Länderspiel: Damit die Begegnung gegen Norwegen ordentlich über die Bühne geht, wurde ein neuer Rasen aus Willich verlegt.

Willich/Düsseldorf. Am Rasen soll es nicht liegen, wenn Schweini, Miro Klose und Co. keine Tore erzielen. Extra vor dem Länderspiel wurde der grüne Belag ausgewechselt. Und wenn am Mittwoch Deutschland gegen Norwegen in der Düsseldorfer LTU-Arena aufläuft, findet das auf original Willicher Boden statt.

Seit 2005 verlegt nämlich die Firma Gebrüder Peiffer aus Willich ihren Fertigrasen in der Arena und ist mittlerweile auch für die Pflege des Fußball-Grüns verantwortlich.

Vor dem Länderspiel allerdings stand jetzt eine Schönheitsoperation an: "Durch drei Spiele in kurzer Zeit mit Fortuna Düsseldorf und Bayer Leverkusen und die schlechten Witterungsbedingungen war ein Austausch des Rasens notwendig", erklärt Rainer Schüler, Sprecher der LTU-Arena. Schließlich gehöre es zu einem guten Service, einen perfekten Spielgrund anzubieten. Und so wurde gleich nach Schluss des Spiels Leverkusen gegen Stuttgart mit dem Austausch des Grüns begonnen.

"Mit dem niederrheinischen Rasen haben wir gute Erfahrungen gemacht."

Rainer Schüler, Sprecher LTU-Arena

Dabei ist der abgewetzte Rasen, der jetzt entfernt wurde, allerdings kein Produkt aus Willich. Am Anfang des Jahres musste nach einer großen Tanzveranstaltung neuer Rasen her. "Da mussten wir eine Ausnahme machen und Grün aus Süd-Europa bestellen", erklärt Schüler, ein Spielgrund, auf dem unter anderem auch Benfica Lissabon spielt.

Wegen der tiefen Temperaturen Anfang Januar hatte Peiffer damals keinen Rasen liefern können - nun kommt aber wieder das bewährte heimische Produkt auf den Boden der Arena. Schließlich habe man mit dem niederrheinischen Rasen sehr gute Erfahrungen, erklärt Schüler.

Der Fertigrasen-Zuchtbetrieb besteht in der dritten Generation. 15 Mitarbeiter kümmern sich auf über 200 Hektar Anbaufläche in Willich und Umgebung um Ansaat, Aufzucht, Pflege, Ernte und Verkauf des Rasens.

Die Firma beliefert Sportstätten in ganz Europa, darunter zahlreiche Fußballstadien. Unter anderem wird in München und Mönchengladbach, aber auch in Amsterdam und Porto auf Rasen aus Willich gespielt. Zu den Abnehmern gehört aber auch das Bundeskanzleramt in Berlin oder das Gerry Weber Tennis-Stadion in Halle.

Verlegt wird die so genannte RSM Sportrasenmischung 3.1. Darin sind unter anderem die Grasarten Wiesenrispe und Weidelgras enthalten - Poa pratensis und Lolium perenne mit botanischem Namen. "Die sind besonders widerstandsfähig", so ein Sprecher der Schiefbahner Firma.

Gezüchtet werden die vielen unterschiedlichen Fertigrasen-Mischungen auf 200 Hektar Anbaufläche in Willich und Umgebung. Allein für den Austausch in der LTU-Arena wurden 8000 Quadratmeter benötigt. Daneben hat Peiffer auch spezielle Rasen etwa für Golf-, Tennis- und Reitplätze im Angebot, aber auch für den heimischen Rasen, sei er in der prallen Sonne oder im Schatten.

Das Grün für Zuhause ist aber wohl günstiger zu haben: Die Austausch-Aktion kostet die Düsseldorfer Sportstätte "einen hohen fünfstelligen Betrag", sagt Schüler. Beendet war der Austausch bereits am Montagnachmittag. Eine Ruhepause ist dem Rollrasen aber nicht vergönnt. Bereits am Montagabend sollte die norwegische Nationalmannschaft dort wieder trainieren können.

Ein besonderer Vorteil für die Heimmannschaft ist wohl nicht mit dem Belag verbunden. "Da gibt es keinen Aberglauben", versichert Schüler. Außerdem wird der Borussia-Park in Mönchengladbach ebenfalls aus Willich beliefert - was ja nicht auf einen automatischen Punktgewinn für die Gastgeber schließen lässt.

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