Der Prozess um ein Unglück, bei dem der Junge von einem Betonrohr erschlagen wurde, läuft wieder. Angeklagt sind Vertreter einer Willicher Baufirma.

August 2007: Polizeibeamte sichern nach dem tragischen Tod des kleinen Marc die Unfallstelle an der Südstraße in Mettmann.
August 2007: Polizeibeamte sichern nach dem tragischen Tod des kleinen Marc die Unfallstelle an der Südstraße in Mettmann.

August 2007: Polizeibeamte sichern nach dem tragischen Tod des kleinen Marc die Unfallstelle an der Südstraße in Mettmann.

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August 2007: Polizeibeamte sichern nach dem tragischen Tod des kleinen Marc die Unfallstelle an der Südstraße in Mettmann.

Mettmann/Willich. Am 26. August 2007 ist der neun Jahre alte Marc von einem 620 Kilogramm schweren Betonrohr erschlagen worden. Er hatte mit Freunden und seinem Zwillingsbruder René auf einem Baustellengelände an der Südstraße Verstecken gespielt. Er kletterte auf die Betonrohre, die am Straßenrand gestapelt waren. Als die oberste Röhre plötzlich in Bewegung geriet, verlor er das Gleichgewicht, stürzte auf den Bürgersteig. Das Betonrohr überrollte ihn.

Am Mettmanner Amtsgericht ist jetzt der Prozess gegen Stefan K., Geschäftführer einer Willicher Baufirma, seinen Bauleiter Detlef T. und dem Baggerführer Stefan R. fortgeführt worden. Sie sitzen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung auf der Anklagebank. Ihnen wird vorgeworfen, die Rohre nicht ausreichend gesichert zu haben. Die Stadt hatte das Unternehmen beauftragt, einen Kanal zu erneuern.

Nach der Prozesseröffnung 2008 war das Verfahren unterbrochen worden, weil die Verteidigung Gutachten einforderte, die über die richtige Sicherung von Betonrohren Aufschluss geben sollten.

Die bestellten Gutachter, die klären sollten, ob die Betonrohre richtig gesichert waren, vertraten unterschiedliche Meinungen. Bauingenieur Hans Ludolf Peters erklärte, dass es keine Din-Vorschrift gebe, die vorschreibe, wie Betonstahlrohre auf einer Baustelle gesichert werden müssten.

Waren die Gummifüße als Sicherung ausreichend?

Das Unglücksrohr soll durch zwei 28Kilogramm schwere Gummifüße, die normalerweise als Ständer für Verkehrszeichen dienen, gesichert gewesen sein. Nach dem Unglück lagen sie neben den Rohren. Peters: "Die Gummifüße wurden zweckentfremdet, für eine Sicherung von Betonrohren sind sie nicht geeignet ." Das sieht Bauingenieur Wilhelm Ruppert anders: "Werden solche Füße ordnungsgemäß eingesetzt, verhindern sie ein Wegrollen eines Rohrs."

Für die Freunde von Marc, die bei dem Unglück dabei waren, spielten sich die tragischen Szenen im Zeugenstand noch einmal vor ihren Augen ab. Alle quälen Schuldgefühle, obwohl sie erzählten, Marc aufgefordert zu haben, von den Rohren herunterzukommen. Auf eine Vernehmung von Marcs Bruder verzichtete das Gericht. Er wird bis heute psychologisch betreut.

In der kommenden Woche sollen die Urteile gesprochen werden. Vermutlich wird das Verfahren gegen den Geschäftsführer eingestellt, weil ihm keine unmittelbare Schuld nachgewiesen werden kann. Im Gegenteil: Er soll sich stets für die Sicherheit auf Baustellen eingesetzt und seine Mitarbeiter regelmäßig zu Sicherheitsschulungen geschickt haben.

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