WZ-Leser haben den Zustand der Straßen während des Schnees kritisiert. Die Stadtverwaltungen suchen nach Erklärungen.

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Vor allem auf Nebenstraßen blieb der Schnee liegen – und bildete ab Montag prächtigen Matsch, der beim Durchfahren in alle Richtungen spritzte.

Vor allem auf Nebenstraßen blieb der Schnee liegen – und bildete ab Montag prächtigen Matsch, der beim Durchfahren in alle Richtungen spritzte.

Vor allem auf Nebenstraßen blieb der Schnee liegen – und bildete ab Montag prächtigen Matsch, der beim Durchfahren in alle Richtungen spritzte.

Willich/Tönisvorst. Das Ergebnis spricht Bände. Über 90 Prozent der Leser, die sich an einer Online-Umfrage der WZ zum Winterdienst beteiligt haben, sagen deutlich: "Der ist schlecht." Die Straßen in Willich und Tönisvorst seien nach dem heftigen Schneefall in der vergangenen Woche nicht gut geräumt worden. Noch schlimmer habe es auf den Radwegen und Parkplätzen ausgesehen. Die WZ hat darüber mit den beiden Stadtverwaltungen gesprochen.

Bernd Kuhlen, Leiter des Willicher Bauhofs, hat auch selbst etliche Beschwerden von Bürgern zu hören bekommen. So zum Beispiel den Vorwurf, dass die Radwege nicht geräumt wurden. Seine Erklärung: "Wir mussten anfangs erst einmal die wichtigsten Straßen passierbar machen. Doch wenn der Schnee auf Radwegen oder an Bushaltestellen einmal festgetreten ist, bekommt man ihn mit unseren Geräten nicht mehr runter."

Für Salz waren die Temperaturen eindeutig zu niedrig

Salz habe der Bauhof auch nicht einsetzen können, da dafür die Temperaturen zu niedrig waren. Denn damit hätte man Seenplatten geschaffen, die später zu Eisflächen werden. Aus den gleichen Gründen, so Kuhlen weiter, habe man auch den Schnee auf den städtischen Parkplätzen, etwa am Schloss, nicht räumen können. Eine festgefahrene Schneedecke dort sei allemal besser als blankes Eis.

Alles in allem ist Kuhlen sicher, dass seine Leute gute Arbeit geleistet haben. "Über die Art und Weise kann man hier und da sicher streiten." Innerhalb so kurzer Zeit sei Willich einfach nicht schneefrei zu bekommen. "Dafür haben wir die Geräte gar nicht." Und: Auf konkrete Anregungen von Anwohnern habe man immer reagiert. "So etwas nehmen wir gerne an."

In Tönisvorst gibt es schon seit Jahren keinen eigenen Winterdienst mehr. Um Geld zu sparen, wird bei Bedarf die Kempener Firma Hamelmann eingesetzt. Und der Bedarf ist in diesem ungewöhnlich harten Winter groß. "Wir kommen dem rechtlichen Minimum zur Räumung verkehrswichtiger Straßen nach", erklärt Stadt-Pressesprecherin Catharina Perchthaler. Nach den jetzigen Erfahrungen werde der zuständige Fachbereich aber nochmals überprüfen, ob man mehr machen müsse. Damit verbunden seien aber höhere Kosten, die zu einem Aufschlag bei den Straßenreinigungsgebühren führen könnten.

Zu dem von Bürgern kritisierten Zustand einzelner Durchfahrtstraßen - etwa in Vorst - konnte Perchthaler nichts sagen: "Das sind Landstraßen, dafür ist der Landesbetrieb Straßen NRW zuständig." An anderer Stelle sei der eigene Bauhof aber noch tätig geworden. So habe man am Montag den Matsch auf der Hochstraße entfernt, bevor er zur Rutschfläche werden konnte.

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