Weil die Telefonnummer offenbar im Display erschien, konnte die Polizei den Übeltäter schnell identifizieren. Der elfjährige Rheydter beschimpft sogar noch die Beamten, als sie den Jungen stellen.

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Ob 110 oder 112 – die Anrufe sind kostenlos. Gleich, ob man mit Handy, per Hausanschluss oder von der Telefonzelle aus wählt.

Ob 110 oder 112 – die Anrufe sind kostenlos. Gleich, ob man mit Handy, per Hausanschluss oder von der Telefonzelle aus wählt.

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Ob 110 oder 112 – die Anrufe sind kostenlos. Gleich, ob man mit Handy, per Hausanschluss oder von der Telefonzelle aus wählt.

Mönchengladbach. Aus Langeweile hat ein Elfjähriger aus Rheydt-Mitte die Polizei genervt. Der Schüler rief von Montag- bis Dienstagnachmittag mit dem Handy 134-mal die 110, den Notruf der Polizei. Das Mobiltelefon ist auf den Namen der Mutter zugelassen. Als Polizisten den Schüler in der Wohnung der Mutter ansprachen, beschimpfte er die Beamten. Er stritt zudem alles ab und meinte: "Ich war das nicht, der Akku ist doch leer".

Dass der kaum noch Saft hatte, verwunderte die Beamten nach dem Daueranrufen des Elfjährigen nicht. Ein Polizeisprecher sagt: "Der Junge hat sich die Finger wund gewählt. Er legte immer auf, ohne etwas zu sagen. Nachts gab es vergleichsweise wenige Anrufe."

Weil die Telefonnummer offenbar im Display erschien, konnte die Polizei den Übeltäter schnell identifizieren. Das Scheidungskind lebt bei dem Vater (36), dessen Freundin und der Oma. Der Junge gilt als verschlossen. Dass er die Polizei tyrannisierte, "habe er gar nicht so gewollt".

Leitung wurde für echte Notfälle blockiert

Die Polizei geht davon aus, dass der Rheydter die 110 für echte Notfälle blockierte. Der Vater will dem Elfjährigen das Handy abnehmen. Außerdem sagte er vor Polizeibeamten, er werde seinem Sohn nun die Bedeutung des Notrufs (110 Polizei, 112 Feuerwehr) klarmachen.

Den Notruf auf diese Art zu missbrauchen, ist strafbar. Wegen seines Alters drohen dem Kleinen, der noch einen Bruder (15) hat, keine rechtlichen Folgen. Ein Polizeisprecher sagt: "Wir haben die Erziehungsberechtigten ermahnt."

Täglich laufen in der Polizei-Zentrale mindestens 300 Anrufe über die 110 auf. Die Hälfte dieser Meldungen könne ohne einen Polizei- bzw. Feuerwehr-Einsatz erledigt werden. Der Missbrauch der lebensrettenden Ziffern "komme häufig vor, aber nicht in dem aktuell geschilderten Ausmaß." Nicht selten gebe es Anzeigen. Wie viele, dazu gab es keine Angaben.

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