Viele Reaktionen auf das mögliche Aus für den Gladbacher Verkehrslandeplatz.

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Die winterliche Idylle täuscht: Am Verkehrslandeplatz in Mönchengladbach gehen allmählich die Lichter aus.

Die winterliche Idylle täuscht: Am Verkehrslandeplatz in Mönchengladbach gehen allmählich die Lichter aus.

Die winterliche Idylle täuscht: Am Verkehrslandeplatz in Mönchengladbach gehen allmählich die Lichter aus.

Mönchengladbach/Willich. Angesichts der aktuellen Entwicklungen am Flughafen Mönchengladbach fordert der Mönchengladbacher Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine Entscheidung "zurück zur Natur". Die Düsseldorfer Mehrheits-Eigner hatten sich jüngst gegen einen Ausbau zum Business-Airport ausgesprochen. Aus Sicht der Naturschützer sei der dann "spärliche Flughafenbetrieb wohl auf Dauer nicht zu finanzieren".

Deshalb fordert der BUND, "aus der Not eine Tugend zu machen und den das Areal umgebenden Naturflächen den Status zurückzugeben, den man ihnen aus Rücksicht auf die Ausbaupläne nach und nach genommen hat". In den vergangenen 20 Jahren, seit das Verfahren zum Flughafenausbau laufe, seien Schutzstatus und Schutzgebietsgrößen im Landschaftsplan verkleinert worden. Damit habe man das Verfahren vereinfachen wollen.

Ursprünglich hätten Teile des Waldes im Norden als naturschutzwürdig gegolten. Und inzwischen sei das ganze Gebiet um den Flughafen aus dem Landschaftsplan "verschwunden". Zu Vorschlägen aus der Politik, das Gebiet in Gewerbeflächen umzuwandeln, sagt BUND-Sprecher Konrad Multmeier: "Gewerbeflächen gibt es genügend, an Naturräumen mangelt es."

"Unser Flughafen ist ja noch nicht eingemottet", hält der Chef der Gladbacher NVV AG dagegen, die 30 Prozent an dem mit Millionenverlusten "fliegenden" Verkehrslandeplatz hält. Schließlich fänden in Neuwerk noch zahlreiche Flugbewegungen statt. Sei es durch Privatmaschinen, Lufttaxis oder die Maschinen, die die RAS-Werft wartet. RAS ist mit mehr als 80 Mitarbeitern größter Arbeitgeber. Und will es wohl auch bleiben.

"Unser Flughafen ist ja noch nicht eingemottet."

Friedhelm Kirchhartz Chef der NVV

Kirchhartz geht davon aus, dass Düsseldorf den kleinen Airport weiter betreiben will. Dann müssten sie aber sagen, was sie wollen. Es gebe zwar noch keinen Termin für Gespräche zwischen den Gesellschaftern. Doch schon in den nächsten Wochen wolle man sich an einen Tisch setzen. "Im ersten Halbjahr werden wir zu einer Lösung kommen."

Der Vorstandschef hält daher auch nicht viel von "voreiligen Forderungen", das Flughafen-Areal in einen Gewerbepark umzuwandeln. "Mal ganz abgesehen davon, ob das richtig oder falsch ist, so etwas geht nicht innerhalb weniger Jahre." Letztlich muss die Politik entscheiden, was mit dem dahin trudelnden Flugplatz und seinen noch 32 direkten Mitarbeitern geschieht. So oder so gibt es bald große Finanzprobleme.

Sollte Düsseldorf den Vertrag, mit dem die Hauptstädter seit Jahren die jährlich rund fünf Millionen Euro Verluste übernimmt, zum 30. Juni kündigen, sieht man in Neuwerk nur noch Rot. Kirchhartz: "Dann haben wir ab 2011 ein Liquiditätsproblem."

In Willich hat Martin Dorgarthen, stellvertretender SPD-Vorsitzender, angemahnt, "die persönlichen Befindlichkeiten zum Nichtausbau des Flughafens sollten angesichts des Erfolges der Sache wegen in den Hintergrund treten". Er bezieht sich auf einen Leserbrief des FDP-Politikers Ulrich Mischke. Der hatte SPD-Ratsherr Detlef Nicola angegriffen. Die Entscheidung gegen den Ausbau des Flughafens sei, so Dorgarthen, "Ziel aller im Stadtrat vertretenen Parteien gewesen". Er habe eine entsprechende Äußerung der anderen Parteien (außer der SPD) in der Öffentlichkeit aber vermisst.

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