Der Beitrag über die Schule im Mühlenfeld auf Stern TV sorgt vielfach für Empörung.

Willich. Heftige Reaktionen hat der Aufmacher im Lokalteil der Westdeutschen Zeitung von Freitag ausgelöst. "Jauch stellt Mühlenfeld-Schule in ein falsches Licht" hieß es.

In dem Artikel berichteten wir über Vorwürfe, die Silke Thomée, Mutter eines früheren Schülers, in der Sendung Stern TV erhoben hatte.

"Ich bin einigermaßen entsetzt, wie leicht eine engagierte und gut geführte Grundschule aufgrund von haltlosen Vorwürfen vor einem Millionen-Publikum in Verruf gebracht wird."

Das sagt Karin Oltmanns, selbst Mutter einer Schülerin und im Beitrag von Stern TV fälschlicherweise als Schulpsychologin bezeichnet. Sie benennt eine Reihe von Äußerungen von Silke Thomée, die "kritisch" seien.

Der Vorhalt der "Video-Verhöre" beziehe sich offenkundig auf die "Klassenratsstunden". In solchen Stunden erhielten Kinder die Gelegenheit, sich differenziert mit Problemen in der Klasse auseinander zu setzen. Das stärke die Kompetenz in der Konfliktbewältigung.

Nach dem Ansehen wurden die Aufzeichnungen gelöscht

Auf Wunsch der Kinder, so Schulleiterin Ute Barz-Fanter, seien solche Stunden im Rahmen des "Streitschlichtermodells" auf Video aufgezeichnet worden. Nachdem man sich gemeinsam die Beiträge angeschaut hatte, seien sie wieder gelöscht worden.

Nicht nur von Seiten dieser Mutter wird gegen Stern TV als Produzent des Beitrags der Vorwurf erhoben, das Team habe sich nicht die Mühe gemacht, die Behauptungen zu hinterfragen.

Die Sendung drehte sich um die Internet-Plattform "Schulradar", auf der Eltern und Schüler Noten für Lehrer und Schulen verteilen können. Die Mühlenfeld-Schule schneidet hier schlecht ab. Als "Kronzeugin" der Anklage kam in der Sendung auf RTL Silke Thomée zu Wort.

Was Ute Barz-Fanter sehr gewundert hat: Sie wurde zu den Vorwürfen selbst überhaupt nicht gefragt. Was Silke Thomée im Gespräch mit der WZ bestätigt. Ein Redakteur der Sendung habe ihr auf Nachfrage erklärt: "Das bringt nichts."

Der Chef vom Dienst der Produktionsfirma hatte von diesen Defizit noch nichts gehört. Selbst war es ihm offenkundig noch nicht aufgefallen.

Die seinerzeit von Thomée erstattete Strafanzeige gegen eine Lehrerin ist passé. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden bereits im April des vergangenen Jahres eingestellt.

Dienstaufsichtsbeschwerde ist ein "schwebendes Verfahren"

Um ein "schwebendes Verfahren" handelt es sich allerdings noch bei der Dienstaufsichtsbeschwerde. Das bestätigte Schulrat Thomas Bongartz. Deshalb könne er zum momentanen Stand noch nichts sagen. "Wir suchen mit den Eltern das Gespräch", betont er.

Die (angeblich) massiven Konflikte seien bei ihm nicht angekommen. "Mit mir hat niemand aus der Elternschaft das Gespräch gesucht."

Große Empörung herrschte auch in der Schülerschaft. Die Viertklässler, die derzeit an dem Projekt "KlasseKids" der WZ teilnehmen, beklagten am Freitagmorgen im Unterricht, wie schlecht der Fernsehbeitrag und auch die Internet-Plattform Schulradar mit dem guten Ruf der Schule umgegangen seien.

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