Räuber versucht nach Hospital-Termin zu entkommen.

Willich. Spaziergänger im Konrad-Adenauer-Park glaubten an einen Scherz: Am Rosenmontag gegen 17 Uhr sprintete ein mit Handschellen gefesselter Mann an ihnen vorbei. Ihm dicht auf den Fersen: zwei Uniformierte, von denen einer laut "Halt, oder ich schieße" rief. Doch der vermeintliche Scherz hatte mit Karneval nichts zu tun: Ein 27-jähriger Häftling der Justizvollzugsanstalt in Anrath hatte versucht, eine Untersuchung im Katharinen-Hospital zur Flucht nutzen.

Nach angeblichem Sturz ins Krankenhaus gebracht

Der wegen Raub und Diebstahl zu sechs Jahren Haft verurteilte Mann hatte laut JVA-Leiterin Beate Peters angegeben, in seiner Zelle gestürzt zu sein. Er klagte über Schmerzen, eine Gehirnerschütterung konnte nicht ausgeschlossen werden. Daher wurde beschlossen, dass der bis dahin unauffällige Häftling im Hospital untersucht werden sollte. Zwei JVA-Bedienstete fuhren ihn dorthin.

Nach der Untersuchung sollte er mit dem Gefängnis-Transportwagen zurück gebracht werden. Doch plötzlich spurtete der gefesselte Mann los und versuchte, in den Park zu entkommen. "Die Bediensteten sind hinterher gesprintet, einer hat die Waffe gezogen und den Mann zum Stehenbleiben aufgefordert", berichtet Peters. Der 27-Jährige brach darauf seinen Fluchtversuch ab.

Anschließend gab er an, dass Ganze sei nicht ernst gemeint gewesen. Eine Version, die Beate Peters bezweifelt: Die Untersuchung hatte kein Ergebnis gebracht, der Sturz in der Zelle sei offenbar nur vorgetäuscht gewesen.

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