Der DJK-VfL Willich war Ausrichter eines Turniers, zu dem fast 400 Kämpfer gekommen waren.

Julian Raschdorf (rechts) kämpfte gegen Matthias Koch in der Klasse der unter 11-Jährigen und bis 23 Kilogramm.
Julian Raschdorf (rechts) kämpfte gegen Matthias Koch in der Klasse der unter 11-Jährigen und bis 23 Kilogramm.

Julian Raschdorf (rechts) kämpfte gegen Matthias Koch in der Klasse der unter 11-Jährigen und bis 23 Kilogramm.

Kurt Lübke

Julian Raschdorf (rechts) kämpfte gegen Matthias Koch in der Klasse der unter 11-Jährigen und bis 23 Kilogramm.

Willich. Paul weinte, noch bevor sein allererstes Turnier begann. Der siebenjährige Blondschopf hatte nach dem Wiegen seine Sachen nicht auf Anhieb gefunden, der Vater musste Trost spenden. Nein, er wisse noch nicht, ob er antreten werde.

Knapp 400 Judoka kamen am Wochenende in die Jakob-Frantzen-Halle - die Budo-Abteilung des DJK-VfL hatte zum 39. Mal eingeladen. Die Sportler kamen aus Krefeld, Mönchengladbach, dem Kreis Viersen und Teilen des Kreises Wesel.

Das Salz in der Suppe bildeten Judoka aus den Niederlanden und aus Schottland. Den wohl besten Kampf lieferten sich Coen Hartmann und Chris Carty, wobei der Schotte sich knapp gegen den Niederländer durchsetzte.

Thomas Rips, Budo-Abteilungsleiter beim gastgebenden Verein, zählte genau nach: "Es gibt 117 Gewichtsklassen." Zunächst starteten die unter Elfjährigen, die die Sache noch sehr spielerisch angingen.

Insgesamt waren fast 300 Quadratmeter mit speziellen Schaumstoff-Matten ausgelegt worden. Und obwohl das Turnier in Willich keine Qualifikation für andere sportliche Herausforderungen ist, wurden die Kämpfe sehr ernst genommen.

Enorm seriös sahen die neun Kampfrichter aus, gekleidet mit grauer Hose, weißem Hemd, schwarzem Blazer und dezent gestreifter Krawatte. Bei bis zu fünf Sportlern in einer Gewichtsklasse musste jeder gegen jeden antreten, bei mehr als fünf gab es das doppelte K.o.-System.

Erst zehn Jahre alt, aber schon 60 Kilo schwer: Lucas Greiner aus Anrath, dessen Vater Lars mit zu den Organisatoren gehörte, konnte sicher sein, in einer kleinen Gruppe zu kämpfen. "Geh’ rein, trau’ Dich", forderten ehrgeizige Väter ihre Sprösslinge auf.

"Nächstes Jahr müssen wir uns was Besonderes einfallen lassen."

Thomas Rips, Organisator des Judo-Cups

Unter den Jüngsten waren fast die Hälfte Mädchen, viele gingen sehr zaghaft zur Sache. Jessica Rips, Ehefrau von Thomas, übernahm die Wettkampfführung und behielt am Laptop den Überblick. Wer gerade nicht auf der sechs mal sechs Meter großen Matte danach trachtete, seinen Gegner auf den Rücken zu werfen, der machte am Rande der Halle Randori, Übungskämpfe, um auf "Betriebstemperatur" zu kommen. Auch Seilchenspringen diente diesem Zweck.

Zwei Minuten kämpften jeweils die Kinder, fünf Minuten die Erwachsenen. Hier gab es hochklassige Kämpfe zu sehen - kein Wunder bei so berühmten Trainern wie Veronique Akkermans - sie gehörte einst zum niederländischen Kader der Olympischen Spiele in Barcelona.

Der Trainer John Imrie aus Edingburgh war immerhin britischer Judo-Meister gewesen. Die beiden schottischen Vereine Shi Shi Kay und Jidel fühlten sich in Willich so richtig wohl. Die Niederländer kamen aus Wommels und Sneek im Norden des Landes und schliefen zum größten Teil im Vereinsheim des DJK-VfL. Doch bevor sie die nötige Bettschwere hatten, wurde noch ausgiebig mit den deutschen und schottischen Sportlern gefeiert.

Zum Glück hatte das Deutsch Rote Kreuz nur ein paar Hautabschürfungen und blutende Nasen zu versorgen gehabt. "Nächstes Jahr müssen wir uns was Besonderes einfallen lassen - dann organisieren wir das 40. Turnier und die Budo-Abteilung wird 50 Jahre alt", erklärte Thomas Rips gegenüber der WZ.

Übrigens: Der kleine Paul hat dann doch noch gekämpft - und wurde in seiner Gruppe Siebter von 13 Judoka.

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