Gruppen aus Düsseldorf und Mönchengladbach reisten zum Tulpensonntagszug, um sich zu schlagen.

Polizei und Entsorger hatten nach und währen der jecken Tage eine Menge zu tun.
Polizei und Entsorger hatten nach und währen der jecken Tage eine Menge zu tun.

Polizei und Entsorger hatten nach und währen der jecken Tage eine Menge zu tun.

Polizei und Entsorger hatten nach und währen der jecken Tage eine Menge zu tun.

Friedhelm Reimann, Bild 1 von 2

Polizei und Entsorger hatten nach und währen der jecken Tage eine Menge zu tun.

Willich/Tönisvorst. Sie kamen in Gruppen aus Düsseldorf und Mönchengladbach zum Anrather Tulpensonntagszug - nicht etwa, um zu feiern. Sie suchten nach Ärger, wollten sich mit ortsansässigen jungen Leuten prügeln, die heimischen Cliquen aufmischen.

Aggressionsbereite Jugendliche bereiteten den Mitarbeitern des Geschäftsbereiches Jugend und Soziales jede Menge Sorgen. "Doch in guter Zusammenarbeit mit der Polizei konnten wir für Deeskalation sorgen und einige Prügeleien verhindern", sagt Geschäftsbereichsleiterin Susanne Kamp.

Jugendliche trinken etwas weniger Alkohol als im Vorjahr

Der Alkoholkonsum bei Jugendlichen sei im Vergleich zum Vorjahr geringfügig zurückgegangen. Besonders junge Mädchen hätten weniger häufig zur Flasche gegriffen, als in den vergangenen Jahren, konnte Streetworkerin Marion Tank beobachten. Drei Mitarbeiterinnen waren von 10 bis 18 Uhr im Einsatz, acht alkoholisierte und verletzte Jugendliche suchten Schutz im Bauwagen, den das Jugendamt unweit der Kirche abgestellt hatte.

Auf der anderen Seite der Kirche wurde komplett auf alkoholische Getränke verzichtet: In einem abgesperrten Bereich konnten Familien mit kleinen Kindern, Senioren und andere Personen feiern, die aufs Trinken während des Zuges verzichten wollten. "900 Besucher hätten dort Platz gefunden, leider waren es weniger", sagt Martin Zinnel. Der Geschäftsbereichsleiter Einwohner und Ordnung sagt, dass der Bereich vielleicht besser hätte ausgeschildert werden müssen.

"Viele haben gesagt, dass sie gerne dort gefeiert hätten, jedoch den Bereich nicht gefunden haben." Auch Zinnel weiß von aggressiven Jugendlichen zu berichten. "Wir haben für die Einlasskontrollen extra einen privaten Ordnungsdienst engagiert, der sich besser gegen Angetrunkene zu wehren weiß", sagt der Stadt-Mitarbeiter.

Rund 870 Einsätze hatten die Beamten der Kreispolizei von Altweiber bis Dienstag. Das waren immerhin 70 mehr als im Vorjahr. Besondere Schwerpunkte gab es nicht.

Im direkten Bezug zu Karneval standen 195 Einsätze. Darunter waren etliche wegen alkoholbedingten Streitigkeiten, Rempeleien sowie zum Teil auch Schlägereien. Die Polizei erstattete 34 Anzeigen aufgrund von Körperverletzung, sechs Anzeigen wegen Sachbeschädigungen sowie sieben Anzeigen wegen Widerstands gegen Beamte. 25 Personen wurden in Gewahrsam genommen.

160 Autofahrer mussten einen Alcotest machen. Die Beamten ordneten drei Blutproben an, stellten zwei Führerscheine sicher und erstatteten drei Anzeigen wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss.

Auch in Vorst gab es Probleme: "Dort haben wir genauso viele Einsätze wie beim Rosenmontagszug in Kempen, bei dem 30 000 Menschen zuschauen", sagt Polizeisprecher Bern Klein. Die Bezirksbeamten, die eigentlich den Zug begleiten sollten, konnten ihrer Aufgabe nicht nachkommen, da sie an anderer Stelle für Ordnung sorgen mussten. "An der Ecke Süchtelner Straße/Oedter Straße ist ein Brennpunkt. Dort treffen sich gewaltbereite und angetrunkene Jugendliche, die sich immer wieder prügeln", sagt Klein. Schlimmeres hätte durch Präsenz, wie an anderen Orten auch, verhindert werden können.

"An beiden Tagen ist alles reibungslos abgelaufen."

Dirk Kösters, Einsatzleiter bei Schönmackers

Auch in St. Tönis gab es einige Polizeieinsätze - unter anderem bei einer Prügelei auf dem Rathausplatz. Dort soll es jedoch keine größeren Probleme gegeben haben. Und auch der Umweltdienst Schönmackers hat nur Gutes zu berichten. In St. Tönis sei nicht mehr Müll zu beseitigen gewesen, als in den vergangenen Jahren. In Vorst seien am Samstag insgesamt sieben Leute im Einsatz gewesen, die den Müll der Feiernden, nicht aufgesammelte Kamelle und Glasscherben entsorgt hätten. In St. Tönis arbeiteten insgesamt elf Mitarbeiter, um die Spuren des Tulpensonntagszuges zu beseitigen.

"An beiden Tagen ist alles reibungslos abgelaufen, unsere Mitarbeiter konnten gegen 20 Uhr Feierabend machen", sagt Einsatzleiter Dirk Kösters. Er setzt auf erfahrenes Personal, das schon seit Jahren an Karneval eingesetzt wird. "So treten Probleme gar nicht erst auf", sagt Kösters.

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