Die Arbeit für sterbende Menschen wird schlecht gefördert. In Willich wird es eine solche Einrichtung so schnell nicht geben.

Willich. Die Stadt Willich wird vorerst keine weiteren Schritte zur Gründung eines stationären Hospizes unternehmen. Allerdings wird die Verwaltung die Situation verfolgen und bei Veränderungen unaufgefordert wieder im Ausschuss berichten. Das entschied der Sozialausschuss am Dienstagabend.

Alle Parteien waren sich einig, dass Menschen in ihrer letzten Lebensphase "alles haben sollen, was sie brauchen", so der Ausschussvorsitzende Dieter Lambertz. Allerdings hatten die Politiker vorher einiges zu den Schwierigkeiten in der Hospiz-Arbeit erfahren.

Bärbel Kowalewski, Geschäftsführerin des Hospizes "Haus Franz" in Viersen-Dülken, war von der Verwaltung als Fachfrau eingeladen worden. Sie erläuterte unter anderem die schwierige Finanzierungssituation: Die Krankenkassen bezahlen nicht alle Kosten eines stationären Hospizes, daher braucht das Viersener Hospiz pro Jahr rund 87.000 Euro, die über Spenden gesammelt werden. Die Tendenz sei steigend.

Das Dülkener Hospiz sei nicht ausgelastet, daher reichten ihrer Auffassung nach die Plätze für den Bedarf aus, so Kowalewski weiter. Die Verwaltung hatte in ihrer Vorlage auch darauf hingewiesen, dass die Kassen den Ausbau der ambulanten Versorgung befürworten und derzeit keine Versorgungsverträge mit neuen stationären Hospizen abschließen.

Altenheim in Neersen: Amfaldern gibt Erklärung ab

Außerdem entschieden die Mitglieder, dass die Ergebnisse einer interfraktionellen "Zukunftswerkstatt" zu Wohnkonzepten für ältere Menschen in Willich jetzt in den Fraktionen beraten werden und die Verwaltung danach die notwendigen Prozesse organisieren soll. Dann wird das Thema - inklusive der Frage, ob ein viertes Pflegeheim in Willich benötigt wird und ob es in Neersen gebaut werden soll - im September weiter im Sozialausschuss beraten.

Zu Beginn der Diskussion gab Heinz Amfaldern (CDU) eine persönliche Erklärung ab: In der Verwaltungsvorlage heiße es, dass sich die Gruppe der Zukunftswerkstatt "geschlossen gegen ein neues Pflegeheim" ausgesprochen habe. Er habe sich zwar an der Zukunftswerkstatt beteiligt, sei aber bei der Abstimmung nicht mehr anwesend gewesen. Ihre Bedeutung sei nicht offensichtlich gewesen, so Amfaldern. Er sei prinzipiell gegen diese Entscheidung und hätte das auch bei der Abstimmung in der Zukunftswerkstatt formuliert.

Amfaldern fordert schon lange, dass, wenn ein neues Pflegeheim, gebaut wird, das in Neersen geschehen muss. Franz-Josef Stapel (FDP) wollte eine Beratung schon im Juni erreichen, weil die Zeit dränge.

Susanne Kamp, Leiterin des Geschäftsbereichs Jugend und Soziales, wies aber daraufhin, dass am 16. Juni aktuelle Zahlen zur Situation der Willicher Senioren vorgelegt werden. Außerdem wird der Kreis die Verwaltung noch über den Stand der kreisweiten Altenhilfeplanung informieren.

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