Einmalig treffen zwei Jahrgangsstufen aufeinander: Die einen machen ihr Abi nach zwölf, die anderen nach 13 Jahren.

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Beim Doppeljahrgang konnte das Schreiben von Stundenplänen zur echten Geduldsprobe werden.

Beim Doppeljahrgang konnte das Schreiben von Stundenplänen zur echten Geduldsprobe werden.

Margret Peters ist sicher, dass die Integration gelingt.

dpa, Bild 1 von 2

Beim Doppeljahrgang konnte das Schreiben von Stundenplänen zur echten Geduldsprobe werden.

Willich/Tönisvorst. Jahrelang wurde organisiert und vorbereitet, jetzt ist es soweit: Seit Montag treffen in den Oberstufen der weiterführenden Schulen Zehnt- und Elftklässler aufeinander. Zusammen bilden sie den so genannten Doppeljahrgang und machen im Jahr 2013 gemeinsam ihr Abitur - die einen nach nur zwölf Schuljahren (G8), die anderen wie bisher nach 13 (G9).

Für die Schulen bedeutete das im Vorfeld viel Organisationsaufwand, denn mit einem Schlag hat der erste Jahrgang einer Oberstufe doppelt so viele Schüler wie sonst. "Unsere Koordinatoren hatten deswegen in den vergangenen Sommerferien gut und gerne auch doppelt so viel zu tun", sagt Margret Peters, Schulleiterin des St. Bernhard-Gymnasiums in Schiefbahn.

Bei ihr gehören 300 Schüler dem Doppeljahrgang an. "Vor allem das Erstellen der Stundenpläne und die Raumverteilung waren Herausforderungen." Zwar habe letztlich alles geklappt. "Aber die Fachräume sind zu einhundert Prozent ausgelastet", sagt sie. "Das können wir haarscharf stemmen."

Da die Lehrerauslastung gut sei, komme die Schule damit klar

Am Michael-Ende-Gymnasium in Tönisvorst müssen 190 Schüler unter einen Hut gebracht werden. "Teilweise laufen acht Kurse parallel", sagt Schulleiter Paul Birnbrich. Da die Lehrerauslastung aber gut sei, komme die Schule damit klar. Agnes Regh, stellvertretende Schulleiterin des Anrather Lise-Meitner-Gymnasiums, zeigt sich ebenfalls zuversichtlich, dass die Umstellungsphase einigermaßen reibungslos über die Bühne gehen wird.

Die drei Gymnasium haben die Zahl ihrer Beratungslehrer verdoppelt

Allerdings hat die Umstellung nicht nur organisatorische Aspekte. Die "G8ler" haben mehr Unterrichtsstunden als die Mitschüler, die nach 13 Jahren Abi machen. Und plötzlich werden Jugendliche gemeinsam unterrichtet, die einen Altersunterschied von rund einem Jahr haben - auch das kann unter Umständen Konflikte schüren.

In den Hauptfächern werden die G8- und die G9-Schüler auch weiterhin getrennt unterrichtet.

Umfassende Informationen zum Doppeljahrgang bietet eine Broschüre des NRW-Schulministeriums, die auch im Internet verfügbar ist.

"Für einen Erfahrungsbericht ist es natürlich noch zu früh", sagt Regh. "Aber wir haben unter den Schülern eher freudige Erwartung bemerkt als Konkurrenzdenken." Diesen Eindruck hat auch Birnbrich: "In den Differenzierungsfächern wurde ja auch vorher schon jahrgangsübergreifend unterrichtet." Für ihn wie auch für Margret Peters ein Indiz dafür, dass die Integration unter den Schülern gelingen werde.

Die drei Gymnasien haben die Zahl ihrer Beratungslehrer für den Jahrgang verdoppelt. Zudem gibt es Vertiefungs- und Angleichungskurse, mit denen ein einheitliches Leistungsniveau in den ursprünglich zwei Jahrgängen erreicht werden soll. "Allerdings wissen die G8-Schüler seit der fünften Klasse, dass sie die ersten sein werden, die nach zwölf Jahren Abi machen", sagt Peters. "Die meisten haben von sich aus schon sehr gewissenhaft gearbeitet.

Sie sieht sich, wie auch Birnbrich und Regh, gerüstet für die besonderen Herausforderungen eines besonderen Jahrgangs.

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