Bei der Modelltraktor-Börse im Stahlwerk Becker gab es für Bastler und Sammler alles, was das Herz begehrt.

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Väter und Söhne zeigten sich von Traktor-Modellen, Schlepper-Literatur und Original-Ersatzteilen begeistert.

Väter und Söhne zeigten sich von Traktor-Modellen, Schlepper-Literatur und Original-Ersatzteilen begeistert.

KurtLübke

Väter und Söhne zeigten sich von Traktor-Modellen, Schlepper-Literatur und Original-Ersatzteilen begeistert.

Willich. Rollentausch: Männer mit Plastiktüten im Kaufrausch, die Frauen als stumme, geduldige Begleiterin daneben. Auf den Tüten standen aber nicht die Namen von Modeboutiquen oder Schuhläden, sondern Firmen wie Schuco oder Siku: Die 5. Modelltraktoren- und Literaturbörse bei Klaus Rabe, dem Herausgeber der "Schlepperpost" auf dem Gelände von Stahlwerk Becker war wieder ein voller Erfolg.

Der Neuschnee am Morgen hatte die zum Teil recht urigen Traktor-Fans zunächst ein wenig ausgebremst. Denn sie kamen nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern unter anderem aus dem Saarland und aus Niedersachsen. "Für einen Moment dachte ich, das gibt nichts", gestand Klaus Rabe gegenüber der WZ. Doch schon gegen 11 Uhr war das Gedränge groß wie in einem Kaufhaus beim Winterschlussverkauf. "Guck’ mal hier!": Dieser Ausruf dürfte so oder ähnlich einige hundert Mal zu hören gewesen sein.

50 Jahre alte Ersatzteilliste ist nicht ganz billig

Ulrike Verhalen hatte das Wetter nichts anhaben können - sie wohnt in Neersen, hatte stapelweise alte Hefte und Modelltraktoren im Angebot. Zu den Kostbarkeiten gehörte eine original Ersatzteilliste für den Lanz Bulldog, die jedoch mit 50 Euro nicht ganz billig war.

Klaus Rabe lockte mit einem Sonderangebot: Das Buch "Alle Traktoren von Lanz" gab es zum Sonderpreis von 70 Euro. Dass die Sammelleidenschaft ins Geld gehen kann, wurde auch bei den Modelltraktoren einer Firma deutlich, die vor allem durch ihre Stofftiere weltberühmt geworden ist: Alte Steiff-Traktoren und Lkw kosteten bis 290 Euro.

Der Nachwuchs wurde mit einem Siku-Modelltraktor vom Wühltisch für zwei Euro bei Laune gehalten, während Papa sich ausgiebig umschaute - und mit Gleichgesinnten fachsimpelte. Ob Ersatzteillisten für alte Porsche-Traktoren oder Prospekte von 60er-Jahre-Autos wie Opel Kadett oder Mercedes 600, wie sie Udo von Oepen anbot, ließen die Männerherzen höher schlagen.

Jörg Scepanski aus Ratingen war zum ersten Mal dabei und schwärmte: "Hier ist eine tolle Atmosphäre." Er präsentierte einen rund 40 Zentimeter langen Nachbau des Lanz HL 12 von 1921, ein voll funktionstüchtiges Fahrzeug mit Zweitakt-Benzinmotörchen.

Wer selbst gerne bastelt, fand so ziemlich alles, was das Herz begehrt. "Haben Sie Schläuche für ein Güllefahrzeug?", wollte etwa ein junger Bastler am Stand von Baerny’s Modellbauzubehör wissen - und ihm konnte geholfen werden. Selbst Strohballen in allen Größen waren verfügbar.

Auf großes Interesse stießen auch die Original-Oldtimer in der Halle von Klaus Rabe. Stattliche Mannsbilder stellten sich vor die majestätische Motorhaube des alten Faun-Lkw und kamen sich vor wie Kinder.

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