Um Geld zu sparen, schlägt der Kämmerer vor, die Baupläne für das Lise-Meitner-Gymnasium zu verändern.

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Stadtkämmerer Willy Kerbusch muss sparen.

Stadtkämmerer Willy Kerbusch muss sparen.

Stadtkämmerer Willy Kerbusch muss sparen.

Willich. Der Brief, der den 48 Mitgliedern des Willicher Stadtrates in diesen Tagen ins Haus flattert, ist knapp über drei Seiten lang - und enthält jede Menge Zündstoff. Absender ist Stadtkämmerer Willy Kerbusch, inhaltlich geht es um die Finanzen der Stadt Willich.

Die sehen nach wie vor nicht rosig aus, weshalb Kerbusch die Ratsmitglieder um die Überprüfung geplanter Investitionen bittet. Konkret geht es ihm um die Umgestaltung des Kaiserplatzes - und den Bau der Mensa am Lise-Meitner-Gymnasium.

200 Mensa-Plätze für Anrath sollen ausreichen

"Die wirtschaftliche Erholung wird erst 2012 bei uns ankommen. Nur durch dramatische Eingriffe in die Haushaltswirtschaft konnte der Kollaps vermieden werden", schreibt Kerbusch in dem Brief. Insbesondere die Liquiditätslage werde als "Erblast der Krise" den Haushalt weiter belasten. Deshalb bringt Kerbusch unter anderem eine Neuplanung der Mensa in die Diskussion.

Bislang ist vorgesehen, in Anrath für 1000 Schüler 300 Ess-Plätze zu schaffen. Kerbusch vergleicht dies mit der Mensa für St.Bernhard-Gymnasium und Willi-Graf-Realschule in Schiefbahn, wo es 340 Plätze für 1700 Schüler geben soll. "Eine Mensa von ca. 300 Quadratmetern mit bis zu 200 Plätzen wäre im Zuge der Gleichbehandlung der Schulen eine angemessene Lösung", meint er mit Blick auf Anrath.

Und es gäbe noch weitere Vorteile: Statt 1,35 Millionen Euro müsse man für eine kleinere Mensa in einfacher Bauweise maximal 700 000 Euro investieren. Man könne auf die bislang vorgesehene "Aufständerung" verzichten.

Laut Kämmerer Willy Kerbusch müssen von 2011 bis 2015 etwa 25 Millionen Euro an kurzfristigen Krediten getilgt werden. Das sei nur durch eine konsequente Sparpolitik machbar.

Die Wiederauffüllung der "Ausgleichsrücklage" um 17 Millionen Euro lasse kaum Spielräume für zusätzliche Leistungen.

Bislang war geplant, eine Zufahrt zur Schule zu überbauen. Statt dessen könne die Mensa auf einem Gelände hinter der Sporthalle entstehen. "Dort ist neben der guten Erreichbarkeit die schnellere Realisierung (etwa acht Monate Bauzeit) durch die günstige Erschließungslage gegeben", heißt es in dem Brief.

An der Sporthalle gibt es laut Kerbusch noch zusätzlichen Raum für 60 Mensa-Plätze, der bei Bedarf aktiviert werden könne. Die Schulleitung rechne anfangs mit etwa 150 Essen am Tag. Selbst wenn es mehr würden, habe man somit noch genug Platz-Reserven, sagt Kerbusch.

Auch Kaiserplatz soll wieder zurückgestellt werden

Auf Redaktionen am Meitner-Gymnasium darf man gespannt sein. Schon vor einem Monat hatte sich Schulleiterin Astrid Kampmann über immer wieder neue Verzögerungen bei den Planungen beschwert.

"Die Fertigstellung unserer Mensa rückt weiter in den Nebel", klagte sie damals gegenüber der WZ. Empört hatten sich auch viele Eltern auf einer Schulpflegschaftssitzung geäußert.

Zumindest in der CDU dürfte es auch Kritiker an einem zweiten Spar-Vorschlag des Kämmerers geben. Der möchte den Umbau des Kaiserplatzes zurückstellen - wieder einmal. Auf die "Piazza Navona" am Kaiserplatz, von der CDU-Ratsherr Paul Schrömbges einst träumte, müsste dann weiter gewartet werden.

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