Die neue Genossenschaft „Bürger Solar Willich“ will Photovoltaik-Anlagen auf städtischen Dächern errichten.

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Auf dem Dach der alten Reithalle des Fringshofes ist schon eine Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung gebaut worden.

Auf dem Dach der alten Reithalle des Fringshofes ist schon eine Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung gebaut worden.

Reimann

Auf dem Dach der alten Reithalle des Fringshofes ist schon eine Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung gebaut worden.

Willich. Ganz allmählich entwickelt sich Willich zur Vorzeige-Stadt in Sachen regenerativer Energien. Nachdem im Vorjahr das "Kompetenzzentrum Geothermie" gegründet worden war, folgt nun der nächste Schritt: Der Hauptausschuss hat am Donnerstagabend in nichtöffentlicher Sitzung grünes Licht für die Gründung der "Bürger Solar Williche.G." gegeben.

Noch in diesem Jahr soll die neue Genossenschaft dafür sorgen, dass für 2,5 Millionen Euro Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern städtischer Gebäude errichtet werden.

Bürger können sich an der Solar-Gesellschaft beteiligen

"Wir möchten mit möglichst vielen Bürgern gemeinsam für grünen Strom aus der Region für die Region sorgen", erklärt Willy Kerbusch, Stadtkämmerer und Geschäftsführer der städtischen Grundstücksgesellschaft.

Was er damit meint: Alle Bürger aus Willich und Umgebung haben die Möglichkeit, sich an der Solar-Gesellschaft zu beteiligen. Möglich sind maximal 20 Anteile zu je 500 Euro, Firmen können in der Anfangsphase Anteile bis zu 100.000 Euro zu kaufen. So soll schnell eine möglichst hohes Eigenkapital aufgebracht werden.

Was haben die Bürger von einer Beteiligung? Nun, neben dem guten Gefühl, für sauberen Solarstrom aus Willich zu sorgen, tun sie etwas für ihr eigenes Konto. "Die Renditeerwartung der Anteile liegt zwischen fünf und sieben Prozent - konservativ gerechnet", sagt Kerbusch. Für diese Sicherheit sorge die staatlich garantierte Einspeisevergütung für Solarstrom, die noch 20 Jahre gelte.

Schon seit mehr als zwei Jahren war in der Stadt Willich über Photovoltaik-Anlagen auf städtischen Gebäuden gesprochen worden. Doch konkret wurde die Sache nie.

Als vor Monaten dann mehrere Privatpersonen bei der Verwaltung anfragten, die für den gleichen Zweck Flächen auf Schulen und Kindergärten anmieten wollten, entschloss man sich bei der Stadt: "Dafür gründen wir besser eine eigene Genossenschaft." Denn so habe man nicht nur die Kontrolle über die Anlagen, sondern könne auch wirtschaftlich profitieren.

Gründungsmitglied der Genossenschaft sind die Stadtwerke Willich. Sie übernehmen die technische Betreuung der Anlagen. Ebenso im Boot ist die Volksbank Mönchengladbach für die finanzielle Abwicklung. Zudem gehören die Grundstücksgesellschaft und die Ingenieurgesellschaft Geobit (Aachen) zu den Gründern. All’ diese Partner waren auch am Aufbau des Geothermie-Zentrums beteiligt.

Die "Bürger Solar Willich" wird nun Dachflächen auf Schulen, Kindergärten und Sporthallen anmieten, die Stadt erhält dadurch Erträge von 4.000 bis 6.000 Euro im Jahr. Das Geld soll für die Erweiterung des Kompetenzzentrums Geothermie um die Bereiche Solarthermie und Photovoltaik verwendet werden. Dort können sich Firmen und Bürger kostenfrei beraten lassen.

Außerdem, so verrät Willy Kerbusch, soll mit einem Willicher Gymnasium ein Schullehrpfad für regenerative Energien eingerichtet werden. Mit dem St.Bernhard-Gymnasium hat es darüber schon Gespräche gegeben.

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