Die Stadtverwaltung darf künftig ohne Genehmigung der Politik verkaufen, auch wenn der Preis über 100.000 Euro liegt.

Über Baugrundstücke in Willich diskutierte der Haupt- und Finanzausschuss.  (Archiv
Über Baugrundstücke in Willich diskutierte der Haupt- und Finanzausschuss. (Archiv

Über Baugrundstücke in Willich diskutierte der Haupt- und Finanzausschuss. (Archiv

Friedhelm Reimann

Über Baugrundstücke in Willich diskutierte der Haupt- und Finanzausschuss. (Archiv

Willich. "Wir brauchen bald überhaupt keinen Haupt- und Finanzausschuss mehr!" Bernd-Dieter Röhrscheid (SPD) war sauer: Von dem Beschlussvorschlag in eben diesem Haupt- und Finanzausschuss hielt er gar nichts. Die Verwaltung wollte ermächtigt werden, Grundstücke im Bereich des Bebauungsplans Wekeln VIII verkaufen und beurkunden lassen zu dürfen, auch wenn der Grundstückskaufpreis über 100.000 Euro liegt.

Laut Hauptsatzung gilt die Regelung, dass Verkäufe über diese Summe hinaus über den Haupt- und Finanzausschuss laufen müssen. An eine Aushöhlung der Rechte der Ausschussmitglieder hatte im Rathaus wohl niemand gedacht - es geht vielmehr um eine schnelle, unkomplizierte Vertragsabwicklung im Sinne der Grundstückskäufer.

"Wir legen Wert darauf, prüfen zu können, ob die Kriterien für die Vergabe der Grundstücke eingehalten wurden", beharrte Röhrscheid. Man dürfe die Befugnisse des Ausschusses nicht amputieren. "Ob die Kriterien eingehalten wurden, ist jederzeit nachprüfbar", gab die Technische Beigeordnete Martina Stall zu verstehen. Mit den Stimmen der FDP und der meisten CDU-Mitglieder wurde dem Wunsch der Verwaltung entsprochen.

Es geht in Wekeln VIII um die Vermarktung von 25 Grundstücken - um zwei Flächen und Doppelhausbebauung und 23Grundstücke für je ein freistehendes Einfamilienhaus. Die Zeiten, in denen die Grundstücke weggingen wie warme Semmeln, sind offenbar vorbei - das Geschäft wird mühsamer.

So wurden 548 Broschüren verschickt, termingerecht gingen 34Bewerbungen ein. Zurzeit liegen 18 mündliche Zusagen von Grundstücksinteressenten vor. Konkrete Beratungsgespräche laufen noch. Die Beurkundungen der Kaufverträge sollen allerspätestens sechs Wochen nach dem telefonischen Grundstückangebot erfolgen.

Und was ist, wenn nicht alle Flächen an Bewerber des Auswahlverfahrens veräußert werden können? Dann werden diese Grundstücke frei vermarktet und zum Beispiel auf der Homepage der Stadt angeboten.

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