Im Januar 2016 wagte die WZ für wichtige Willicher Projekte einen Blick in die Zukunft. Was ist aus den Vorhersagen geworden?

Im Januar 2016 wagte die WZ für wichtige Willicher Projekte einen Blick in die Zukunft. Was ist aus den Vorhersagen geworden?
Im Februar sollen die Bäume auf dem Willicher Markt gefällt werden. Archiv-

Im Februar sollen die Bäume auf dem Willicher Markt gefällt werden. Archiv-

Auf dieser Fläche an der Anrather Straße soll das Ambulatorium entstehen.

Haltestellen für die Regiobahn wird es in Schiefbahn und Neersen vorerst noch nicht geben.

Reimann; Lübke, Bild 1 von 3

Im Februar sollen die Bäume auf dem Willicher Markt gefällt werden. Archiv-

Willich. Anfang 2016 wagte die WZ den Blick in die Glaskugel: Was wird in den kommenden zwölf Monaten aus wichtigen Projekten in der Stadt? Diese Frage versuchten wir damals zu beantworten. Heute prüfen wir nach, wie treffsicher unsere Prognosen waren.

Fällung der Bäume richtig vorhergesagt

Kommen wir zunächst zu einem Thema, das die Menschen in Willich 2016 besonders stark bewegt hat: die Umgestaltung des Willicher Marktplatzes. Eine Bürgerinitiative wehrte sich vor einem Jahr dagegen, dass im Zuge dieser Umgestaltung die Kugelahorne auf dem Markt gefällt werden. Da die Politik mit großer Mehrheit an den Umgestaltungsplänen festhielt, kam es im Februar zum ersten Bürgerentscheid in der Geschichte der Stadt. „Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Erhalt der Bäume kommt, liegt bei maximal 30 Prozent“, sagte die WZ im Januar 2016 voraus – und lag richtig. Zwar gab es 4128 Stimmen für den Erhalt der Ahorne und 3099 dagegen. Doch das reichte nicht: Um die Bäume retten zu können, hätten sich in diesem Verfahren 15 Prozent der 41 516 Wahlberechtigten für ein Ja entscheiden müssen. Das wären 6227 Stimmen gewesen.

Im kommenden Februar, also noch vor der Vegetationsperiode, wird es nun zur Fällung kommen. Das kündigte die Technische Beigeordnete Martina Stall auf Nachfrage der WZ an. Der Start der Bauarbeiten ist dann nach dem ASV-Schützenfest im Juli vorgesehen.

Ambulatorium: Baubeginn lässt auf sich warten

„Die Wahrscheinlichkeit, dass 2016 Baubeginn für das Ambulatorium ist, liegt bei 80 Prozent.“ Mit dieser Prognose hatte sich die WZ vor einem Jahr zu weit aus dem Fenster gelegt. Zwar ist die Realisierung des „Mini-Krankenhauses“ mit Praxen, Apotheken und einer notärztlichen Versorgung mittlerweile einen Schritt voran gekommen. Doch für den Baubeginn reichte es im Vorjahr noch nicht. Im September hat die städtische Grundstücksgesellschaft allerdings eine Fläche von 2000 Quadratmetern am Rande des Stahlwerks Becker (Anrather Straße) an die neu gegründete Gesundheitszentrum Willich Verwaltungs GmbH verkauft. Diese will das Ambulatorium bis Mitte 2018 realisieren. Damit das klappt, müsste allerdings in den kommenden Monaten der erste Spatenstich erfolgen. Ursprünglich sollte das Projekt schon Mitte 2016 an den Start gehen, um kurzfristig einen vernünftigen Ersatz für das 2014 geschlossene Krankenhaus bieten zu können.

Von neuer Veranstaltungshalle redet niemand mehr

Die Schließung des Kaisersaals Ende März 2015 sorgte für großes Wehklagen unter den Vereinen: Alt-Willich hatte bis auf den Saal Krücken keine Veranstaltungsstätte mehr. Möglichst schnell sollte Ersatz geschaffen werden, ein Gelände am Sport- und Freizeitzentrum war dafür schon ausgeguckt. Doch nach heftigen Protesten wurde das Projekt beerdigt. Nur die CDU signalisierte damals, dass nun über einen neuen Hallenstandort nachgedacht werden müsse. Die Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich dazu kommt, lag im Januar 2016 aus Sicht der WZ bei lediglich 20 Prozent. Und tatsächlich war von diesem Thema auch schnell nichts mehr zu hören. Lediglich ein privater Investor hat im Gewerbegebiet Münchheide noch Hallenpläne – die aber auch ins Stocken geraten sind (siehe Bericht auf Seite 23).

Bei der Regiobahn geht es keinen Millimeter voran

Jahr für Jahr taucht sie in den Sonntagsreden der Politiker auf: die Verlängerung der Regiobahn ab Kaarster See über Willich bis Viersen – oder sogar bis Venlo. „Doch notwendige Verbündete zur Realisierung, etwa der Gladbacher Oberbürgermeister Hans-Wilhelm Reiners (CDU), konnten bislang nicht überzeugt werden“, schrieb die WZ vor einem Jahr und sagte voraus: „Die Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Jahr ein Schritt zur Realisierung der Regiobahn gemacht wird, liegt bei 10 Prozent.“ Damit lagen wir zu 100 Prozent richtig: Von einem Konsens zwischen dem Kreis Viersen und der Stadt Mönchengladbach, die der Streckenführung ebenfalls zustimmen muss, kann nach wie vor keine Rede sein. Im Gegenteil: Die Gladbacher möchten nur dann zustimmen, wenn im Gegenzug der Kreis Viersen die Verlängerungen der S-Bahn-Linie 8 sowie des RE 42 jeweils bis Rheydt unterstützt. Von eine gänzlich neuen Streckenführung der Regiobahn an Gladbach vorbei, wie sie die Willicher CDU ins Gespräch gebracht hatte, ist derzeit keine Rede mehr.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer