Ein fehlender Antrag bremst den Abbau der alten Schienentrasse.

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An anderen Stellen im Kreis Viersen – hier bei Lobberich – ist der Alleenradweg längst fertig.

An anderen Stellen im Kreis Viersen – hier bei Lobberich – ist der Alleenradweg längst fertig.

Reimann

An anderen Stellen im Kreis Viersen – hier bei Lobberich – ist der Alleenradweg längst fertig.

Willich. Der Alleenradweg soll gebaut werden, das ist in Willich längst beschlossene Sache. Doch die Umsetzung des Vorhabens auf dem knapp acht Kilometer langen Teilstück der alten Bahntrasse stockt. Der Grund: Mit dem Abbau der Schienen wurde bislang nicht begonnen.

Wie die WZ berichtete, haben Teile der Fläche Einträge im nordrhein-westfälischen Biotopkataster, daher ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig. Doch genau hier scheint es zwischen den Behörden zu haken.

Der Antrag wurde bisher noch gar nicht gestellt

Die Bahn-Entwicklungsgesellschaft (BEG), von der die Stadt das Grundstück bereits im letzten Jahr für rund 412000 Euro gekauft hat, hat sich vertraglich dazu verpflichtet, die Schienen zu entfernen - und muss folglich die dazu erforderlichen Genehmigungen einholen. Doch bei der Antragstellung klemmt es offenkundig.

Zunächst hatten Stadt und BEG übereinstimmend erklärt, dass der Antrag bereits beim Eisenbahn-Bundesamt liege. Dessen Mitarbeiter wiederum wussten nichts davon: "Uns liegt hier kein Antrag vor", sagt Sprecher Ralph Fischer.

Licht ins Verantwortlichkeitsdunkel zu bringen, erweist sich indes als schwierig. "Wir haben ein Fachingenieurbüro beauftragt, das die erforderliche Baugenehmigung beim Eisenbahn-Bundesamt beantragen soll", sagt Uwe Käbe, zuständiger Projektleiter der BEG.

Der Alleenradweg soll rund 100 Kilometer lang werden, das Willicher Stück ist knapp acht Kilometer lang. Es erstreckt sich von der nördlichen Stadtgrenze zu Krefeld bis nach Niederheide.

Für die Bauarbeiten hat die Stadt Willich rund 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Rund 80Prozent der Kosten übernimmt das Land NRW.

Die Umweltverträglichkeitsprüfung soll sicherstellen, dass die Auswirkungen des Bauvorhabens auf die Umwelt frühzeitig bewertet werden.

Die Auswirkungen auf die Umwelt müssen bei der Entscheidung über die Zulässigkeit des Vorhabens berücksichtigt werden.

Damit bringt er einen weiteren Beteiligten ins Spiel, nachdem gegenüber der WZ von mehreren Seiten fast 14Tage lang die Rede davon war, dass sich die BEG um alles kümmere. Dass sie Teile des Verfahrens aus der Hand gegeben hat, ist wohl Normalität - die scheibchenweise Herausgabe von Informationen aber offensichtlich auch.

Mit dem Bundesamt habe es im Zusammenhang mit der Baugenehmigung für den Alleenradweg lediglich ein Vorgespräch gegeben, der formale Antrag sei also noch gar nicht gestellt worden.

Bundesamt wehrt sich gegen Schwarzen Peter

"Es ist ärgerlich, dass man uns den Schwarzen Peter zuspielen will", sagt Ralph Fischer vom Bundesamt. "Man kann nicht immer alles auf die vermeintlich langsamen Behörden schieben."

Doch was ist nun Stand der Dinge? "Momentan werden ergänzende Unterlagen vom Ingenieurbüro erstellt, damit der Antrag schließlich ordnungsgemäß eingereicht werden kann", sagt Käbe. Der Unternehmer, der Schienen und Schwellen entsorgen soll, sei bereits beauftragt.

Wann genau die Bauarbeiten beginnen, ist aber noch völlig offen.

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