Viele Anrather zeigen sich genervt – einige haben aber auch Verständnis.

Es wird schwer gebuddelt im Anrather Ortskern – und das nervt die Anwohner.
Es wird schwer gebuddelt im Anrather Ortskern – und das nervt die Anwohner.

Es wird schwer gebuddelt im Anrather Ortskern – und das nervt die Anwohner.

Es wird schwer gebuddelt im Anrather Ortskern – und das nervt die Anwohner.

Es wird schwer gebuddelt im Anrather Ortskern – und das nervt die Anwohner.

Kurt Lübke, Bild 1 von 3

Es wird schwer gebuddelt im Anrather Ortskern – und das nervt die Anwohner.

Anrath. Nicht nur das Wetter erhitzte Donnerstagvormittag die Gemüter in der Anrather Fußgängerzone. Auch am WZ-Mobil wurde eifrig diskutiert. Bei der Umfrage zur Ortskernsanierung stellte sich heraus, dass dieses Thema polarisiert. Dafür bietet das junge Ehepaar Timm und Tina Capek das beste Beispiel: Während er die Notwendigkeit der Bauarbeiten betont, zeigt sie sich „langsam genervt“.

Mit der Baustelle „gar nicht einverstanden“ ist Margarete Schröder, was die Anratherin so begründet: „Die Straße wird nicht einmal, sondern mehrfach aufgerissen. Ich habe das Gefühl, dass da nicht Hand in Hand gearbeitet wird. Außerdem dauert die Maßnahme schon ewig.“ Luise Hermanns nerven die wechselnden Umleitungen: „Mit dem Pkw ist kein direkter Weg mehr möglich.“ Gisela Weidmann klagt besonders über das Ausmaß: „Schön ist es nicht, weil alles so lange dauert.“

In der Tat hat es die Ortskernsanierung, mit der 2012 begonnen wurde, in sich. Kanal-, Leitungs- und Straßenarbeiten werden abschnittsweise durchgeführt, so dass die Viersener Straße von der Einmündung Josefplatz bis Berliner Straße kürzlich fertiggestellt wurde. Nur die Feinschicht, also der Straßenbelag, fehlt noch.

Zwischen Verständnis und positiver Überraschung

Diese ersten sichtbaren Ergebnisse haben Monika Jürs „positiv überrascht“. Auch wenn Umleitungen und fehlende Parkplätze die Autofahrerin ärgern, sieht sie den Fortschritt. „Es muss gemacht werden“, sagt Melitta Buckstegge entspannt. „Ich habe mich mit der Situation arrangiert“, meint Heike Gistel.

„Eine Katastrophe“ ist die Anrather Baustelle für Maria Andresen: „Der Sand weht in alle Geschäfte, und mit dem Auto kommt man kaum in den Ort.“ Eine ältere Anratherin erzählt vom beschwerlichen Weg mit dem Rollator durch den Sand. Navina Bernert beklagt fehlende Bushaltestellen im Ortszentrum. Außerdem sei es für die junge Mutter schwer, mit dem Kinderwagen in der sandigen Baustelle voranzukommen.

Bis Jahresende soll die Baustelle abgeschlossen sein. So jedenfalls war die ursprüngliche Planung bei der Stadt. Und die hat bis jetzt – auch auf Nachfrage – keinerlei andere Signale gegeben.

„Wo gehobelt wird, da fallen Späne“, gibt Maria Pickhardt zu bedenken. „Genau, das Ziel entscheidet. Die Sanierung wertet unseren Stadtteil auf und löst einige Verkehrsprobleme“, sagt Hans-Jürgen Herrmann. Als „notwendig“ bezeichnet Gerda Neander die Bauarbeiten. „Wenn alles fertig ist, sieht es bestimmt schön aus“, sagt sie. Das sehen auch Regina Horsten und Lisa Peters so.

Auch über die Informationspolitik der Stadt und der Baufirmen wurde diskutiert. „Versprochen wurde das Vorhaben seitens der Stadt bereits vor der Anrather 1000-Jahr-Feier“, sagt Uli Winkler. „Die Baustelle ist okay. Was aber gemacht wird, erfahren wir nicht“, moniert Willi Bürgel. Eva Maria Joosten bricht eine Lanze für die WZ: „Wenigstens die Zeitung informiert uns frühzeitig.“

Wenn Kunden schlecht gelaunt zum Händler kommen

Autohändler Willi Breuer ist verärgert über schlecht ausgeschilderte Umleitungen: „Es ist furchtbar. Unsere Kunden müssen eine Odyssee durch die Stadt machen und kommen schlecht gelaunt bei uns an.“

Corinna Schmidt aus Krefeld fuhr bislang gerne durch Anrath zur Arbeit nach Viersen und machte beim Bäcker Halt. „Das geht jetzt nicht mehr so einfach. Da tragen die Einzelhändler bestimmt Einbußen davon“, sagt sie. Dem widerspricht Werbering-Vorsitzender Peter Küppers: „Trotz erschwerter Bedingungen bleiben Kunden nicht aus.

„Bei der Diskussion darf man die Parallelstraßen nicht vergessen, die als Umleitung herhalten müssen“, sagt Wilma Dohrn. Ihrer Meinung nach sei es nur eine Frage der Zeit, bis dort aufgrund der zahlreichen Durchfahrten ebenfalls Ausbesserungsarbeiten notwendig werden.

Anwohner Matthias Schmitz ist einfach nur genervt: „Jetzt fahren viele Pkw mitten durch den Ort. Das ist furchtbar. Die Bauarbeiter sollen hinmachen!“ Eine Passantin fordert: „ Es sollte nicht alles negativ geredet werden.“

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