Der Tönisvorster bekommt einen schlechten Listenplatz, muss seinen Wahlkreis direkt holen.

Uwe Leuchtenberg hat einen schlechten, Monika Ruff-Händelkes einen guten Listenplatz.
Uwe Leuchtenberg hat einen schlechten, Monika Ruff-Händelkes einen guten Listenplatz.

Uwe Leuchtenberg hat einen schlechten, Monika Ruff-Händelkes einen guten Listenplatz.

Knappe

Uwe Leuchtenberg hat einen schlechten, Monika Ruff-Händelkes einen guten Listenplatz.

Willich/Tönisvorst. Uwe Leuchtenberg muss sich Sorgen um die Zukunft machen, genauer: um seinen Job. Der SPD-Mann, der seit 2005 im Landtag sitzt, wird sich von dieser Tätigkeit möglicherweise verabschieden müssen. Die Sozialdemokraten haben ihre Reserveliste für die Landtagswahl im Mai fertig, am letzten Februar-Wochenende soll sie beim Parteitag in Dortmund verabschiedet werden. Und auf dieser Liste findet sich Leuchtenberg auf Platz 68 wieder. Das bedeutet: Holt er seinen Wahlkreis nicht direkt, muss er sein Büro in Düsseldorf räumen.

Wie kommt’s? Was ist passiert? Hat der Vorster keine Hausmacht oder war er so schlecht? "Das muss mit seiner Leistung nicht unbedingt zu tun haben", erklärt Frank Uferkamp, WZ-Landtagskorrespondent. Bei der vergangenen Wahl, bei der die SPD so heftig abgestraft wurde, seien jede Menge Kandidaten - unter anderem aus dem Bergischen und aus Düsseldorf - hintenüber gefallen. Sie waren nicht abgesichert. "Das sind aber nun mal SPD-Hochburgen. Und die wollen vertreten sein", sagt Uferkamp.

Da das Bergische, ebenso wie Düsseldorf, für die SPD zum Niederrhein zählt, sei die Anzahl der Kandidaten begrenzt. Ganz oben steht mit Listenplatz 4 der Mönchengladbacher Hans-Willi Körfges, der ein gutes Standing hat. Der zweite Niederrheiner auf der Liste ist Fritz Behrens (Platz 10). Und dann kommt schon die zweite Kreis Viersener Kandidatin, Monika Ruff-Händelkes, auf Listenplatz 15. Sie tritt für den Ostkreis mit Viersen, Willich und Schwalmtal gegen Stefan Berger von der CDU an, während Uwe Leuchtenberg es im Ostkreis (Kempen, Tönisvorst, Nettetal, Grefrath und Brüggen) mit dem langjährigen CDU-Abgeordneten Christian Weisbrich zu tun hat.

"Uwe Leuchtenberg ist in der Landtagsfraktion anerkannt."

UdoSchiefner, SPD-Chef im Kreis Viersen

"Uwe Leuchtenberg arbeitet hervorragend und ist anerkannt in der Landtagsfraktion", betont Udo Schiefner, Chef der SPD im Kreis Viersen. Aber: Die Aufstellung der Liste sei nach regionalem Proporz und der SPD-internen Frauenquote erfolgt. Und da hatte Monika Ruff-Händelkes die Nase vorn. Deren Listenplatz bezeichnet Schiefner als "Bank".

Bei der Wahl vor fünf Jahren zog Uwe Leuchtenberg überraschend in den Landtag ein. Er hatte damals den scheinbar aussichtslosen Listenplatz 41 und verdankte seinen Triumph dem dramatisch schlechten Abschneiden der Landes-SPD. Auch die Viersenerin Monika Ruff-Händelkes schaffte 2005 über Listenplatz 28 den Einzug ins Düsseldorfer Parlament. Bei der Landtagswahl davor hatte die SPD noch alle Mandate direkt geholt, weshalb die Bedeutung der Liste 2005 vernachlässigt worden war.

Aussichtslos sieht aus Sicht des Parteivorsitzenden die Sache für Uwe Leuchtenberg aber nicht aus: "Es gibt eine hohe Unzufriedenheit mit Rüttgers, der ja auch von Christian Weisbrich unterstützt wird. Wer eine soziale Politik will, wählt Uwe Leuchtenberg." Er habe die Chance, den Wahlkreis direkt zu holen.

Und was sagt der Tönisvorster Vize-Bürgermeister selbst? "Natürlich bin ich nicht begeistert, aber es ist nicht neu für mich. Weil ich nun mal keine Frau bin, muss ich es so hinnehmen." Die Kollegen, die bei der letzten Wahl nicht abgesichert waren, hätten schon nach einem Jahr signalisiert, dass es diesmal anders laufen müsse. Auf der anderen Seite: "Wenn die CDU tatsächlich 33Prozent und 100Direktmandate holt, bin ich auch noch drin." Sagt er - und glaubt’s aber scheinbar nicht so wirklich.

Dennoch gibt Leuchtenberg sich kämpferisch. "Es gibt schließlich zum ersten Mal Erst- und Zweitstimmen. Ich werde ganz offensiv eine Erststimmen-Kampagne führen."

Und wenn’s alles nicht hilft? Hat Uwe Leuchtenberg einen Plan B? "Ich könnte mir auch einen Job in der Energiebranche vorstellen", sagt er. Um schnell wieder zu betonen: "Soweit sind wir noch nicht. Erst kommt die Wahl..."

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