Während die Kinder viel Spaß hatten, mussten die Bauhof-Mitarbeiter am Montag kräftig ran. Über zehn Zentimeter Schnee waren in der Nacht zu Montag gefallen. Ab 2.30 Uhr waren die Räumfahrzeuge im Einsatz.

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Auf dem Hügel am Pastorswall in St. Tönis sausten auch Väter und Söhne gemeinsam zu Tale.

Auf dem Hügel am Pastorswall in St. Tönis sausten auch Väter und Söhne gemeinsam zu Tale.

Auf dem Hügel am Pastorswall in St. Tönis sausten auch Väter und Söhne gemeinsam zu Tale.

Willich/Tönisvorst. "Hurra, endlich haben wir ’mal richtig Schnee", jubelt Helen (6) und baut mit feuerroten Wangen weiter an ihrem Schneemann. Berufstätige Autofahrer konnten sich über den Wintereinbruch am Montagmorgen nicht so recht freuen: Nachdem sie zunächst in aller Herrgottsfrüh den Bürgersteig vor der eigenen Garage frei räumen mussten, warteten anschließend rutschige Straßen und lange Staus auf dem Weg zur Arbeit.

Ab 2.30 Uhr rollten die Räumfahrzeuge

Über zehn Zentimeter Schnee waren in der Nacht zu Montag gefallen. "Ab 2.30Uhr waren unsere Räumfahrzeuge im Einsatz", berichtet Bernd Kuhlen vom Willicher Bauhof. Unvorbereitet traf ihn die Sache nicht: Nach entsprechenden Wettermeldungen waren die Schneeschilde schon vorab montiert worden. Zwei Unimogs sowie mehrere kleinere Traktoren für die Radwege setzte der Bauhof ein.

Etwa 30 Leute versuchten zunächst, die wichtigsten Stadt-Straßen frei zu machen, ab 8 Uhr wurde dann auch ein Salz-Split-Gemisch gestreut. Vor den städtischen Gebäuden wurden die Gehwege ebenfalls geräumt. "Hier sind wir wie jeder Privateigentümer in der Haftung, wenn etwas passiert", sagt Kuhlen.

Einige wenige ungeduldige Bürger hätten sich darüber beschwert, dass ihre Straße zu spät geräumt worden sei. Ansonsten sei alles ruhig verlaufen, sagt Kuhlen weiter. Allerdings muss er jetzt Streugut nachbestellen:

Der in einer Scheune auf den Beckershöfen gelagerte Berg wird langsam kleiner, nur noch für etwa eine Woche reichen die vorhandenen Vorräte. "Zumal wir davon ausgehen, dass die Temperaturen weiter frostig bleiben", sagt Kuhlen.

Hans-Georg Scheufens von der Kempener Firma Hamelmann hat gestern zwei Stunden gebraucht, um an neues Streugut für Tönisvorst zu kommen.

"Wir brauchten ganz dringend Nachschub. Im Vorjahr haben wir fast gar nichts, vor zwei Jahren sieben Tonnen im ganzen Winter gebraucht. Und jetzt sind schon 16 Tonnen weg", berichtet er. 14 Tonnen wurden deshalb nachbestellt.

Da die Stadt Tönisvorst keinen eigenen Winterdienst mehr hat - laut Pressesprecherin Catharina Perchthaler werden so 125.000 Euro im Jahr gespart - übernimmt die Kempener Firma dort diese Aufgabe. Ab 2 Uhr, so Scheufens, habe er seine Jungs auf die Straße geschickt. "Wir sind ganz schön ins Schwitzen gekommen."

Insgesamt 16 Leute und drei Fahrzeuge waren im Einsatz, räumten Hauptstraßen, Gehwege und an Bushaltestellen. "Zum Glück war heute noch keine Schule", sagte Scheufens, denn dann wäre die Arbeit kaum zu schaffen gewesen.

Die Schulkinder indes können ihre Rest-Ferien seit gestern so richtig genießen. Von jedem kleinen Hügel rodelten Mädchen und Jungen jubelnd herab.

Vom Pastorswall in St.Tönis schallte das begeisterte Gekreische mehrere hundert Meter weit in die Innenstadt. Und so wie Helen bauten die Kleinen an jeder Ecke Schneemänner.

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