt die erste Vorsitzende Beate Gothe. Viele Helfer würden beispielsweise bei den Frühstücksangeboten gebraucht.

Mit einem Festakt in der Volksbank wird am Sonntag das 35-jährige Bestehen des Kinderschutzbundes gefeiert.

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