Da es Probleme mit neuen Fliesen gibt, kann Weihnachten nun doch nicht in St. Katharina gefeiert werden.

wza_998x1500_592088.jpeg
Die Fliesen im Mittelgang sehen schon aus wie neu.

Die Fliesen im Mittelgang sehen schon aus wie neu.

Lübke

Die Fliesen im Mittelgang sehen schon aus wie neu.

Willich. Die Enttäuschung bei den Verantwortlichen der Pfarrgemeinde St. Katharina ist riesengroß: Die Renovierung der Kirche wird nicht rechtzeitig zu Weihnachten fertig. Eigentlich war für die Christmette an Heiligabend die feierliche Wiedereröffnung geplant. Seit Ende April ist St. Katharina wegen der umfangreichen Bauarbeiten geschlossen.

Spanische Firma lieferte die falsche Fliesen-Farbe

Die Teilnehmer einer Internet-Abstimmung auf der Homepage der Pfarre haben ein feines Näschen beweisen: 60 Prozent bezweifelten, dass die Arbeiten rechtzeitig fertig werden. Dagegen verbreiteten Anfang November Hermann-Josef Schmitz und Paul Schrömbges vom Kirchenvorstand noch Zuversicht. Auch Pfarrer Jürgen Lenzen betonte damals: "Wir schaffen das."

Schon zu diesem Zeitpunkt war klar, dass es Probleme gibt: Die Firma, die die neuen Fliesen in der Kirche verlegen sollte (über 1000 müssen ausgetauscht werden), war in Konkurs gegangen. Zwar war es gelungen, ein Ersatz-Unternehmen zu finden. Doch Mitte November folgte dann der zweite Schlag: Die bei einem Spezial-Hersteller in Spanien bestellten roten Bodenplatten für die Seitenschiffe sind zu hell geraten.

Der Versuch des Restaurators, die Fliesen durch eine Tiefengrundbehandlung auf den gewünschten Farbton zu bringen, scheiterte. Weshalb nur noch das Neubrennen in Spanien bleibt. Da dies drei Wochen in Anspruch nimmt, kann frühestens in der zweiten Dezemberwoche mit den Arbeiten in der Kirche begonnen werden.

Für den Architekten Gregor Dewey hat das eine klare Konsequenz: Die Fertigstellung bis Weihnachten ist kaum zu schaffen. "Ein endgültiger Termin kann zurzeit nicht abgegeben werden", heißt es im neuen Pfarrbrief. Erst Anfang 2010 wird jetzt mit der Wiedereröffnung der Kirche gerechnet.

Mit Ausnahme der Fliesen-Arbeiten kann der Zeitrahmen für die Renovierung eingehalten werden. Die Arbeiten an Decken und Wänden sind abgeschlossen, die Fußboden-Fliesen im Mittelschiff sehen nach kniffliger Restaurierung aus wie neu. In der Sakristei ist der alte Dielenboden freigelegt worden und wird nun aufgearbeitet. Sobald alle Arbeiten, die Staub produzieren, abgeschlossen sind, wird auch die neue Beleuchtung installiert.

Parallel zur Renovierung wird an einer neuen Truhenorgel gebaut. Das Instrument mit viereinhalb Registern wird fast ausschließlich Holzpfeifen erhalten. 258 sind es insgesamt. Im Januar soll die Orgel von der Firma Schulte aus Kürten (Bergisches Land) geliefert werden. Das Vorgänger-Instrument war nach Bayern verkauft worden.

Die Sanierung kostet insgesamt 650.000 Euro. 50 000 Euro muss die Gemeinde über Spenden finanzieren. Das Spendenbarometer auf der Homepage weist bislang 100.00 Euro auf. Wer noch spenden möchte, kann dies tun auf das Konto 3 200 378 015 bei der Volksbank, Bankleitzahl 310 605 17.

Nun muss also doch der Notfallplan für Weihnachten ausgepackt werden, den Pfarrer Lenzen eigentlich nicht benutzen wollte. Der sieht so aus, dass die Christmette um 22 Uhr in St.Hubertus Schiefbahn gefeiert wird. Und auch am 1.Weihnachtsfeiertag ist die Heilige Messe um 11.30 Uhr in St.Hubertus. Die Wortgottesdienste für Kinder an Heiligabend finden in St.Mariä Rosenkranz statt.

Damit möglichst viele Gemeindeangehörige an der Christmette und der Heiligen Messe am 1. Feiertag teilnehmen können, wird ein Fahrdienst eingerichtet. Wer sich dafür anmelden möchte oder einen Platz im Auto frei hat, kann sich bis zum 18. Dezember im Pfarrbüro melden: Telefon 02154/3376.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer