Konzert: Krebskranker Schüler erlebt 90 Bands und viel Solidarität.

Willich. Die Vorverkaufskarten waren innerhalb kürzester Zeit vergriffen. Shuttle-Busse fuhren die Besucher von den Parkplätzen zum Konzert. Bands wechselten im Viertelstunden-Takt.

Das klingt nach einem großen Festival. Und das war das Benefiz-Konzert für Niklas am Samstagabend in der Robert-Schuman-Gesamtschule auch. "Es sollte nur ein Konzert werden, jetzt ist es zum Volksfest geworden," schwärmt Markus Gather, der es zusammen mit drei Lehrerkollegen organisiert hat. Über 90 Musiker traten an diesem Abend auf, dessen Einnahmen dem krebskranken Niklas, Schüler der Schule, für seine Behandlung in den USA und der Schweiz zugute kommen. Unter ihnen Chöre, junge Bands mit eigenen Stücken und Coverbands.

Während sich das Forum füllte, begann der Willicher Chor "Tonköpfe" mit a-capella-Stücken und lockte so die Zuhörer aus den Imbisszelten ins Schulgebäude. Der Chor war einer der ersten, der auf die Organisatoren zukam und sich für das Konzert anbot. Andere wurden von Markus Gather angesprochen, der durch seine Band "Poets and Workers" Kontakt zur Musikszene der Umgebung hat.

Für diesen besonderen Anlass haben sich die Musiker ins Zeug gelegt. So wurden extra Bands gegründet, um mitmachen zu können, z.B. eine Band des Willicher Musikhauses. Fünf Schüler und ihr Lehrer hatten sich für das Benefiz-Konzert zusammen gefunden und Lieder von Snow Patrol und Linkin Park einstudiert. "Wir freuen uns hier zu sein und etwas beitragen zu können. Wir wollten Niklas damit helfen," erklärte Fred Flor, einer der Gitarristen des Musikhauses.

Niklas war beim Konzert dabei, das eine Schülerin angeregt hat

Auch "Gyros Mythos" hatte sich speziell für das Konzert gegründet und sorgte mit bekannten Musikern wie Stefan Honig von der Band "Benevolent" und Christian Dreher von "Capricorn" für gute Stimmung. Für richtige Konzertstimmung sorgte der Frauenchor "Chant du choer changeant" mit Pophits von Queen und Aretha Franklin. Den krönenden Abschluss des Abends bildete kurz vor Mitternacht die "Tolle Bänd", die Teile ihrer neuen Show präsentierten. Das ausverkaufte Konzert hat sicher seinen Zweck erfüllt. Mit vielen Spenden, auch durch die Verlosung, und vor allem durch die von Schulleiter Ulrich Graf erwähnte "Gewissheit, dass man in Willich nicht alleine dasteht, wenn man ein Problem hat".

Das Gefühl hatte sicherlich auch Niklas. Er konnte, trotz seiner Operationen vor zwei Wochen, das Konzert miterleben. Sieben Wochen hat es gedauert, den Abend vorzubereiten. 200 Firmen und 100 Helfer, Eltern und Schüler, haben dazu beigetragen.

Bürgermeister Heyes, der sich von CDU-Ratsherr Norbert Schlöder vertreten ließ, beschrieb diese Hilfsbereitschaft in seinen mitgesandten Worten als "einen Weg, den die Willicher Bürger bildhaft mit Niklas gehen". Der Anstoß zum Konzert kam von einer Schülerin. Sie kam vor sieben Wochen mit einem Artikel der WZ über Niklas auf Musiklehrer und Mitorganisator Calla Dücker zu und forderte, dass man doch etwas unternehmen müsse.

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