Hans Kothen steigt aus der Politik aus. Künftig können er und Ehefrau Renate noch unbeschwerter auf Reisen gehen.

Hans Kothen liest im Garten seines Hauses in Moosheide ein Buch über die „Queen Mary“.
Hans Kothen liest im Garten seines Hauses in Moosheide ein Buch über die „Queen Mary“.

Hans Kothen liest im Garten seines Hauses in Moosheide ein Buch über die „Queen Mary“.

Kurt Lübke

Hans Kothen liest im Garten seines Hauses in Moosheide ein Buch über die „Queen Mary“.

Willich. Zu sagen, der Mann habe sich ein Denkmal gesetzt, wäre glatt untertrieben: Von den Kunstwerken auf Willicher Stadtgebiet geht ein großer Teil auf sein Konto. "Ich habe mir schon oft anhören müssen: Du immer mit deinen Skulpturen", sagt Hans Kothen - und lächelt.

Denn der Kultur-Fachmann der CDU-Fraktion hat sich von seiner festen Überzeugung noch nie abbringen lassen: "Über die Kunstwerke werden sich die Leute in 100 Jahren noch freuen. So etwas macht eine Stadt erst aus."

"Über die Kunstwerke werden sich die Leute in 100 Jahren noch freuen."

Hans Kothen, Ratsherr

Seit 30 Jahren ist Kothen Mitglied des Rates, seit zehn Jahren ist er stellvertretender Bürgermeister. Mit seinem Ausscheiden aus der Politik endet eine Ära. Schon vor einem Jahr hatte er angekündigt: "Mit 72 Jahren muss Schluss sein." Die Entscheidung hat er noch nicht bereut: "Endlich muss ich keine Rücksicht mehr auf irgendwelche Termine nehmen."

Andererseits: Nicht alle Projekte, die dem langjährigen Vorsitzenden des Kulturausschusses am Herzen liegen, sind verwirklicht. Da wäre der Bau einer Mediothek, von der er sagt: "Meine Jungs wollten da nicht mitziehen." Da müsse man später noch mal ran. Und dann die Skulpturen am Schloss Neersen. "Einige davon gehören der Stadt leider noch nicht."

Abschied vom Stadtrat

Ein Wasserspiel für die Kaiserplatz ("die Finanzierung ist über die Kulturstiftung der Sparkasse gesichert"), eine Skulptur für den Kreisverkehr an der Autobahn-Abfahrt Fichtenhain - all’ dies hat er auf der Wunschliste. Doch in trockenen Tüchern ist nichts. "Schade", sagt Kothen. Denn er weiß nicht genau, welchen Stellenwert die Kultur ohne ihn haben wird. "In dem Bereich etwas durchzusetzen, ist nie einfach."

Hans Kothen ist es oft gelungen. So klingelt auch während des Gespräches mit der WZ das Telefon: Der scheidende Kreis-Kulturdezernet Leo Peters teilt mit, dass der beantragte 5000-Euro-Zuschuss für das Heimatmuseum "Kamps Pitter" genehmigt werde. "Da freue ich mich", sagt Kothen. Auch die sechs Skulpturen aus dem "Kruse Boom", die nächste Woche präsentiert werden, seien "ein Abschiedsgeschenk".

Was macht der Mann mit der gewonnenen Freizeit? Das weiß in Alt-Willich fast jeder: Kothens Leidenschaft ist das Reisen. Wie einst TV-Held "Percy Stuart" kennt er die Welt und jeden Kontinent. Fast 200 Fläschchen mit Erde und Sand aus aller Herrn Länder stehen als Andenken im Keller.

Die Weltkarte im Büro ist gespickt mit bunten Nadeln: "Da war ich schon überall." Gerade erst hat er eine Atlantik-Überquerung mit der Queen Mary II hinter sich. Und was steht als nächstes an? "Eine Flusskreuzfahrt auf dem Yangtse mit meiner Frau Renate." Na dann: Gute Reise!

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