Die Stadtwerke Willich investieren, um Strommasten für Vögel unattraktiv zu machen.

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Die meisten der Freileitungs-Masten auf Willicher Stadtgebiet sind schon „vogelsicher“.

Die meisten der Freileitungs-Masten auf Willicher Stadtgebiet sind schon „vogelsicher“.

Georg Junkers zeigt eines der Ringgitter, die in luftiger Höhe den für die Vögel tödlichen Kontakt zwischen stromführenden und geerdeten Teilen vermeiden helfen.

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Die meisten der Freileitungs-Masten auf Willicher Stadtgebiet sind schon „vogelsicher“.

Willich. Wer an die Stadtwerke Willich denkt, wird spontan Strom, Gas und Wasser aufzählen. Auf "Vogelschutz" käme er wohl eher nicht. Dennoch gehört dieser schon vom Gesetz her zu den Aufgaben der Werke, die eben auch über Freileitungen Strom transportieren, was vor allem für größere Vögel nicht immer ungefährlich ist.

Schon 1923 gab es die Bestimmung, Strommasten "möglichst so auszubilden, dass Vögeln keine Sitzgelegenheit in gefahrbringender Nähe des unter Spannung stehenden Leiters gegeben ist". 2002 wurde das Naturschutzgesetzes so novelliert: "Zum Schutz von Vogelarten sind neu zu errichtende Masten so auszuführen, dass Vögel gegen Stromschlag geschützt sind."

15.000 Euro investieren die Werke jedes Jahr

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Die meisten der Freileitungs-Masten auf Willicher Stadtgebiet sind schon „vogelsicher“.

Die meisten der Freileitungs-Masten auf Willicher Stadtgebiet sind schon „vogelsicher“.

Georg Junkers zeigt eines der Ringgitter, die in luftiger Höhe den für die Vögel tödlichen Kontakt zwischen stromführenden und geerdeten Teilen vermeiden helfen.

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Georg Junkers zeigt eines der Ringgitter, die in luftiger Höhe den für die Vögel tödlichen Kontakt zwischen stromführenden und geerdeten Teilen vermeiden helfen.

Nachgerüstet werden muss auch: An bestehenden Masten mit hoher Gefährdung von Vögeln sollen innerhalb von zehn Jahren die notwendigen Maßnahmen Stromschlag durchgeführt werden. "Rund 15 000 Euro stecken die Stadtwerke jährlich in diese Aufgabe", erklärt Abteilungsleiter Georg Junkers.

Grundsätzlich ist es für Vögel ungefährlich, sich ein Plätzchen auf einem Mast oder einer Freileitungen zu suchen. Aber: Berührt ein Vogel zwei Drähte einer elektrischen Freileitung, die unterschiedliche Spannungen führen, kommt es zum Kurzschluss: Stromfluss durch seinen Körper führt zum Exitus. Wenn’s nicht so dramatisch wäre würde man sagen: Der Vogel wird gegrillt.

Im Extremfall kann sogar ein Lichtbogen entstehen

Häufiger kommt es aber zum Tod durch Erdschluss: Vögel stellen (selbst oder auch durch mitgeführtes Nistmaterial wie Zweige) eine Verbindung zwischen einer Leitung und einem geerdeten Strommast her. Und bei geringen Distanzen und feuchter Luft besteht sogar die Gefahr eines Funkenüberschlags: Ein sogenannter "Lichtbogen" entsteht. Dabei sind mehrere tausend Volt im Spiel.

Viele Masten und Leitungen sind bereits geschützt

"Rund 60 Prozent unserer Leitungen und Masten haben wir bereits geschützt", so Junkers. Das geschieht mit Ringgittern, Schutzhauben, Vogelschutzstangen, Schutzschläuchen und längeren Isolatoren: Masten von Mittelspannungs-Freileitungen gelten dann als vogelsicher, wenn der Abstand zwischen einem möglichen Vogel-Sitzplatz und unter Spannung stehenden Teilen mehr als 60 Zentimeter beträgt."

Betroffen sind vor allem große Greifvögel, je nach Konstruktionstyp der Masten auch kleinere Arten bis zum Sperling. Untersuchungen dokumentieren, dass Stromschlag weltweit zu den häufigsten Todesursachen bedrohter Großvögel zählt. Und auch darum arbeiten die Stadtwerke daran, das Netz sicherer zu machen. "Wir arbeiten nicht nur die Rechtslage ab - der Vogelschutz ist uns auch ein wirkliches Anliegen", sagt Junkers.

Es wäre ein Jammer, wenn man es mit viel Mühe schaffen würde, den Storch hier bei uns am Niederrhein wieder anzusiedeln, und diese schönen Tiere würden dann Opfer von schlecht geschützten Masten oder Leitungen.

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